KANTON LUZERN: Hagel verursacht Millionenschäden in Luzern

Die Hagelgewitter vom Donners­tag haben in der Schweiz Schäden in Millionenhöhe angerichtet. In Luzern werden rund 3000 Scha­den­fälle erwartet.

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Hagel über dem Vierwaldstät­ter­see bei Weggis. (Leserbild Margrit Kaufmann)

Hagel über dem Vierwaldstät­ter­see bei Weggis. (Leserbild Margrit Kaufmann)

Die Gebäudeversicherung Luzern (GVL) rechnet nach dem Unwetter vom Donnerstag mit einer Schadensumme von 10 bis 15 Millionen Franken, wie Peter Sidler von der GVL auf Anfrage erklärte.

Bisher gingen 600 Schadenmeldungen ein - erwartet werden rund 3000 Meldungen. Vom Unwetter besonders betroffen waren im Kanton Luzern laut Sidler die Gebiete um Kriens, Horw, Weggis, Entlebuch und Schwarzenberg.

Hagel im Emmental und in der Westschweiz
Vom Hagelschlag, der zum Teil von Sturmböen begleitet wurde, waren insbesondere auch der Kanton Freiburg, Teile des Waadtlands sowie das Berner Mittelland und das Emmental, wie Pascal Forrer, Direktor der Schweizerischen Hagel-Versicherungs-Gesellschaft am Freitag auf Anfrage sagte.

Er schätzt die Schadenssumme bei den versicherten landwirtschaftlichen Kulturen auf insgesamt rund 20 Millionen Franken und erwartet bis zu 5000 Meldungen. «Das ist sicher ein grosses Ereignis», sagte Forrer und bezeichnete den diesjährigen Sommer bereits als «überdurchschnittlich hagelreich».

Beim Hagelgewitter, das Ende Mai über Zürich und der Ostschweiz wütete, war ein geschätzter Schaden von rund 15 Millionen Franken entstanden. Zwischen jenem und dem jetzigen Grossereignis kam es laut Forrer zudem immer wieder zu lokalen Hagelschlägen.

Es droht ein massiver Ernteausfall
Schaden nahmen diesmal neben Obst-, Wein- und Gemüsekulturen auch Getreide-, Raps-, und Tabakfelder sowie Gärtnereien und Baumschulen. Wie Daniel Brandt, Präsident der Gemüseproduzenten-Vereinigung der Kantone Bern und Freiburg (GVBF), sagte, wurden insbesondere die empfindlichen Salate sowie Bundzwiebeln zerstört.

Bruno Pezzatti, Direktor des Schweizerischen Obstverbands, rechnete bei allen Anlagen, die nicht durch Hagelnetze geschützt sind, mit grossen Schäden. Besonders betroffen seien Äpfel, Birnen, Zwetschgen und Beeren. Noch lasse sich der Ernteausfall aber nicht beziffern.

Gebäudeschäden wegen eiergrossen Hagelkörnern
Die Leitungen der Gebäudeversicherungen in den betroffenen Kantonen waren am Freitagmorgen völlig überlastet. Pierre Ecoffey, Direktor der Freiburger Gebäudeversicherung, erwartete insgesamt rund 5000 Meldungen und geschätzte Schäden von mehr als zehn Millionen Franken.

Es handle sich um das schwerste Hagelgewitter, das der Kanton Freiburg in den letzten 30 Jahren erlebt habe. Normalerweise seien die Schäden nicht so grossflächig. Bei der Gebäudeversicherung des Kantons Bern konnte das Schadensausmass am Freitag noch nicht beziffert werden. Man rechnete aber mit 6000 bis 8000 Meldungen, wie Kommunikationsleiterin Kirstin Steyer sagte.

ap/get