Kanton Luzern
SP, CVP, GLP und eine Petition mit über 1400 Unterschriften fordern vom Regierungsrat eine Abkehr vom Schullagerverbot

Der Luzerner Regierungsrat hat entschieden, dass in den kommenden Monaten wegen der Coronapandemie keine Schul- und Klassenlager stattfinden sollen. SP und CVP fordern in Vorstössen Korrekturen, auch eine Petition ist am Laufen. Auch die GLP fordert einen Widerruf.

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Viele Schulklassen auf Schulreise im Bahnhof Luzern.

Viele Schulklassen auf Schulreise im Bahnhof Luzern.

Bild: Philipp Philipp Schmidli

(pw/rem) Ende März beschloss der Kanton Luzern, dass in diesem Schuljahr keine Klassen- und Schullager durchgeführt werden dürfen. Das hat nun die CVP und die SP auf den Plan gerufen. Die CVP hat unter Federführung von Kantonsrätin Priska Häfliger-Kunz eine dringliche Anfrage eingereicht.

Geht es nach den Unterzeichnenden, lässt der Entscheid einige Fragen offen. So beispielsweise:

  • Ist der Entscheid für die Luzerner Schulen rechtlich verpflichtend oder handelt es sich um eine Empfehlung?
  • Ist der Entscheid abschliessend? Oder ist es vorstellbar und möglich, dass der Kanton aufgrund der epidemiologischen Lage (bzw. Entscheide des Bundesrats) auf diesen Entscheid zurückkommt?
  • Warum wurde der Entscheid bereits jetzt gefällt? Wäre es nicht sinnvoller, die epidemiologische Entwicklung und die weiteren Entscheide des Bundesrats abzuwarten?

Auch für die SP ist der Entscheid, die Klassenlager abzusagen, «zu undifferenziert». Er komme zu früh, wie die Partei am Ostermontag mitteilt. Die Regierung habe es einmal mehr verpasst, sich mit den anderen Zentralschweizer Kantonen zu koordinieren. Mit systematischen Tests stünden an Schulen nebst den bestehenden Schutzkonzepten effektive Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus zu Verfügung. Auch hier verpasst es die Regierung, die neuen Möglichkeiten für die Jugendlichen gewinnbringend auszuschöpfen. Aus diesen Überlegungen fordert die SP den Regierungsrat auf, zusammen mit den anderen Zentralschweizer Kantonen eine gemeinsame Lösung zu finden und nach Beobachtung der Entwicklung von Ansteckungen und Krankheitsverläufen in den kommenden zwei Wochen die Klassenlager der 3. Sek.-Klasse mit bewährten Schutzkonzepten und systematischen Tests nach Möglichkeit zu bewilligen.

Die GLP fordert von der Regierung, ihren Entscheid zu widerrufen. «Sein Entscheid ist zwingend mit den Nachbarkantonen zu koordinieren», heisst es in einer Mitteilung von gestern.

Petition lanciert

Gegen den Entscheid des Regierungsrat wird auch auf Youtube protestiert. In einem vom Luzerner Oberstufenlehrer Daniel Blättler veröffentlichten Video, weibelt zudem der ehemalige Präsident der CVP Luzern, Pirmin Jung, für eine Aufhebung des Regierungsratsentscheids.

Weil Daniel Blättler seitens Kanton bisher keine Antwort erhalten hat, hat er zusammen mit Helfen an einem Tag sämtliche Gemeinden im ganzen Kanton Luzern angefahren und Flyer verteilt, wie er mitteilt. Zudem wird in einer Petition, die bereits von 1400 Personen unterschrieben wurde, die Luzerner Regierung aufgefordert, auf den Entscheid zurückzukommen.