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KANTON LUZERN: Die Sauerbrut setzt den Bienen noch immer zu

In den letzten fünf Jahren sind die Fälle von Tierseuchen im Kanton Luzern zurückgegangen. Doch ein altes Problem ist noch nicht gelöst.
Bienen haben sich an einem Blumentopf niedergelassen. (Bild: Stefan Kaiser)

Bienen haben sich an einem Blumentopf niedergelassen. (Bild: Stefan Kaiser)

Der Bund hat vor kurzem die neuste Tierseuchenstatistik publiziert. Darin wird pro Kanton erfasst, welche Fälle von Tierseuchen im vergangenen Jahr aufgetreten sind.

Kantonstierarzt Otto Ineichen unterstreicht auf Anfrage, dass die Schweiz «anerkannt frei von hochansteckenden Tierseuchen ist». Und er ergänzt: «Die zu bekämpfenden Tierseuchen bewegen sich im Kanton Luzern auf konstant tiefem Niveau.» Dies entspreche genau den Zielen der Tiergesundheitsstrategie der Schweiz.

Sauerbrut bei den Bienen: Fallzahl halbiert

Bei den zu bekämpfenden Tierseuchen fällt im Kanton Luzern vor allem eine auf: die Sauerbrut. 32 Bienenvölker waren im vergangenen Jahr von dieser heimtückischen bakteriellen Brutkrankheit befallen. Das Problem ist freilich nicht neu: Nach 1999 war in der Schweiz eine starke Zunahme der Sauerbrut zu verzeichnen, wie es in einem Bericht des Schweizerischen Zentrums für Bienenforschung heisst. Bei der Sauerbrut werden Bienen­larven infiziert. Völker können durch den Erreger stark geschwächt werden oder gar eingehen. Kantonstierarzt Otto Ineichen betont allerdings: «Die Fälle im Kanton Luzern haben sich gegenüber den letzten vier bis fünf Jahren halbiert.»

Tritt ein Fall von Sauerbrut auf, sind die Massnahmen laut Ineichen in der Tierseuchen­verordnung vorgegeben. «Diese sind offensichtlich wirksam», sagt er. Zu den Massnahmen gehören etwa die Vernichtung erkrankter Bienenvölker, das Reinigen der Bienenstände oder das Desinfizieren. Zudem würden Sperrgebiete eingerichtet und kontrolliert.

Den Imkern rät der Kantonstierarzt, den Gesundheitszustand der Bienenvölker regelmässig zu kontrollieren. «Gibt es einen Krankheitsverdacht, soll der Imker diesen sofort melden und keine Bienenvölker und Gerätschaften verstellen, bis der zuständige Bieneninspektor vor Ort kommt.»

Seuchenfälle werden auf Webseite publiziert

Lukas Erni, beim Verband der Luzerner Imkervereine für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, sagt zur Fallzahl bei der Sauerbrut: «Im Vergleich zu den Vorjahren ist die Zahl nicht sehr hoch.» Dennoch sei das Jahr 2016 für die Imker kein einfaches gewesen. Die Sauerbrut sei ein reales, wenn auch weniger akutes Problem, führt er aus. Vor viel grössere Probleme würden die Imker durch die Varroa-Milbe gestellt. Diese sitzen in den Brutzellen der Bienen und ernähren sich von deren Blut. «Die Milben breiten sich in fast jedem Bienenvolk aus», erklärt Erni. Eine mögliche Folge ist, dass ein Bienenvolk eingeht. Die VarroaMilbe ist hauptsächlich für das Bienensterben verantwortlich. Doch auch gegen die Sauerbrut ist der Verband aktiv. Um die Ausbreitung zu verhindern, publiziert der Verband gemeinsam mit dem Veterinärdienst die aktuellen Seuchenfälle mit dem Sperrgebiet. Diese sind online einsehbar ( www.luzerner-imker.ch/imker/brutkrankheiten ). Derzeit sind drei Seuchenfälle aufgelistet – zwischen Hasle und Entlebuch, im Gebiet zwischen Littau und Emmen und in Ermensee.

Obwohl die Fallzahl bei der Sauerbrut im schweizweiten Vergleich gross ist, sagt Otto Ineichen zum Vergleich der Fall­zahlen im Allgemeinen: «Diese dürfen nur in Relation zu den Tierpopulationen gewertet werden.» Dazu würden aber keine Daten vorliegen. «Allgemein kann man sagen, dass wir im Kanton Luzern im schweizweiten Vergleich keine Ausreisser gegen unten oder oben haben.»

25 Fälle gab es im vergangenen Jahr im Kanton Luzern auch bei der Coxiellose. Es handelt sich dabei um eine Infektionskrankheit, die bei Wiederkäuern Aborte auslösen kann. Die Infektionskrankheit verläuft meist ohne Symptome. Eine Erklärung für die Zunahme hat Ineichen nicht: «Da bei der Coxiellose nur eine Meldepflicht besteht und keine seuchenpolizeilichen Massnahmen vorgesehen sind, entziehen sich die Gründe unserer Kenntnis.»

Mehr Fälle bei der Salmonellose

Eine weitere Tierseuche – die Salmonellose – wird durch Bakterien ausgelöst. Kälber sind bei den Rindern am anfälligsten dafür. Bei Schweinen wie auch bei Pferden kann die Krankheit zu einem Abort führen. Bei Hühnern kann die Legeleistung zurückgehen, seltener führt sie dazu, dass die Tiere sterben. 2016 gab es zwar mehr Fälle als im Vorjahr, doch Ineichen beschwichtigt: «Die Veränderung gegenüber den Vorjahren war nicht signifikant. Die Fallzahlen bewegen sich im normalen Rahmen.»

Roseline Troxler

roseline.troxler@luzernerzeitung.ch

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