Kanton Luzern
Frohe Ostern trotz Pandemie: Fünf Ausflugstipps für das lange Wochenende

Die zweiten Osterfesttage in Coronazeiten stehen an. Wiederum ist bei Reisen Vorsicht geboten, und auch die Restaurants und Cafés sind wie vor einem Jahr zu. Wir geben Ihnen fünf Tipps, wie Ihnen trotz der Einschränkungen am langen Wochenende nicht langweilig wird – und wo Sie doch noch den einen oder anderen Kaffee geniessen können.

Reto Bieri, Fabienne Mühlemann, Dominik Weingartner, Susanne Balli, Roseline Troxler
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Schlossmuseum ist wieder offen: 170 Jahre Geschichte in Bildern

Weitblick, Wandermöglichkeiten, Spielplatz: Ein Besuch beim Schloss Heidegg in Gelfingen lohnt sich eigentlich immer, besonders aber im Sommerhalbjahr, wenn auch das Museum geöffnet ist. Ab heute Donnerstag ist es wieder so weit. In diversen Räumen und einer Multimediashow wird die Geschichte des Seetaler Wahrzeichens erzählt, dessen Wurzeln ins 12. Jahrhundert zurückreichen. Hinzu kommt jeweils eine Sonderausstellung.

Aktuell werden Bilder aus den letzten 170 Jahren Schlossgeschichte gezeigt. «Es ist die erste umfassende Präsentation von Fotos aus dem Archiv», sagt Geschäftsführer und Kurator Dieter Ruckstuhl. Viele Bilder stammen aus der vorletzten Jahrhundertwende und zeigen das damalige Alltagsleben. Wegen eines Aufrufs an die Bevölkerung wächst die Ausstellung zudem. «Wir haben einige sehr schöne Schenkungen erhalten», so Ruckstuhl. Darunter sind rund 700 Ansichtskarten, die sich zwei verliebte Schlossbedienstete beinahe täglich geschickt haben.

Schöne Aussichten: Das Museum von Schloss Heidegg ist ab Donnerstag geöffnet.

Schöne Aussichten: Das Museum von Schloss Heidegg ist ab Donnerstag geöffnet.

Bild: Pius Amrein (Gelfingen, 17. Oktober 2019)

Der Schlossestrich, wo sich die Kinder austoben können, bleibt wegen Corona vorerst geschlossen. Als Alternative gibt es einen Familienparcours zum Thema Tiere. Corona hat 2020 auch die «Heidegg» stark getroffen. Grund: Dreiviertel der Einkünfte generiert das Schloss selber, hauptsächlich durch Raumvermietung und Gastronomieangebote. Positiv ausgewirkt habe sich Corona auf die Ferienwohnung im Nebengebäude. «Sie war auch im Winter fast durchgehend vermietet», so Ruckstuhl. Das Museum ist von Dienstag bis Freitag von 13.30 bis 17 Uhr und am Wochenende sowie an Feiertagen von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Mehr Infos finden Sie auf www.heidegg.ch (rbi)

Mit dem E-Bike den Kanton Luzern erkunden: Die Herzroute

E-Bike-Fahren liegt im Trend. Das hat gute Gründe: Man gerät kaum ins Schwitzen, bewegt sich trotzdem und kann ganz nebenbei noch die schöne Landschaft geniessen. So auch auf der Herzroute, die vom Genfersee bis zum Bodensee durch die ganze Schweiz führt. Es gibt 13 verschiedene Etappen, eine davon startet in Willisau. Hier bietet es sich an, zuerst das schöne Städtli zu entdecken. Dann führt die Strecke an den Soppensee, der am Morgen zu einer Pause in idyllischer Landschaft einlädt.

Weiter geht die Route vorbei an der Kapelle St. Ottilien, Sempach bietet sich dann als Stopp für die Mittagspause an. Via Rain und Eschenbach lässt sich die schöne Gegend wunderbar geniessen, bis der Tag in Zug einen passenden Abschluss am See findet. Die Strecke ist rund 70 Kilometer lang und wird als hügelig bezeichnet. Rote Schilder weisen den Weg, an einer Station kann der Akku geladen werden.

