Kanton Luzern entwickelt keine eigene App für Erfassung der Kontaktdaten

Gastronomiebetriebe dürfen im Kanton Luzern weiterhin frei wählen, wie sie die Kontaktdaten ihrer Gäste erfassen. Weder drückt ihnen der Kanton eine eigene Plattform auf, noch verleiht er ein Zertifikat für die beste App.

Alexander von Däniken
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Restaurants, Bars und Clubs setzen im Kanton Luzern auch weiterhin auf ein selbstgewähltes Instrument zur Erfassung der Kontaktdaten von Gästen. Im Bild: das «Mill-Feuille» in Luzern.

Restaurants, Bars und Clubs setzen im Kanton Luzern auch weiterhin auf ein selbstgewähltes Instrument zur Erfassung der Kontaktdaten von Gästen. Im Bild: das «Mill-Feuille» in Luzern.

Nadia Schärli (11. Mai 2020)

Ob in Restaurants, Bars oder Skigebieten: In Coronazeiten müssen überall die Kontaktdaten angegeben werden. Ob mittels Formular oder App ist den jeweiligen Betreibern überlassen. Das läuft aber nicht immer reibungslos, so CVP-Kantonsrätin Gabriela Schnider-Schnider. Sie hat den Regierungsrat mittels Postulat aufgefordert, eine eigene einheitliche Plattform zu entwickeln. Mit 49 zu 48 Stimmen wurde das Postulat äusserst knapp abgelehnt.

Urban Sager (SP, Luzern) und Rahel Estermann (Grüne, Luzern) hielten von einer neuen Kontaktdatenplattform des Kantons nicht viel. Wichtiger sei es, dass eine App oder eine Webplattform sorgfältig mit den persönlichen Daten umgehe. Die Kontrolle könne der Kanton vornehmen und allenfalls ein Label verleihen. Sager und Estermann empfahlen deshalb, das Postulat nur teilweise erheblich zu erklären.

«Es fehlt an einem einheitlichen Werkzeug»

Das konnte Postulantin Gabriela Schnider-Schnider (CVP, Schüpfheim) nicht nachvollziehen. Zumal der Bund die Kompetenz an die Kantone weitergeleitet habe. Und die Papierbögen in den Bars und Restaurants teilweise schlecht, teilweise gar nicht ausgefüllt werden. «Es fehlt an einem einheitlichen Werkzeug. Wenn jeder ein eigenes Süppchen kocht, ist den Restaurantgästen, Schneesportlern und anderen Kunden nicht gedient.»

Mario Cozzio (GLP, Sursee) wiederum stellte fest, dass es keinen Bedarf an einer staatlichen App gebe. Es gebe genügend private Anbieter, deren Produkte zum Teil in mehreren verschiedenen Restaurants gültig sind. In die gleiche Kerbe schlug Urs Dickerhof (SVP, Emmenbrücke). «Die Entwicklung einer neuen App würde einiges kosten.» Auch Philipp Bucher (FDP, Dagmersellen) sagte, dass der Kanton nicht zuständig sei, eine entsprechende App zu entwickeln. Die Sprecher von GLP, FDP und SVP votierten für eine Ablehnung des Postulats.

Gesundheits- und Sozialdirektor Guido Graf (CVP) erklärte, dass der Kanton selbst für die Vergabe eines Labels nicht zuständig sei. Entsprechend sei auch die Entwicklung der App nicht in der Kompetenz des Kantons. Die Formulare funktionieren, so hat es Graf auch aus dem Skigebiet Sörenberg gehört.