KANTON LUZERN: Droht 1000 Rindern die Schlachtung?

Eine Rinderseuche fordert drastische Massnahmen: Alle Rinder werden getestet, hunderte mussten bereits getötet werden. Viehschauen gibt es vorläufig keine mehr.

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Der Schlachtviehmarkt in Sursee im Januar 2007. Viehschauen sind im Kanton Luzern über Monate hinweg nicht mehr möglich. (Archivbild Mirjam Graf/Neue LZ)

Der Schlachtviehmarkt in Sursee im Januar 2007. Viehschauen sind im Kanton Luzern über Monate hinweg nicht mehr möglich. (Archivbild Mirjam Graf/Neue LZ)

Die gefährliche Rinderseuche BVD richtet in der Schweiz jährlich Schäden von etwa 10 Millionen Franken an. Deshalb wollen Bund und Zuchtverbände den Erreger ein für allemal ausrotten. Auch im Kanton Luzern läuft das Ausrottungsprogramm. Das hat jetzt Folgen auf die Viehzüchter. «Viehschauen dürfen von Oktober bis Dezember nur mit getesteten, virenfreien Tieren veranstaltet werden», sagt Josef Stirnimann, Luzerner Kantonstierarzt. «Da im Oktober die meisten Tiere noch nicht getestet sind, ist eine Viehschau im Kanton Luzern nicht sinnvoll.»

Die Zuchtverbände haben deshalb reagiert und die meisten Viehschauen vorverschoben, viele Schauen wurden gar abgesagt. So die Fleckviehzuchtschauen in Ruswil, Sursee und Dagmersellen. In Luthern, Willisau, Zell, Marbach und Escholzmatt wurden sie vorverschoben. Bei den Braunviehzüchtern finden in diesem Jahr in Kriens, Rothenburg, Malters, Horw und Emmen keine Schauen statt. Unter anderem wurde aber die Schau in Schwarzenberg sowie die Regioschau im Amt Entlebuch vorverschoben.

Erst 35'000 von 140'000 Tieren getestet
Die Züchter selbst haben dafür Verständnis: «Die Ausrottung des BVD-Virus ist wichtig», sagt Anton Wermelinger, Präsident des Luzerner Fleckviehzuchtverbands. Für den Züchter bedeute ein virenbefallenes Rind einen hohen finanziellen Schaden. Das Tier müsse dann zwangsgeschlachtet werden. Dies könne einen Ertragsausfall von bis zu 2000 Franken bedeuten – bei einer Zwangsschlachtung bekomme man lediglich 300 Franken.

Bis jetzt wurden laut dem Luzerner Kantonstierarzt 35'000 Tiere von insgesamt 140'000 getestet. Davon seien rund ein Prozent dauernde Virusausscheider. Diese Tiere werden geschlachtet oder eingeschläfert. Damit, so hoffen die Behörden, verschwinde das Virus aus der Rindviehpopulation. Bis Ende Jahr sollten noch weitere 105'000 Tiere getestet werden. Bis jetzt wurden im Kanton Luzern rund 450 Rinder geschlachtet.

In Zug dürfen bis Dezember noch drei Schauen stattfinden
Dass Luzern im Gegensatz zu den anderen Zentralschweizer Kantonen bis jetzt weniger Rinder getestet hat, hat folgenden Grund: «Wir haben weniger Rinder, die auf die Alp gehen. Diese mussten vorschriftsgemäss vor dem Gang auf die Alp getestet werden», sagt Stirnimann. In Uri, Schwyz, Ob- und Nidwalden wurden bereits 70'000 von 90'000 Tieren getestet.

Die verschärften Bedingungen für Viehschauen gelten ab Oktober in allen Zentralschweizer Kantonen. Im Kanton Zug finden dagegen unter anderem drei Schauen im Oktober und Dezember statt. Es sind dies die Jubiläumsausstellung Neuheim am 4. Oktober, die Kantonale Viehausstellung Ende November sowie die KB-Nachzuchtshow im Dezember. Diese Schauen dürften unter Auflagen durchgeführt werden. Im Kanton Zug wurden bereits 80 Prozent der Tiere getestet, sagt Werner Limacher, Kantonstierarzt in Zug.

Andreas Bättig

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Luzerner Zeitung.