KANTON LUZERN: Blick richtet sich bereits auf den zweiten Wahlgang

Guido Graf, Robert Küng und Reto Wyss sind glanzvoll in ihrem Amt als Regierungsrat bestätigt worden. Nun beginnen bei den Nichtgewählten und den Parteien die Planspiele, mit welcher Strategie und ob überhaupt sie zum zweiten Wahlgang antreten sollen.

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Der nicht wiedergewählte Regierungsrat Marcel Schwerzmann (parteilos) blickt dem zweiten Wahlgang zuversichtlich entgegen. (Bild: Keystone)

Der nicht wiedergewählte Regierungsrat Marcel Schwerzmann (parteilos) blickt dem zweiten Wahlgang zuversichtlich entgegen. (Bild: Keystone)

Der parteilose bürgerliche Regierungsrat Marcel Schwerzmann ist bezüglich des zweiten Wahlganges optimistisch. Dort werde es darum gehen, ob Luzern eine rein bürgerliche Regierung oder eine mit einer linken Beteiligung haben werde. Schwerzmann ist der einzige der vier Bisherigen, der die Bestätigung nicht im ersten Wahlgang geschafft hat. Als Parteiloser habe er eine Wahl im ersten Wahlgang aber auch nicht erwarten können, sagte er. Er sei mit seinem Resultat zufrieden. Wichtig wird für Schwerzmann sein, welche Wahlempfehlungen die anderen bürgerlichen Parteien für den 10. Mai abgeben werden. Bis am Mittwoch werde er da mehr wissen, sagte er.

Paul Winiker: «Erwarte klares Bekenntnis von CVP und FDP»

Der SVP-Kandidat Paul Winiker sieht seine Chancen auf einen Sitz in der Luzerner Regierung im zweiten Wahlgang intakt. Er befinde sich auf Augenhöhe mit dem bisherigen Parteilosen Marcel Schwerzmann. Zudem habe er die Kandidatin der SP weit hinter sich gelassen. Winiker erwartet für den zweiten Wahlgang ein Bekenntnis der übrigen bürgerlichen Parteien CVP und FDP für eine rein bürgerliche Regierung, wie er auf Anfrage sagte. Sein gutes Abschneiden und das gestärkte bürgerliche Lager im Kantonsrat seien Zeichen dafür, dass sich das Stimmvolk hinter die bisherige Finanzpolitik von Regierung und Parlament gestellt habe.

Felicitas Zopfi: «War zu erwarten»

Felicitas Zopfi (SP) glaubt an ihre Chance, im zweiten Wahlgang in die Luzerner Regierung gewählt zu werden. Viele wollten, dass die Linken und die Frauen im Regierungsrat vertreten seien, sagte sie auf Anfrage. Zopfi hatte im ersten Wahlgang mit rund 34'231 Stimmen das absolute Mehr von 49'173 Stimmen klar verpasst. Sie sei mit dem Resultat nicht zufrieden, sagte sie. Sie sei aber auch nicht überrascht, weil gewisse Kreise eine rein bürgerliche Regierung propagiert hätten.

Michael Töngi: «Linken Sitz halten»

Der Grüne Kandidat für den Luzerner Regierungsrat, Michael Töngi, bezeichnet sein Abschneiden als «durchzogen». Es bewege sich im erwarteten Rahmen, sagte er auf Anfrage. Ob Töngi im zweiten Wahlgang vom 10. Mai erneut antritt, liess er offen. Der Parteivorstand der Grünen wird am Montagabend die Strategie festlegen. Sicher sei, dass der linke Sitz in der Regierung gehalten werden müsse und dass Felicitas Zopfi von der SP ein besseres Resultat erzielt habe als er, sagte Töngi. Es sei klar gewesen, dass es für die Grünen schwierig sei, das gute Resultat von 2011 – kurz nach der Katastrophe von Fukushima – zu bestätigen, sagte Töngi.

