KANTON LUZERN: Diese Gedanken begleiten Kinder zum Schulstart

Für Tausende Luzerner Kinder und Jugendliche begann gestern das neue Schuljahr. Wir besuchten zwei Schulen und befragten die Schüler zu ihren Gedanken rund um die Schule. Unsere Fotgrafen richteten ihre Linsen dabei auf die «Znüni-Täschli».

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Für Tausende Kinder und Jugendliche begann am Montag das neue Schuljahr. (Bild: Philipp Schmidli (Archiv))

Für Tausende Kinder und Jugendliche begann am Montag das neue Schuljahr. (Bild: Philipp Schmidli (Archiv))

Maximilian Huber (6): «Ich habe ein Hufeisen als Glücksbringer dabei. Mein Grossvater hat es mir geschenkt.» (Bild: Dominik Wunderli (Neue LZ))
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Malou Meier (7): «Ich war schon ein wenig nervös, weil ich alles noch nicht so kenne.» (Bild: Dominik Wunderli (Neue LZ))
Carl Hess (6): «Mir gefällt das Schulzimmer und mein Platz.» (Bild: Dominik Wunderli (Neue LZ))
Maurine auf der Mauer (8): «Ich freue mich daruaf, dass wir jetzt Noten haben und auf die neue Lehrerin.» (Bild: Dominik Wunderli (Neue LZ))
Dion Taschi (8): «Ich bin froh, dass die Schule wieder anfängt, weil ich wieder neue Dinge lernen kann.» (Bild: Dominik Wunderli (Neue LZ))
Meret Scherrer (8): «Einmal haben wir im Fach Mensch und Umwelt gelernt, was man alles aus Milch machen kann. Das fand ich spannend.» (Bild: Dominik Wunderli (Neue LZ))
Matteo Büttiker: «Ich freue mich bereits jetzt auf die Oberstufe, vor allem wegen der neuen Fächer, besonders Chemie und Physik.» (Bild: Dominik Wunderli (Neue LZ))
Tiziana Simonutti (11): «Ich freue mich schon auf die Oberstufe, aber der Maihof ist cool. Vor allem der Spielplatz, auf dem es immer wieder neue Spielsachen gibt.» (Bild: Dominik Wunderli (Neue LZ))
Pino Wyss (11): «Ich freue mich auf die Oberstufe, weil ich da neue Freunde finden kann und es ein neues Schulhaus mit neuen Lehrern sein wird. Das wird sicher speziell, aber das mag ich.» (Bild: Dominik Wunderli (Neue LZ))
Eveline Burkard (6): «Ich freue mich, dass ich bald rechnen kann.» (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
Mattia Stadelmann (6): «Ich war ziemlich aufgeregt und habe nicht gut geschlafen.» (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
Sämi Mahler (6): «Mein Ziel ist es, dass ich Ende Jahr gut rechnen, schreiben und lesen kann.» (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
Silvan Aregger (8): «Schade, dass die Ferien vorbei sind.» (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
Alyssa Zürcher (8): «Ich habe mich gefreut, wieder in die Schule zu gehen.» (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
Michelle Künzli (8): «Ich bin Schulgotti, und das ist eine schöne Aufgabe.» (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
Thalia Kropf (13): «Ich finde es cool, dass wir einen neuen Lehrer haben.» (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
Tina Lustenberger (11): «Am Vormittag etwas Gesundes, am Nachmittag etwas Süsses.» (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
Sarina Moro (11): «Nach der Primarschule und der Oberstufe möchte ich Landwirtin werden.» (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))

Maximilian Huber (6): «Ich habe ein Hufeisen als Glücksbringer dabei. Mein Grossvater hat es mir geschenkt.» (Bild: Dominik Wunderli (Neue LZ))

Monika van de Giessen und Manuela Liem

In Hergiswil bei Willisau beginnt das neue Schuljahr traditionsgemäss mit einem Gottesdienst in der katholischen Pfarrkirche. Für die 18 Erstklässler von Silvia Welti im Schulhaus Steinacher ist einiges neu und ungewohnt. Während ein Erstklässler munter ein Liedchen vor sich herpfeift, rutschen andere unruhig auf ihren Stühlen herum oder winken ihren Eltern zu. Die meisten aber hören ihrer Lehrerin aufmerksam zu.

Mattia Stadelmann (6), der Mickymaus-Fan, findet es cool, dass er schon bald die «Mickymaus»-Heftli selber lesen kann. Sämi Mahler (6), der den Kindergarten in Geiss besucht hat und jetzt in Hergiswil wohnt, kennt seine «Gschpänli» noch nicht alle. Nur jene, die «det im Hoger obe wohned», sagt Sämi und zeigt dabei auf einen Hügel oberhalb von Hergiswil. «Ich weiss noch nicht, was ich als Znüni dabeihabe. Meine Mutter macht immer so ein Geheimnis daraus», sagts, und kramt aus einem Plastiksack gedörrte Apfelschnitze hervor. Einen Stock höher, bei Klassenlehrerin Carmen Zihlmann, besuchen 11 Schüler die dritte Klasse.

Während Silvan Aregger (8) es schade findet, dass die Ferien vorbei sind, freut er sich wie die meisten in seiner Klasse auf den Englischunterricht. Alyssa Zürcher (8) und Michelle Künzli (8) gehen gerne zur Schule, wobei Michelle einen speziellen Job gefasst hat. Sie ist Schulgotti, das heisst, dass sie auf dem Schulhof auf einen Kindergärtler aufpassen darf. Für Heinz Koller, den Klassenlehrer der 12 Sechstklässler, ist alles neu: das Schulzimmer, die Schüler und die Lehrerkollegen. Thalia Kropf (13), Tina Lustenberger (11) und Sarina Moro (11) finden es jedenfalls cool, einen neuen Lehrer zu haben.

Mutig die Schule beginnen

Einige Erstklässler des Maihof-Schulhauses in Luzern werden an ihrem ersten Schultag nicht nur von ihren Eltern, sondern auch von Vertretern des Kantons begleitet. Die Erstklässler lernen bereits ganz am Anfang ihrer Schulkarriere den Bildungs- und Kulturdirektor Reto Wyss kennen. Begleitet wird er von Charles Vincent, Dienststellenleiter Volksschulbildung, und Ursula Stämmer, Bildungsdirektorin der Stadt Luzern.

Nachdem sich die Schüler mit den vielen Besuchern schlussendlich alle im Schulzimmer eingefunden haben, läutet Klassenlehrerin Gianna Mina eine kleine Glocke. Die Schüler scheinen das Signal zu verstehen – es wird ganz still im Raum.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde der Regierungsvertreter startet Mina das Schuljahr unter dem Motto Mut. Als sie fragt, ob jemand für den ersten Schultag Mut brauchte, strecken einige auf. Und sie fragt auch, wofür sie sonst schon Mut brauchten. «Um vom 3-Meter-Brett zu springen», lautet eine Antwort. Mut brauchen auch die Protagonisten der Geschichte, die Mina vorliest. Eine Maus, ein Frosch, eine Schnecke und ein Spatz machen je eine individuelle Mutprobe. Am Schluss sind sich alle einig, dass der Spatz der Mutigste ist. Seine Tat: Er gibt zu, dass er bei diesem Wettkampf nicht mitmachen will. Die Moral dieser ersten Schullektion wird den Schülern hoffentlich in Erinnerung bleiben: Es kann auch mutig sein, nicht mutig zu sein.