KANTON LUZERN: Gewitterfront hinterlässt Millionenschäden

Eine Gewitterfront mit lokalen Hagel­schauern hat in der Schweiz in der Nacht auf Mittwoch Millionenschäden hinterlas­sen. Betroffen waren insbesondere die Kantone Luzern und Bern.

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Blitz über Willisau am späten Dienstagabgend. (Leserbild Remo Gabriel)

Blitz über Willisau am späten Dienstagabgend. (Leserbild Remo Gabriel)

Innert zwölf Stunden fielen in der Nacht auf Mittwoch bis zu 70 Liter Wasser pro Quadratmeter. Stromausfälle, Erdrutsche und Überschwemmungen waren die Folgen.

Heftige Hagelgewitter gingen insbesondere in den Kantonen Bern und Luzern nieder. Die Schweizer Hagelversicherung registrierte Hunderte Schadensfälle. Die Schadenssumme schätzte Sprecherin Yvonne Torriani auf rund 1,5 Millionen Franken. Betroffen seien vorwiegend Acker-, Gemüse-, Blumen- und Tabakkulturen gewesen.

400 Schadenfälle in Luzern
Der Hagelzug hinterliess in den Ämtern Willisau und Sursee zahlreiche Gebäudeschäden. Gesamthaft erwartet die Gebäudeversicherung Luzern 400 Schadenfälle und eine Schadensumme von zwei Millionen Franken, wie sie in einer Mitteilung am Mittwochnachmittag schreibt. Die Aussendienst­mitarbeiter der Gebäudeversicherung Luzern besichtigen derzeit bereits die ersten Gebäudeschäden, wie es weiter heisst.

Die stärksten Niederschläge fielen im Gebiet zwischen Grenchen im Kanton Solothurn und Schaffhausen: 60 bis 70 Liter Regen fielen pro Quadratmeter, wie Daniel Murer von MeteoSchweiz sagte. Grund für die Wassermassen sei warmfeuchte Luft gewesen, die vom Zentralmassiv über das Rhonetal kam. Der Gewitterfront waren lokale Gewitter vorausgegangen.

In Möhlin im Kanton Aargau gab es wegen eines starken Gewitters bereits am (gestrigen) Dienstagabend einen Stromausfall von dem das Ortsnetz und das Stellwerk der SBB betroffen waren. Dadurch gab es Behinderungen im Bahnverkehr, wie SBB-Sprecher Reto Kormann sagte. Unmittelbar zuvor verschüttete ein Erdrutsch im Bezirk Rheinfelden auf einer Breite von drei Metern die Bahnstrecke zwischen Mumpf und Möhlin, wodurch die Linie von Brugg (AG) nach Basel nur noch beschränkt befahrbar war.

Blitzeinschläge und überflutete Keller
Überflutet wurden auch mehrere Strassen in den Kantonen Aargau, Bern, Luzern und Zürich. Wegen Erdrutschen mussten die Strassen von Ascharina nach St. Antönien im Prättigau sowie zwischen Mümliswil und Brunnersberg im Kanton Solothurn gesperrt werden. Daneben gab es zahlreiche Wassereinbrüche in Kellern.

Gleich drei Blitzeinschläge zählte die Kantonspolizei Bern, allerdings ohne schlimme Folgen, wie es auf Anfrage hiess. Daneben verursachten die Gewitter in den Kantonen Bern und Aargau neben dem Stromausfall in Möhlin weitere Stromausfälle.

Daniel Murer erwartete nach dem Durchzug der Front eine gewisse Wetterberuhigung. Nur entlang der Voralpen sei am Abend nochmals mit kleineren Gewittern oder Schauern zu rechnen.

get/ap

Hinweis:
Der Gebäudeversicherung Luzern können Schadenfälle telefonisch (041 227 22 22) oder per Internet ( www.gvl.ch ) gemeldet werden.