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KANTON LUZERN: Elektromobilität nimmt auf dem Land nur langsam Fahrt auf

Gemeinden mit dem Label «Energiestadt» wollen ihre Nachhaltigkeit erhöhen. Der Verkehr gehört dabei zu den wichtigsten Bereichen – wird jedoch stiefmütterlich behandelt. Ausser in städtischen Gemeinden.
In Emmen kennt man Elektromobile zur Abfallsammlung schon länger. (Bild: PD)

In Emmen kennt man Elektromobile zur Abfallsammlung schon länger. (Bild: PD)

Seit Beginn dieses Jahres gilt in der Schweiz das totalrevidierte Energiegesetz – die sogenannte Energiestrategie 2050. Sie hat unter anderem zum Ziel, die Energieeffizienz zu steigern, dadurch den Energieverbrauch zu senken und gleichzeitig Luftschadstoff-Emissionen zu reduzieren. Ein wichtiger Bereich, den es dafür anzupacken gilt, ist die Mobilität. Der Bund schreibt vor, dass jede Gemeinde aufzeigen muss, wie sie die Ziele der Energiestrategie 2050 erreichen will. Jedoch gibt es keine konkreten Vorgaben, wie dieser Nachweis im Bereich Mobilität erbracht werden soll. Der Trägerverein des Labels Energiestadt hat deshalb eine Mobilitätsbuchhaltung für Gemeinden entwickelt.


Bisher ist die Anzahl gemeindeeigener Fahrzeuge der einzige numerische Bezug, bei dem die Anschaffung von Elektromobilen standardmässig abgebildet wird. Zusätzlich können freiwillig CO2-Einsparungen durch eben diese Anschaffungen angegeben werden. Elektromotoren haben im Vergleich zu Verbrennungsmotoren einen sehr hohen Wirkungsgrad. Auch sind die Unterhaltskosten im Vergleich tiefer.

Luzern will elektrischen Kehrichtwagen mieten

Luzern, Emmen und Hochdorf tragen das Label Energiestadt und müssen sich dafür alle vier Jahre neu zertifizieren lassen. Dabei zeigen sie ihre nächsten Schritte hin zu einer umweltfreundlichen Kommune auf. Um die Entwicklung objektiv bewerten zu können, werden Zielerreichungsgrade definiert und mit Punkten bewertet. Durchschnittlich kommen Energiestädte in Sachen Mobilität auf eine Zielerreichung von rund 57 Prozent. Diejenigen mit Gold-Status erreichen durchschnittlich knapp unter 80 Prozent. Luzern ist eine Energiestadt Gold und im Bereich Mobilität schweizweit führend. Sie erreicht das Ziel hier über 90 Prozent. Dieser Wert wurde vornehmlich durch die Förderung des öffentlichen, sowie des Fuss- und Veloverkehrs erreicht. Im Vergleich dazu wird die Elektromobilität dezenter gefördert.

In Luzern gibt es aktuell dreizehn frei zugängliche Elektrotankstellen. Zwei stehen auf öffentlichem Grund. «Diese Infrastruktur wurde durchwegs von privaten Akteuren realisiert», merkt Peter Schmidli von der Umwelt- und Mobilitätsdirektion an und verweist auf eine Interpellationsantwort des Stadtrates, wonach die öffentliche Hand auch künftig keine aktive Rolle bei der Realisierung von Elektrotankstellen anstrebt. Zwischenzeitlich förderte die Stadt mit einmaligen Investitionsbeiträgen den Kauf von Elektroscootern. Das Programm wurde aber nach einigen Monaten auf Wunsch des Stadtparlaments beendet. Nichtsdestotrotz bleibt Elektromobilität ein aktuelles Thema. Demnächst will die Stadt mietweise einen elektrisch betriebenen Kehrichtwagen einsetzen, um dessen Alltagstauglichkeit zu testen.

Kurze Wege als Vorteil

In Emmen kennt man Elektromobile zur Abfallsammlung schon länger. Mit Modellen wie etwa dem VR3, produziert mit Unterstützung der ortsansässigen von Roll Casting, hat die Gemeinde gute Erfahrungen gemacht. «Von den Mitarbeitenden werden die Fahrzeuge akzeptiert und gerne genutzt», sagt Bernhard Kuhn, Leiter Departement Tiefbau und Werke. Der geringe Lärm und die fehlenden Abgasemissionen seien ein Pluspunkt. Gleichwohl wird der Elektromobilität kein besonderer Status eingeräumt. Die Gemeinde behält den Markt dennoch im Auge.

Dank ihrer Zentrumsnähe und kurzen Wege gelten Agglomerationen allgemein als ideale Einsatz-Region für E-Fahrzeuge. Ländliche Gemeinden dagegen sind bei der Förderung der Elektromobilität in der Regel zurückhaltender. Was wohl auch daran liegt, dass der motorisierte Individualverkehr dort besonders stark verankert ist.

Hochdorf beispielsweise hat keine Ortsbusse, was wesentlich dazu beiträgt, dass der Zielerreichungsgrad in Sachen Mobilität vergleichsweise tief ist. Aber auch hier wird Elektromobilität immer mehr zum Thema. Gemeinderat Roland Emmenegger: «Wenn die Gemeinde kommunale Elektrofahrzeuge anschafft, sind diese ausschliesslich mit erneuerbaren Energien zu speisen.»

Für den Trägerverein Energiestadt ist Elektromobilität ein Mittel zum Zweck. Gleichwohl spiele sie eine grosse Rolle, weil damit ein bedeutender Beitrag für emissionsfreien Verkehr geleistet werden kann. Obwohl sich einige Argumente für Elektromobilität finden, gibt es vielfältige Gründe, wieso sie nicht stärker gefördert wird. Die Aussagen der Gemeinden zeigen, dass sich die öffentliche Hand nicht für den Ausbau der Infrastruktur zuständig fühlt. Zudem besteht der Anspruch, dass der Strom für die E-Fahrzeuge möglichst umweltschonend produziert sein sollte. Darüber hinaus ist die Förderung der Elektromobilität mit Kosten verbunden. Gemeinden unter Spardruck können somit nur beschränkt investieren – selbst wenn sie gerne dazu beitragen würden, dass sich die Region in Sachen Mobilität grossflächig elektrisiert.

Elia Saeed
kanton@luzernerzeitung.ch

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