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Wer in Luzern, Zug, Schwyz, Ob-, Nidwalden oder Uri ein Feuer macht, wird mit bis zu 20'000 Franken gebüsst

Am Montagmorgen haben fünf Zentralschweizer Kantone wegen der anhaltenden Trockenheit ein absolutes Feuerverbot im Freien erlassen. Damit ist auch das Zünden von Feuerwerk bis auf Widerruf verboten. Am Dienstag hat auch der Kanton Uri nachgezogen.
Sandra Peter
Wegen der anhaltenden Trockenheit herrscht im Kanton Luzern absolutes Feuerverbot. Bild: Alexandra Wey / Keystone (Greppen, 26. Juli 2018)

Wegen der anhaltenden Trockenheit herrscht im Kanton Luzern absolutes Feuerverbot. Bild: Alexandra Wey / Keystone (Greppen, 26. Juli 2018)

Aufgrund des hochsommerlichen Wetters der letzten Tage mit nur wenigen Niederschlägen, verschärfe sich das Waldbrandrisiko weiter, so der Kanton Luzern in einer Mitteilung. Deswegen gilt ab sofort für das gesamte Kantonsgebiet ein absolutes Feuerverbot im Freien.

Damit ist auch das Zünden von Feuerwerk jeglicher Art untersagt. Darunter fallen auch Zuckerstöcke (auch Vulkan genannt) oder bengalische Zündhölzer. Denn: «Das Verbot gilt für alles, was einen Funkensprung mit möglicher Brandgefahr verursachen kann», erklärt Urs Felder, Fachleiter Schutzwald beim Kanton Luzern. «Lampions sind erlaubt, sie müssen aber mit der notwendigen Vorsicht angezündet und beaufsichtigt werden. Umzüge mit Lampions können also stattfinden. Fackeln hingegen dürfen dabei nicht entzündet werden.»

«Lampions sind erlaubt, müssen aber mit der notwendigen Vorsicht angezündet und beaufsichtigt werden .»

Das Feuerverbot erstreckt sich auf sämtliche offiziellen und inoffiziellen Feuerstellen, Feuerschalen, Holzkohle- und Einweggrills sowie Cheminées. Auch Raucherinnen und Raucher sind zu besonderer Vorsicht angehalten: Es ist aus Sicherheitsgründen verboten, brennende Zigaretten, andere Raucherwaren oder Streichhölzer wegzuwerfen.

Anzeige und Busse bis zu 20'000 Franken möglich

Wer sich nicht an das Feuerverbot hält, handelt sich Ärger ein. «Wer ein Feuer entzündet, muss mit einer Anzeige rechnen und sich dann vor der Staatsanwaltschaft verantworten», sagt Urs Wigger, Mediensprecher der Luzerner Polizei. Die Bussen können gemäss dem Luzerner Waldgesetz bis zu 20'000 Franken betragen. Wer gar einen Wald- oder Flurbrand verursacht, muss zudem für die Kosten für das Löschen des Brandes und die Wiederherstellung des Waldes aufkommen.

«Um jeder Feuerstelle einzeln nachzugehen, fehlen uns die Ressourcen.»

Auf eine spezielle Feuerstellen-Tour geht die Polizei aber nicht. «Wir kontrollieren die Einhaltung des Feuerverbots im Rahmen der normalen Patrouillentätigkeit. Um jeder Feuerstelle einzeln nachzugehen, fehlen uns die Ressourcen», sagt Wigger. Aber: «Wir gehen davon aus, dass Drittpersonen anrufen und melden, wenn jemand ein Feuer entzündet hat. Solchen Hinweisen gehen wir dann nach.»

Damit sich die Situation wieder entschärfe, sei länger andauernder Niederschlag notwendig, so der Kanton Luzern. Das Feuerverbot gilt daher bis auf Widerruf.

Migros stoppt Feuerwerks-Verkauf

Die Genossenschaft Migros Luzern hat den Verkauf von Feuerwerk in sämtlichen Zentralschweizer Filialen per sofort gestoppt, wie sie am Montagnachmittag meldet. Kundinnnen und Kunden, die bereits Feuerwerk gekauft haben, können die originalverpackte Ware mit dem Kaufbeleg bis am 2. August am Bezugsort zurückgeben.

Feuerwerk könnte gemäss Daniel Bussmann von der Bugano AG lange zu Hause gelagert werden. «Feuerwerk hat kein Ablaufdatum und ist problemlos mehrere Jahre haltbar. Für die Lagerung geeignet sind trockene, geschlossene Räume, zu denen Kinder keinen Zutritt haben», erklärt der Fachmann des Feuerwerksproduzenten in Neudorf. «Die Raumtemperatur spielt indessen keine Rolle. Entgegen der weitverbreiteten Ansicht kann sich Feuerwerk nämlich nicht selbst entzünden.»

Auch in weiteren Kantonen gilt Feuerverbot

Auch in den Kantonen Schwyz, Ob- und Nidwalden ist es ab sofort verboten, im Freien Feuer zu entfachen. Dies gilt auch für die Feuerstellen. Das Abbrennen von Feuerwerkskörpern sowie das Steigenlassen von sogenannten Himmelslaternen ist ebenfalls untersagt. Die Regelungen gelten bis auf Widerruf. Eine Entspannung der Gefahrenlage sei frühestens nach einer intensiven Regenphase von mindestens zwei Tagen zu erwarten, teilt das Feuerwehrinspektorat Ob- und Nidwalden mit.

Raketen zünden in Uri nun doch nicht erlaubt

Der Kanton Uri werde kein absolutes Feuerverbot im Freien erlassen, erklärte Beat Annen, der Vorsteher des Amtes für Forst und Jagd, noch am Montag auf Anfrage hin. Der Kanton Uri habe im Vergleich zu anderen Regionen wie beispielsweise dem Luzerner Mittelland im Juli mehr Niederschläge erhalten, begründete Annen den Entscheid. Am Dienstagnachmittag informierte der Kanton aber dann doch, dass er ebenfalls ein absolutes Feuerverbot im Freien verhängt.

Die Urner Gemeinde Seelisberg, die an Nidwalden grenzt, hatte bereits am Montagnachmittag ein kommunales absolutes Feuerverbot im Freien erlassen.

Ausnahmen für Gasgrill und Feuerwerk über Seen

Das Grillieren auf einem Gasgrill in den Gärten und Balkonen ist unter Einhaltung von Vorsichtsmassnahmen weiterhin gestattet. Bei starkem Wind sei jedoch auch davon abzusehen, so der Kanton Luzern. Auf jeden Fall sollte Löschmaterial bereit gehalten werden.

Die polizeilich bewilligten Feuerwerke auf den Seen können ebenfalls stattfinden. Dafür muss ein Abstand von mindestens 200 Meter zum Ufer eingehalten werden.

Das letzte absolute Feuerverbot im Freien erliessen die Kantone Luzern und Schwyz im Juli 2015, in den anderen Zentralschweizer Kantonen galt damals Feuerverbot in Wald und in Waldesnähe.

Tierliebhaber freut das Verbot

In den sozialen Medien reagieren die Menschen unterschiedlich auf die Neuigkeit. Über das Feuerwerksverbot zeigen sich viele Tierliebhaber erfreut.

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