Irina Studhalter: «Habe mein Ziel erreicht»

«Ich konnte in diesem Wahlkampf zeigen, dass Politik nicht nur von 50-jährigen Herren in Anzug und Krawatte betrieben wird. Die Luzernerinnen und Luzerner haben gemerkt, dass Politik frisch und knackig sein kann. Damit habe ich mein Ziel erreicht», sagt die Junge Grüne Irina Studhalter. Die Jungen Grünen seien im Wahlkampf eindeutig die präsenteste Jungpartei gewesen und hätten mit vielen Aktionen immer wieder inhaltliche Akzente gesetzt und Anliegen platziert, kommentierte Co-Präsident Gian Waldvogel. Die Jungen Grünen würden auf einen zweiten Wahlkampf verzichten und damit den Weg zu einem linken Sitz in der Regierung ebnen.

Franz Grüter: «Regierungsratssitz ist in Griffnähe»

Nach dem fünften Platz von Paul Winiker (SVP) im ersten Wahlgang sei die Rückkehr der SVP in die fünfköpfige Regierung nach acht Jahren in Griffnähe. Dies sagte Parteipräsident Franz Grüter auf Anfrage. Der Parteipräsident zeigte sich erfreut über das Abschneiden von Paul Winiker. Die Ausgangslage sei noch nie so gut gewesen, dass die SVP wieder Einzug in die Regierung halten könnte. Grüter erwartet nun von den beiden bürgerlichen Parteien CVP und FDP ein klares Bekenntnis zum SVP-Kandidaten.

Peter Schilliger: «Paul Winiker steht uns näher als Felicitas Zopfi»

Im Hinblick auf den zweiten Wahlgang für den Regierungsrat liess FDP-Parteipräsident Peter Schilliger durchblicken, dass er eine rein bürgerliche Regierung favorisieren würde. Angesichts der Ausgangslage werde letztlich entweder die SVP oder die SP in der Opposition enden, sagte Schilliger. Dabei stehe der FDP der SVP-Kandidat Paul Winiker klar näher als SP-Kandidatin Felicitas Zopfi. Ob die FDP für den zweiten Wahlgang eine entsprechende Empfehlung abgebe, müssten die Delegierten an ihrer Versammlung vom Mittwoch, 1. April, entscheiden.

