Kanton Luzern: Büroarbeit statt Verbrecherjagd

Die Zahl der Untersuchungshäftlinge ist im letzten Jahr rapide zurückgegangen. Auch, weil die Justiz viel mehr Büroarbeit aufgebürdet bekommen hat.

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Im Vergleich zum Vorjahr gab es 2011 knapp 200 Untersuchungshäftlinge weniger. (Symbolbild / Neue LZ)

Im Vergleich zum Vorjahr gab es 2011 knapp 200 Untersuchungshäftlinge weniger. (Symbolbild / Neue LZ)

2011 sassen 298 Personen in Untersuchungshaft. 2010 waren es noch 489 Personen gewesen, ähnlich viele wie in den Vorjahren. Gibt es im Kanton Luzern plötzlich weniger Kriminelle, oder packt sie die Justiz einfach weniger streng an? Schuld sei vor allem die neue Strafprozessordnung, die im letzten Jahr in Kraft getreten sei, sagt Oberstaatsanwalt Daniel Burri. Früher entschied der Amtsstatthalter darüber, ob jemand in U-Haft versetzt wurde. Ab 2011 muss die Staatsanwaltschaft die U-Haft innert 48 Stunden beim neu geschaffenen Zwangsmassnahmengericht beantragen. Die Folge: Die ersten 48 Haftstunden werden in der Statistik nicht mehr als U-Haft aufgeführt. Das betrifft jährlich rund 100 Fälle – bleibt aber immer noch eine Differenz von rund 100 Fällen zum Vorjahr.

Mehr Aufwand für Administration

Vincenz Blaser, Sekretär des Justiz- und Sicherheitsdepartementes, erklärt dies folgendermassen: «Mit der neuen Strafprozessordnung wurde auch weniger oft Untersuchungshaft angeordnet – unter anderem, weil die Polizei mit dem neuen Verfahren mehr Aufwand hat. Es gab mehr Pendenzen, und man brauchte pro Fall mehr Zeit für die Administration.» Auch Oberstaatsanwalt Daniel Burri betont, dass der Mehraufwand der neuen Strafprozessordnung die gesamte Strafverfolgungsbehörde stärker absorbiert habe. Die Untersuchung der Fälle sei aufwendiger und zeitintensiver geworden.

Luzia Mattmann

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