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KANTON LUZERN: Fachkräftemangel: IT-Branche hofft auf gute Schüler

Für die neue Informatikmittelschule sind bereits 30 Anmeldungen eingegangen. Das ist mehr als genug, um mit dem Unterricht im August zu beginnen. Nicht aber, um den Fachkräftemangel zu decken.
Niels Jost
Jetzt ist es entschieden: Angehende Informatiker werden zukünftig in Rotkreuz studieren. (Symbolbild Stefan Kaiser / ZZ)

Jetzt ist es entschieden: Angehende Informatiker werden zukünftig in Rotkreuz studieren. (Symbolbild Stefan Kaiser / ZZ)

Niels Jost

niels.jost@luzernerzeitung.ch

Es geht Schlag auf Schlag mit der neuen Informatikmittelschule (IMS). Nachdem die Luzerner Regierung die Idee im Juni 2016 erneut auf den Tisch gebracht und sich der Kantonsrat Mitte September mit grosser Mehrheit dafür ausgesprochen hatte, sind nun die ersten Anmeldungen eingegangen: 30 an der Zahl, um genau zu sein, wie Christof Spöring, Leiter der Dienststelle Berufs- und Weiterbildung, auf Anfrage sagt. Das sind genügend Interessierte, um mit einer Klasse von maximal 24 Schülern im August 2017 zu starten. «Die neue IMS-Klasse wird zu Stande kommen», freut sich denn auch Spöring.

Die Anmeldefrist für die IMS dauert noch bis Ende Februar. Am 11. März findet dann die Aufnahmeprüfung statt. Roger Erni, Geschäftsführer des Branchenverbandes ICT Berufsbildung Zentralschweiz, hofft, dass sich auch «gute Schüler» des Sek-Niveaus A um einen Platz in der IMS bemühen werden. Denn die meisten dieser Schulabgänger erhalten in der Regel eine Lehrstelle und entscheiden sich deshalb nicht für eine weiterführende Schule – anders die Schüler des Niveaus B. «Es darf nicht sein, dass nur jene Schüler an die IMS gehen, die keine Lehrstelle finden, und die IMS quasi zur Notlösung verkommt», warnt Erni.

Es fehlen Tausende Spezialisten

Die Schule soll dem Fachkräftemangel entgegenwirken. Gemäss einer Studie des Schweizer ICT-Verbands fehlen bis ins Jahr 2024 rund 25000 Informatikfachkräfte. Davon betroffen ist laut Roger Erni auch die Zentralschweiz. Das hat die Regierung eingesehen: «Selbst wenn die duale Lehre in der Informatik weiter an Stärke zunimmt, genügt dies nicht, um dem enormen Mangel an Fachkräften in der ICT-Branche beizukommen. Beide Wege, der duale und der vollschulische mit der IMS, sind notwendig und sinnvoll», schreibt sie auf eine Anfrage von SVP-Kantonsrätin Barbara Lang (Hellbühl).

Ein Weg, wie den künftigen IMS-Absolventen der Einstieg in die Berufswelt leichter fallen soll, ist das einjährige Praktikum. Dieses haben die Schüler nach der dreijährigen Schulzeit zu meistern. Welche Firmen die Ausbildungsplätze dereinst anbieten werden, ist noch unklar. Die definitiven Praktikumsplätze sollen im Herbst 2019 vergeben werden. Der Kanton hat aber bereits während des Aufbaus der neuen Schule Gespräche mit Unternehmen aus der Branche geführt. «Die Bereitschaft, Praktikanten aufzunehmen, ist bei den Firmen durchaus vorhanden», sagt Christof Spöring. Ob es wegen der Informatikmittelschule künftig mehr Lehr- und Ausbildungsplätze geben werde, könne man aber noch nicht sagen. Das werde die Regierung im Herbst 2021 evaluieren, wenn der erste Jahrgang die IMS abgeschlossen habe, schreibt diese in einem für erheblich erklärten Postulat von GLP-Kantonsrat Markus Baumann (Stadt Luzern).

Für die Praktikumsplätze in Frage kämen etwa die Genossenschaft Migros, die Pilatus-Flugzeugwerke, Schindler, die Suva oder Bison. Laut Christof Spöring möchte man aber auch kleinere Firmen mit ins Boot holen. Das begrüsst Roger Erni vom Branchenverband. Die Praktika könnten künftig auch für Betriebe interessant sein, welche bisher keine Ausbildungsplätze angeboten haben, durch das bloss einjährige Praktikum aber auf den Geschmack kommen könnten, Jugendliche auszubilden. Spöring sagt: «Optimal wäre es, wenn die Schüler künftig nach ihrem Praktikum in demselben Unternehmen bleiben und weitere Berufserfahrung sammeln könnten.» Trotzdem gehe er davon aus, dass der Weg für einen Grossteil der IMS-Absolventen hin zu einer Fachhochschule führt. Berechtigt wären die Schüler dazu, da sie während ihrer Ausbildung zum Informatiker EFZ mit Fachrichtung Applikationsentwicklung auch die Berufsmaturität erlangen.

Doch könnte es zu Interessenskonflikten kommen, wenn der Kanton bei den Praktika mit privaten Unternehmen zusammenarbeiten würde? «Nein», betont Spöring, «die Ausbildung an der IMS basiert auf dem dualen Bildungssystem mit Schulunterricht und praktischer Ausbildung. Die Firmen werden die Praktikumsstellen öffentlich ausschreiben, und die Schüler müssen sich selbstständig dafür bewerben.» Am Schluss entscheide das Unternehmen selber, ob es jemanden einstelle.

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