Kanton Luzern
Verschmutztes Trinkwasser: Auch in Pfaffnau kann nun endlich das Trinkwasser wie gewohnt konsumiert werden

Nahezu eine Woche haben zahlreiche Einwohnerinnen und Einwohner im Kanton Luzern auf sauberes Trinkwasser verzichten müssen. Im Raum Sempachersee und in Pfaffnau kann die Bevölkerung nun aufatmen.

Chiara Z'Graggen/stg
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«Trinke kein Hahnenwasser, das ist nicht gesund.» Dieser Satz ist wohl manch einem von Ferien im Ausland im Kopf. Häufig wurde er dann beim Zähneputzen in Budapest oder an der Algarve wieder vergessen, sodass ein erschrecktes Ausspucken erfolgte. So oder so ähnlich dürfte es einigen Luzernerinnen und Luzernern ergangen sein. Denn: Nach der Häufung von Magen-Darm-Erkrankungen im Kanton Luzern haben die Verantwortlichen eine Warnung wegen verschmutztem Leitungswasser herausgegeben.

Am Montag, 26. Juli 2021, hat der Wasserverbund Aquaregio, dem acht Gemeinden um den Sempachersee angehören, Entwarnung gegeben: Gemäss einer Mitteilung des Unternehmens kann das Leitungswasser wieder ohne Probleme getrunken werden. Die entnommenen Proben würden, mit einer aufgetretenen Ausnahme, alle Anforderungen erfüllen. Betroffen waren die Städte Sursee und Sempach sowie Hildisrieden, Beromünster inklusive Gunzwil, Schwarzenbach und Neudorf, Nottwil, Oberkirch, Schenkon sowie Eich.

Nun auch endlich Entwarnung für Pfaffnau

Im Nordwesten des Kantons muss nun nicht mehr das Wasser abgekocht werden:

«Das Trinkwasser von Pfaffnau ist ab sofort wieder von einwandfreier Qualität und kann somit bedenkenlos konsumiert werden»

, teilt die Gemeinde am Freitagnachmittag mit.

Starker Regen verstärkt das Risiko einer Trinkwasserverschmutzung

Die Abklärungen zur Ursache des verschmutzten Trinkwassers sind noch nicht abgeschlossen, wie die stellvertretende Kantonschemikerin Susanne Losio auf Anfrage schriftlich mitteilt. Grundsätzlich gäbe es mehrere Ursachen für Trinkwasserverschmutzung.

«Eine häufige Ursache sind starke Regenfälle oder Gülle, welche in das Wasser eindringen und dieses verunreinigen können»,

so Losio. Komme es zu Situationen mit starken Regenfällen oder Hochwasser, sei das Oberflächenwasser deutlich höher belastet als in Normalsituationen. «Verunreinigtes Wasser kann beispielsweise in das Grundwasser eindringen und damit das Trinkwasser belasten», erklärt die stellvertretende Kantonschemikerin.

Für sauberes Trinkwasser ist jede Gemeinde selbst verantwortlich, auch für die regelmässige Kontrolle der Wasserqualität. Darüber hinaus prüft die Dienststelle Lebensmittelkontrolle und Verbraucherschutz mittels amtlicher Kontrollen, ob die Gemeinden die gesetzlichen Vorgaben einhalten. «Die Kontrollen finden risikobasiert statt und werden in derartigen Situationen intensiviert», sagt Susanne Losio. Zur Frequenz macht die Dienststelle keine Angaben.

Das Perfide an der Trinkwasserverschmutzung: Die Verunreinigung schmeckt der Verbraucher nicht.

«Bakteriell verunreinigtes Trinkwasser kann nur mit mikrobiologischen Untersuchungen in einem Labor festgestellt werden»

, erklärt Losio.