Kanton Luzern
Es sterben wieder mehr 65-Jährige und Ältere als im langjährigen Schnitt

Seit Mitte November beobachten die Statistiker eine deutliche Übersterblichkeit bei Personen ab 65 Jahren. Das gab es bereits vor einem Jahr. Anders verhält es sich bei den Jüngeren.

Alexander von Däniken
Drucken

Wenn in einer Woche mehr Menschen sterben als im langjährigen Durchschnitt, ist von einer Übersterblichkeit die Rede. Diese kommt im Kanton Luzern bei den über 65-Jährigen seit Mitte November 2021 regelmässig vor. Konkret wären in dieser Altersgruppe aufgrund der Erwartungen in der Woche vom 16. bis 21. November höchstens 73 Todesfälle zu erwarten gewesen, es waren aber 75. Und in der Woche vom 13. bis 19. Dezember kam es zu 80 statt 74 Todesfällen. Zuvor gab es 2021 nur in einer Woche eine Übersterblichkeit, nämlich zwischen dem 6. und 12. September.

Die Daten stammen vom Mortalitätsmonitoring des Bundesamts für Statistik. Die Luzerner Statistikstelle Lustat hat die wöchentliche Berichterstattung mittlerweile eingestellt, weil die Zahlen im zweiten Quartal 2021 zurückgingen. Man werde die Lage aber weiter beobachten, heisst es auf der Lustat-Website. Tatsächlich liegen die Todesfälle der Personen unter 65 Jahren, seit einem Ausschlag in der zweitletzten Woche 2020, immer unter dem erwarteten Höchstwert. Und auch bei den über 65-Jährigen kam es vor dem aktuellen Anstieg letztmals Ende 2020 zu einer Übersterblichkeit.

In Zentralschweiz auch bei unter 65-Jährigen Übersterblichkeit

Mit Blick auf die ganze Zentralschweiz verläuft die Übersterblichkeit bei den über 65-Jährigen zeitlich ähnlich, sie ist aber ausgeprägter. Zwischen dem 29. November und 5. Dezember 2021 kam es zum Beispiel zu 162 Todesfällen ‒ 34 mehr als üblich. Und anders als im Kanton Luzern kam es in den übrigen Zentralschweizer Kantonen auch bei den unter 65-Jährigen einmal zu einer Übersterblichkeit: Zwischen dem 9. und 15. August starben 26 Personen, was die obere Grenze des Üblichen um drei Todesfälle überstieg.

Dass ein Teil der Todesfälle im Zusammenhang mit Covid steht, zeigt die parallel verlaufende Pandemie. So wurden im Kanton Luzern letztes Jahr zwischen Frühling und Ende August kaum mehr als 150 Fälle pro Tag verzeichnet, im Dezember waren es regelmässig zwischen 300 und 800 Fälle pro Tag. Ähnlich verlaufen die Hospitalisationen: Im Sommer befanden sich täglich meist weniger als zwei Dutzend Luzernerinnen und Luzerner wegen Covid im Spital, im Dezember jeweils über 60.

Aktuelle Nachrichten