Screenshot: Schweiz mobil

Und wie kommt man zu den E-Bikes? Im Rent-a-Bike-Shop in Willisau können sie – je nach Modell – für 68 Franken gemietet und abgeholt werden, in Zug kann man sie wieder abgeben. «Am besten schaut man online unter www.rentabike.ch/reservation, was am gewünschten Reisetag noch buchbar ist, und reserviert dies gleich. Aus der Erfahrung vom vergangenen Jahr reichen Anfragen einen Tag zuvor meist nicht mehr, denn die Nachfrage ist stark gestiegen», sagt Stephanie Kneubühler, vom Marketing Rent a Bike Willisau. Ihre Tipps für eine sorgenfreie Tour: «Unbedingt die Route vor der Fahrt studieren. Rechnen Sie genügend Zeit für die Strecke ein und nehmen Sie Verpflegung mit. Die Bikes der Herzroute haben ein Körbli, worin man einen Tagesrucksack verstauen kann. Wir empfehlen, einen Helm zu tragen. Auch ein sportliches Outfit ist sicherlich von Vorteil.» Mehr Infos finden Sie auf www.herzroute.ch (fmü)

Unterwegs auf der Herzroute bei St. Ottilien zwischen Zug und Willisau.

Unterwegs auf der Herzroute bei St. Ottilien zwischen Zug und Willisau.

Bild: Christof Sonderegger/Herzroute

Gschweichhütte: Kaffee und Suppe mit Blick über die halbe Schweiz

Der Spaziergang gehört über die Osterfesttage zum Standardrepertoire vieler Schweizerinnen und Schweizer. Wer Idylle sucht und auch trotz Corona nicht auf einen Kaffee oder einen Tee verzichten will, für den lohnt sich ein Spaziergang zur Gschweichhütte. Die beim Weiler Wellnau gelegene Hütte ist von Triengen in ungefähr einer Stunde und von Schlierbach in ungefähr einer halben Stunde erreichbar. Esther Portmann betreibt die Hütte mit ihrem Ehemann Guido. Sie sagt: «Zurzeit kommen viele Leute vorbei, auch wenn das Wetter nicht so gut ist.» Sie führt dies auf mangelnde Freizeitalternativen wegen Corona zurück.

Doch die auf 816 Metern über Meer gelegene Gschweichhütte ist weit mehr als ein Notnagel in Coronazeiten. «Wir haben von hier aus einen hervorragenden Blick über das Surental, den Sempachersee und auf die Innerschweizer Alpen», sagt Portmann. «Wenn die Sicht gut ist, sieht man von hier aus sogar den Säntis und die Jurakette mit dem Chasseral.»

Die Gschweichhütte in Triengen.

Die Gschweichhütte in Triengen.

Bild: Boris Bürgisser (Triengen, 31. März 2021)

Von Karfreitag bis Ostermontag ist die Gschweichhütte täglich von 10 bis 17 Uhr bedient. Zu Essen gibt es Wurst und Suppe, zu Trinken unter anderem Kaffee, Tee, heisse Schoggi oder Softdrinks – natürlich alles im coronakonformen Take-away-Modus. Neben der Hütte gibt es eine Feuerstelle mit fixen Sitzgelegenheiten, die allerdings nicht bedient sind. Auch nehmen laut Esther Portmann viele Leute Decken mit und setzen sich bei schönem Wetter auf den Rasen oder auf einen Baumstrunk.

Wer nach der Stärkung vom Laufen noch nicht genug hat, kann von hier aus ein Stück auf dem Fusionsweg weitermarschieren. Dieser führt auf 29,5 Kilometern rund um die Gemeinde Triengen mit ihren fünf Ortsteilen Kulmerau, Wellnau, Winikon, Wilihof und Triengen. Mehr Infos zur Gschweichhütte finden Sie auf www.gschweichhuette.ch (dlw)

Der Besuch im Toni’s Zoo ist ideal für Familien mit kleinen Kindern

Tiere haben bekanntlich auf viele Leute eine positive Wirkung. Und Kinder sind sowieso fasziniert von putzigen Lemuren, tollpatschigen Pinguinen und stolzen Leoparden. Doch ein Besuch der grossen Zoos der Schweiz bedeutet gleich einen Tagesausflug und kann manchmal stressig werden. Besonders für Familien mit kleinen Kindern bietet der überschaubare Toni’s Zoo in Rothenburg (www.toniszoo.ch) eine gute Alternative zu den grossen Tiergärten.

