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KANTON LUZERN: Drohen Heime zur Hypothek zu werden?

Private Investoren bauen Alterswohnungen und locken Bewohner aus der ganzen Schweiz an. Für die Gemeinden kann das teuer werden.
Christian Hodel
Walter Gerber wohnt auf der Pflegeabteilung im neuen Zentrum Pilatusblick in Ebikon. Hier berichtet er Pflegefachfrau Sibylle Kräuchi mit einem Atlas von früher. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Walter Gerber wohnt auf der Pflegeabteilung im neuen Zentrum Pilatusblick in Ebikon. Hier berichtet er Pflegefachfrau Sibylle Kräuchi mit einem Atlas von früher. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

In Ebikon hat die private Betreibergesellschaft Senevita am Donnerstag das Zentrum Pilatusblick eröffnet. Dessen künftige Bewohner stammen längst nicht alle aus der Gemeinde. Laut Geschäftsführer Daniel Moser gingen für die 68 Alterswohnungen Anmeldungen aus der ganzen Zentralschweiz ein. Interessenten habe es sogar aus Paris und Dänemark gegeben, bereits 20 Wohnungen sind reserviert. Klar ist: Wer in eine Alterswohnung zieht, verlegt auch seine Schriften nach Ebikon und wird Einwohner der Gemeinde. Diese muss dann allerdings auch zahlen, wenn die Person zum Pflegefall wird. Im Fall von Senevita wirbt die Firma auch explizit damit, dass die Senioren auch dann bleiben können, wenn sie pflegebedürftig werden. Droht der Bereich für Gemeinden also zum Klumpenrisiko zu werden, wenn sie für pflegebedürftige Senioren allzu attraktiv werden?

14'300 Franken für einen Pflegefall

Die Gemeinde Ebikon zahlte 2013 durchschnittlich 14 300 Franken pro Jahr für eine pflegebedürftige Person in gemeindeeigenem Heim. Wie gross die zusätzlichen Lasten durch zugezogene Senioren sein könnten, ist schwer abzuschätzen. Sozialvorsteher Andreas Michel: «Die Pflegekosten der zugezogenen Senioren können erst ermittelt werden, wenn sie dann wirklich Pflege benötigen.» Klar sei hingegen: «Je mehr Alterswohnungen und Pflegeplätze eine Gemeinde anbietet, umso eher wird man zum Zentrum für ältere Zuzüger.» In Ebikon sei dies aber nicht der Fall.

Zudem können in einer Gemeinde gar nicht beliebig Pflegeplätze geschaffen werden, da der Kanton mit einem Verteilschlüssel Grenzen setzt. Dennoch stellt sich die Frage: Werden nicht gerade jene Gemeinden bestraft, die sich für den Bau von Alterswohnungen aussprechen und Verantwortung in der Altersbetreuung übernehmen? Daniel Wicki, Leiter der Dienststelle Soziales und Arbeit des Kantons Luzern, sagt: «Wir befassen uns damit im Rahmen der laufenden Vorbereitungen für die Revision des Pflegefinanzierungsgesetzes.»

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