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KANTON LUZERN: Das Jagdgesetz geht in die nächste Runde

Rund 150 Stellungnahmen gingen zum Entwurf des neuen Jagdgesetzes ein. Es wird weiterhin um die Verteilung der Einnahmen aus dem Jagdpachtzins gefeilscht. Im Oktober kommt die Vorlage vors Parlament.
Urs-Ueli Schorno
Da Wildtiere wie der Biber im Kanton Luzern wieder vermehrt vorkommen, braucht es ein neues Jagdgesetz. (Bild: Getty)

Da Wildtiere wie der Biber im Kanton Luzern wieder vermehrt vorkommen, braucht es ein neues Jagdgesetz. (Bild: Getty)

Urs-Ueli Schorno

ursueli.schorno@luzernerzeitung.ch

Der Regierungsrat legt dem Luzerner Kantonsrat ein revidiertes Jagdgesetz vor. Es soll den künftigen Herausforderungen des Wildtiermanagements gerecht werden, sprich, den Umgang mit neuen oder wiedererstarkten Arten wie Luchs, Wolf, Hirsch oder Biber regeln. Am Mittwoch präsentierte Regierungsrat Robert Küng (FDP), Vorsteher des Bau-, Umwelt und Wirtschaftsdepartementes, den Fahrplan für das Gesetz, das vom Kantonsrat voraussichtlich in der Oktobersession in erster Lesung beraten wird. Per 1. April 2018 soll das revidierte kantonale Jagdgesetz in Kraft treten.

Die Vernehmlassung habe einmal mehr gezeigt, «dass die Jagd ein emotionales Thema ist», sagte Robert Küng einleitend. Rund 150 Stellungnahmen zur Vorlage sind eingegangen – Jäger, Tierschützer, Waldeigentümer, Parteien oder Gemeinden, viele Anspruchsgruppen wollen ihre Interessen darin vertreten sehen. «Insgesamt wurde das revidierte Gesetz gut aufgenommen und positiv gewürdigt», so Küng. Er betonte auch: «Die Jagd im Kanton Luzern funktioniert.» Motto des Gesetzesentwurfs sei deshalb, «Bewährtes mitzunehmen», etwa die Revierjagd. Um die 122 Gebiete in Luzern für die neuen Herausforderungen fit zu machen, sind aber Anpassungen im Bereich der revierübergreifenden Bejagungen nötig. Der Kanton soll die Koordination übernehmen, ohne den freiheitlichen Charakter des Jagdgesetzes zu sehr einzuschränken, führte Peter Ulmann, Abteilungsleiter Natur, Jagd und Fischerei aus. Neben dieser Grundausrichtung sind auch die folgenden Änderungen wohl mehrheitsfähig:

  • Der Verzicht auf Versteigerungen:In der Vergangenheit hatten die Vergaben der Jagdreviere regelmässig für Diskussionen gesorgt, etwa, wenn sich Jagdgesellschaften gegenseitig überboten. Die Kriterien für die Pachtvergabe sollen neu eindeutig im Gesetz festgelegt werden.
  • Wechsel der Rechtsform: Neu müssen alle Jagdgesellschaften als Verein organisiert sein. So sollen Härtefälle vermieden werden, in denen einzelne Jäger «mit Haus und Hof» haftbar sind. Zum Beispiel bei Wildschäden.
  • Die Fütterung von Wildtieren soll bewilligungspflichtig werden. Dies, um zu vermeiden, dass die Jagdplanung hinterlaufen werde. Das passiere heute etwa mit dem Verabreichen von Kraftfutter oder Fütterung in Gebieten, die schon problematische Wildbestände aufweisen. «Mit der Enkelin die Enten zu füttern, braucht aber weiterhin keine Bewilligung», ergänzte Ulmann.
  • Schliesslich sollen die Gemeinden in ihren Aufgaben entlastet werden. Einerseits wird, wie bereits erwähnt, die Pachtvergabe mit dem Verzicht auf die Versteigerungen vereinfacht. Weiter soll eine Revierkommission neu mehrere Reviere vertreten können, was die Kommunikation und Koordination der kommunalen Behörden mit den Jägern stark vereinfacht.

Es bleiben aber einige Widerstände: etwa im Bereich der Teilung der Kosten bei Wildschäden zwischen dem Kanton und den Jagdgesellschaften. Oder bei Partikularinteressen, etwa wenn Waldbesitzer die Jagdgesellschaften mit Pachtentzug be- strafen wollen, falls sie Abschussziele über mehrere Jahre nicht erreichen.

Artenschutz treibt den Aufwand in die Höhe

Grösster Zankapfel bleibt aber wohl die Verteilung der Einnahmen aus dem Jagdpachtzins. Die Gemeinden hatten schon im Vorfeld Widerstand angekündigt. Dabei geht es um rund 750000 Franken, die bisher zu zwei Dritteln den Gemeinden ausgeschüttet wurden, zu einem Drittel dem Kanton. Neu soll dieses Verhältnis zu Gunsten des Kantons gedreht werden. «Die Aufgaben im Umgang mit den geschützten Arten wie Luchs, Wolf oder Biber werden sich vervielfachen», mahnte Robert Küng. Deshalb bestehe man seitens des Kantons auf dem neuen Verteilschlüssel. Ob Küng sich mit dieser Forderung durchsetzen kann, wird sich im Kantonsrat zeigen.

Der Regierungsrat hatte hinsichtlich der steigenden Kosten im Umgang mit geschützten Arten schon mehrfach darauf hingewiesen, dass er stärkere Unterstützung vom Bund erwartet. Das Jagdgesetz des Bundes wird zurzeit revidiert. «Leider wurden die Kantone in die Erarbeitung der Vorlage nicht mit einbezogen», äusserte sich der Regierungsrat im Zuge des Vernehmlassungsverfahrens kritisch.

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