Hier können 97 Tierarten kennen gelernt und bestaunt werden. Einen Kinderspielplatz, der die Kleinen begeistert, gibt es auch. Wenn dann der Esel noch gestreichelt werden darf, sind die Kinder (und somit auch die Eltern) zufrieden. Aufgrund der Coronapandemie ist die Zahl der Besucher allerdings aktuell auf 460 Personen beschränkt, die gleichzeitig im Zoo sein dürfen. Daher sollte man sich rechtzeitig aufmachen. Besonders an Tagen mit gutem Wetter ist ab dem Mittag vor dem Eingangstor mit Wartezeiten zu rechnen.

Kleine Besucherinnen und Besucher, welche sich an den Tieren in Toni's Zoo erfreuen.

Kleine Besucherinnen und Besucher, welche sich an den Tieren in Toni's Zoo erfreuen.

Bild: Pius Amrein (Rothenburg, 31. März 2021)

Die Tropenhäuser bleiben bis auf weiteres geschlossen. Das Restaurant bietet jeweils mittwochs, samstags und sonntags einen Take-away-Service an. An den übrigen Tagen der Woche ist das Restaurant geschlossen. Die Anfahrt nach Rothenburg ist kurz und mit dem ÖV möglich. Toni’s Zoo ist von März bis Oktober zwischen 9 und 18 Uhr geöffnet. Schalter und Souvenirshop schliessen eine Stunde vor Torschluss. Hunde sind nicht erlaubt. Der Eintritt kostet für Erwachsene 16 Franken, für Kinder von 4 bis 15 Jahren 8 Franken. Parkplätze stehen gratis zur Verfügung. Die Bezahlung mit Kredit- und EC-Karte (keine Postcard) ist mittlerweile möglich. (sb)

Der Emme entlang quer durchs Entlebuch bis nach Luzern wandern

Der Emmenuferweg erschliesst eine der reizvollsten Flusslandschaften des Kantons Luzern, wie die Unesco Biosphäre Entlebuch die Wanderung beschreibt. Der Weg führt von Sörenberg quer durchs Entlebuch bis nach Luzern. Wer über die Ostertage viel Zeit hat, kann alle drei Tagesetappen unter die Füsse nehmen. Wer nur einen Tag unterwegs sein möchte, wählt aus. Die Biosphäre Entlebuch gibt drei Etappen an: von Sörenberg bis Schüpfheim, von Schüpfheim bis Wolhusen und von Wolhusen bis Luzern.

Insgesamt dauert die 58,5 Kilometer lange Wanderung rund 15,5 Stunden. Dank guter Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr ist ein Einstieg vielerorts möglich. Auf dem Emmenuferweg lassen sich die Gestaltungskraft des Wassers und eindrückliche Naturdenkmäler erleben, wie die Biosphäre schreibt. «Mal fliesst die Emme langsam, mal reissend, bringt Steine in Bewegung, unterhöhlt Ufer, schafft Lebensräume für Tiere und Pflanzen.»

Der Emmenuferweg bietet sich wie hier in Flühli für einen Mittagsrast an.

Der Emmenuferweg bietet sich wie hier in Flühli für einen Mittagsrast an.

Bild: Unesco Biosphäre Entlebuch/Christian Perret

Franziska Hofer, bei der Unesco Biosphäre Entlebuch fürs Marketing zuständig, findet die Wanderung gerade auch für Familien ideal. Zu den Höhepunkten zählt sie die schützenswerten Auengebiete in Entlebuch, den Energiespielplatz Entlebuch oder den Kinderspielplatz Feldgüetli in Hasle. Der Emmenuferweg ist normalerweise von der Quelle bis zur Mündung begehbar. Der Emmensprung ist derzeit aber wegen des Schnees noch nicht erreichbar, wie Franziska Hofer betont.

Als Startpunkt für die Wanderung bietet sich die Talstation des Brienzer Rothorns an. Eine gute Gelegenheit, einen Abstecher auf den höchsten Luzerner Gipfel zu machen. Am Osterwochenende ist die Luftseilbahn noch in Betrieb. «Fussgänger bringt sie für 10 Franken auf den Berg und zurück.» Weitere Infos zur Wanderung finden Sie auf www.biosphaere.ch (rt)