Kanton Luzern dehnt Finanzierung der Soforthilfe in Frauenhäusern aus

Wenn Frauen und ihre Kinder in einem Frauenhaus vor häuslicher Gewalt Schutz suchen, zahlt der Kanton Luzern künftig während längerer Zeit Soforthilfe. Das Kostet ihn jährlich 80'000 Franken mehr.

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Durchschnittlich dauert ein Aufenthalt im Frauenhaus Luzern 30 Tage.

Durchschnittlich dauert ein Aufenthalt im Frauenhaus Luzern 30 Tage.

Symbolbild: Michel Canonica

(rem) Jährlich wenden sich gut 500 Opfer von häuslicher Gewalt neu an die Opferberatungsstelle des Kantons Luzern. Im laufenden Jahr benötigten rund 60 Frauen mit ihren Kindern Schutz in einem Frauenhaus. Die ersten Tage des Aufenthalts werden über die Opferhilfe finanziert.

Wenn Frauen und ihre Kinder in einem Frauenhaus vor häuslicher Gewalt geschützt werden müssen, erlaubt die Soforthilfe ein rasches Handeln. Diese Finanzierung ist im Kanton Luzern auf maximal 21 Tage beschränkt. Diese Beschränkung führt jährlich in gut zehn Fällen dazu, dass die Wohnsitzgemeinde die weiteren Aufenthaltstage über die wirtschaftliche Sozialhilfe finanzieren muss oder die Frauen in die gewaltgeprägte Situation zurückkehren müssen. «Die nachhaltige Stabilisierung der Opfer und der Schutz vor weiterer Gewalt sind unter den aktuellen Bedingungen nicht immer gewährleistet», lässt sich Regierungsrat Guido Graf in einer Mitteilung zitieren.

Der Kanton Luzern setzt auf das kommende Jahr die Empfehlung der Konferenz der kantonalen Sozialdirektoren um und dehnt die Finanzierung der Soforthilfe auf maximal 35 Tage aus. Diese Massnahme ermögliche eine bessere Stabilisierung und nachhaltigere Erholung der Opfer. Sie entlaste die Frauenhäuser und Gemeinden von administrativem Aufwand, so die Staatskanzlei. Der finanzielle Mehraufwand für den Kanton wird mindestens 80'000 Franken betragen. Durchschnittlich dauert ein Aufenthalt im Frauenhaus Luzern 30 Tage.

Hinweis: Weitere Infos: www.frauenhaus-luzern.ch