sda/zim

Das Triumphirat des Wahlsonntags: Reto Wyss (CVP), Guido Graf (CVP) und Robert Küng (FDP, von links). (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
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Sie lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Regierungsratskandidat Paul Winiker (Mitte) und Finanzdirektor Marcel Schwerzmann. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Robert Küng wird im ersten Wahlgang mit den zweitmeisten Stimmen wiedergewählt. (Bild: Neue LZ / Ramona Geiger)
Erste Gratulation zur Wiederwahl. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Der wiedergewählte Regierungsrat Guido Graf. Er erzielte mit 61'451 Stimmen das beste Resultat aller Kandidaten. (Bild: Neue LZ / Ramona Geiger)
Die drei wiedergewählten Regierungsräte (v.l.n.r.) Reto Wyss (CVP), Guido Graf (CVP), Robert Küng (FDP). (Bild: Neue LZ / Ramona Geiger)
Marcel Schwerzmann (parteilos) ist im ersten Wahlgang nicht wiedergewählt worden. Ihm fehlten knapp 6000 Stimmen. (Bild: Neue LZ / Ramona Geiger)
Marcel Schwerzmann betrachtet Informationen auf dem Smartphone. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
Paul Winiker erhält (oder spendet?) Trost nach dem erfolglosen ersten Wahlgang. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Felicitas Zopfi wurde im ersten Wahlgang nicht in den Regierungsrat gewählt. (Bild: Neue LZ / Ramona Geiger)
Felicitas Zopfi mit angeregten Gesprächspartnerinnen. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
Trotzdem – oder erst recht: Blumen für Felicitas Zopfi. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Michael Töngi wurde ebenfalls im ersten Wahlgang nicht in den Regierungsrat gewählt. Töngi erzielte 20'241 Stimmen. (Bild: Neue LZ / Ramona Geiger)
Gelassenheit trotz Nichtwahl: Michael Töngi, hier im Gespräch mit seinem Lebenspartner Thomas Schlepfer (links) und dessen Tante Yvonne Zwicker. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Lachende Krienser CVP-Frauen: die neuen Kantonräte Christine Kaufmann-Wolf (links) und Kandidatin Anita Burkhardt. (Bild: Corinne Glanzmann/ Neue LZ)
Irina Studhalter verfolgt auf dem Bildschirm die Resultate. Studhalter erzielte 11'808 Stimmen. (Bild: Neue LZ / Ramona Geiger)
Regierungsratskandidatin Irina Studhalter im Kreis iher Familie (von links): Silvia Huber, Irina, Christof und Jona Studhalter. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
Die Familie Studhalter im Banne des Resultate-Beamers. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
Die amtierenden Regierungsmitglieder im Anmarsch. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Interessiert werden die neusten Wahlergebnisse auf den zwei öffentlichen Computern verfolgt. (Bild: Neue LZ / Ramona Geiger)
Die räumlichen Verhältnisse im Lichthof des Regierungsgebäudes sind etwas beschränkt. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Den Kantonsratssaal haben Medienleute in Beschlag genommen. (Bild: Neue LZ / Ramona Geiger)
Ein Radiomoderator bereitet seine Berichterstattung im Kantonsratssaal des Regierungsgebäudes vor. (Bild: Neue LZ / Ramona Geiger)
Interessiert beobachten die beiden Männer das Geschehen im Lichthof. (Bild: Neue LZ / Ramona Geiger)
Die Anwesenden verfolgen im Lichthof die Resultate auf einer Leinwand. (Bild: Neue LZ / Ramona Geiger)
Immer mehr Menschen strömen in den Lichtof des Regierungsgebäudes. (Bild: Neue LZ / Ramona Geiger)
Vorbildlich: Jemand von den jungen Grünen fuhr gleich mit dem Fahrrad vor. (Bild: Neue LZ / Ramona Geiger)
Politiker mischen sich unter die Zuschauer und Medien im Regierungsgebäude. (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Was läuft? Auf den Mobilgeräten verfolgen Interessierte die neusten Trendmeldungen. (Bild: Neue LZ / Ramona Geiger)
Regierungsrätin Yvonne Schärli ist dieses Jahr nicht mehr als Kandidatin angetreten. (Bild: Neue LZ / Ramona Geiger)
Politiker verfolgen die Wahlresultate. (Bild: Neue LZ / Ramona Geiger)
Resultate werden verfolgt. auf dem Handy … (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
… oder an den Bildschirmen. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
Betrachtungen … (Bild: Neue LZ / Ramona Geiger)
… Diskussionen und Interpretationen, … (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
… Informationen. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
Die Blicke vieler Anwesenden richten sich nach oben, zum Bildschirm mit den aktuellen Zwischenresultaten. (Bild: Corinne Glanzmann/ Neue LZ)
Die Blicke vieler Anwesenden richten sich nach oben, zum Bildschirm mit den aktuellen Zwischenresultaten. (Bild: Corinne Glanzmann/ Neue LZ)
Die Blicke vieler Anwesenden richten sich nach oben, zum Bildschirm mit den aktuellen Zwischenresultaten. (Bild: Corinne Glanzmann/ Neue LZ)
Die Kulisse des Tele 1 steht. (Bild: Neue LZ / Ramona Geiger)
Parteipräsidenten nehmen in Tele1-Aufnahmenische Stellung (von links): Pirmin Jung (CVP), Daniel Gähwiler (SP) und Franz Grüter (SVP) (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Fernsehtermin bei Tele1: Peter Schilliger (FDP), Katharina Meile (Grüne) und Laura Kopp (GLP). (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Blick in den Lichthof des Regierungsgebäudes. (Bild: Neue LZ / Ramona Geiger)
Draussen vor der Tür geben die drei wiedergewählten Regierungsräte ihre ersten Interviews. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Das Triumphirat des Wahlsonntags: Reto Wyss (CVP), Guido Graf (CVP) und Robert Küng (FDP, von links). (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)


Reaktionen und Analysen lesen Sie am 30. März in der Neuen LZ.