KANTON LUZERN: Die Kirche kämpft gegen den Tauftourismus

Auswärts taufen lassen, zum Beispiel auf einer Alp oder in einer kleinen Kapelle. Das wollen immer mehr Eltern. Nicht aber die Kirche.

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(Symbolbild Peter Fischli/Neue LZ)

(Symbolbild Peter Fischli/Neue LZ)

Heiraten in der Kapelle boomt. «Und immer mehr Eltern wollen auch ihr Kind in einer Kapelle taufen lassen», weiss Hans Zünd vom katholischen Bistum Basel. «Man kann schon fast von einem Tauftourismus reden.»

Denn viele Eltern bevorzugten es heute, das Kind an einem idyllischen Ort möglichst im familiären Kreise zu taufen statt in der Kirche ihres Wohnortes während des Hauptgottesdiensts am Sonntag. Das passt der katholischen Kirche gar nicht. «Gemäss Kirchenrecht hat die Taufe in der Ortskirche stattzufinden, in der der Getaufte wohnt», sagt Hans Zünd.

Taufen ist die Aufnahme in einen Verein
Der Megger Pfarrer Hanspeter Wasmer muss jährlich eine Handvoll Eltern enttäuschen, die ihr Kind gerne auf Schloss Meggenhorn taufen möchten. Stets begründet er es mit dem Kirchenrecht. «Mit der Taufe wird ein neues Mitglied in die Pfarreigemeinschaft aufgenommen. Da macht es sogar Sinn, dass die Taufe während des Hauptgottesdiensts am Sonntag in der Pfarrkirche stattfindet. Dann sind nämlich auch die Pfarreimitglieder vertreten», sagt Wasmer. Das sei quasi vergleichbar mit der Aufnahme eines neues Mitgliedes in einen Verein. «Dort sind meistens auch alle Vereinsmitglieder anwesend.»

Ganz anders sei das bei Hochzeiten: «Das ist ein persönliches Versprechen der beiden Partner. Dieses Gelöbnis kann unter Ausschluss der Pfarrgemeinde stattfinden.»

Simone Hinnen

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Luzerner Zeitung.