kanton Luzern
Heimeliges Cheminée wird zur Gefahr – beschädigte und mit Blachen reparierte Dächer können sich entzünden

Immer noch sind viele Dächer im Kanton Luzern notdürftig mit Kunststoffblachen bedeckt. Diese Spätfolge des verheerenden Hagelsturms könnte beim Einfeuern der Cheminées zu Dachbränden führen.

Drucken
Teilen

Das knisternde Feuer im Wohnzimmer zu geniessen sollte in diesem Jahr wohlüberlegt sein. Denn auch Monate nach dem schweren Hagelsturm vom 28. Juni 2021 sind viele Dächer immer noch mit Kunststofffolien und Blachen abgedeckt. Die Gebäudeversicherung warnt in einer Mitteilung, dass Brandgefahr durch Feuerungsanlagen drohe.

Die im Hagelsturm schwer beschädigten Dächer sind immer noch mit Blachen bedeckt.

Die im Hagelsturm schwer beschädigten Dächer sind immer noch mit Blachen bedeckt.

Bild: pd

Die grösste Gefahr, so Boris Camenzind, Abteilungsleiter Prävention bei der Gebäudeversicherung Luzern, sei der Funkenflug. Er entsteht vor allem beim Anfeuern und beim Nachlegen von Brennholz. Camenzind warnt: «Glühende Teile und Russpartikel können auf die brennbaren Folien fallen und diese beschädigen, allenfalls entzünden. Möglich ist auch, dass die Funken anschliessend aufs Unterdach oder direkt in die darunterliegenden Räume fallen.» Die Funken können bei normalen Windverhältnissen im Radius von vier Metern rund um den Kamin Schaden anrichten.

Die Gefahr droht von Cheminées

Gefährdet sind Gebäude mit Stückholzfeuerungen und Cheminée-Anlagen. Öl- und Gasheizungen stellen kein Problem dar.

Vorsichtsmassnahmen – die Empfehlungen der Gebäudeversicherung

  • Anfeuern, wenn es unproblematisch ist: Am Morgen früh, wenn die Dächer feucht sind oder bei Regenwetter / schneebedeckten Dächern. Nicht anfeuern bei schönem und trockenem Wetter.
  • Zum Anfeuern kein Hackholz, Tannenchries, Karton oder Zeitungen verwenden. Nur handelsübliche Anzündhilfen einsetzen.
  • Cheminées nur verwenden, wenn es aufgrund geringer Wohnraum-Temperatur notwendig ist.
  • Holz vorsichtig nachlegen, Funken vermeiden. Stückholzfeuerungen, wenn möglich, nur jeweils morgens, wenn Tau vorhanden ist, einfeuern und beschicken.
  • Heizflächen und Sammelstutzen von Russ befreien, eventuell Zwischenreinigung durch den Kaminfeger veranlassen.
  • Überprüfen, ob die Nebenluftklappe frei pendeln kann und nicht blockiert ist.

Sollten diese Massnahmen nicht eingehalten werden können, empfiehlt die Gebäudeversicherung Luzern, rund um die Abgasanlage eine schwer brennbare Blache oder eine provisorische nicht brennbare Bedachung zu verlegen. Die Grösse soll mindestens vier mal vier Meter betragen. Dies macht auch dann Sinn, wenn kein Unterdach vorhanden ist und eine Glut beispielsweise direkt auf den Heustock fallen kann.

Gemäss der Gebäudeversicherung werden allfällige Feuerschäden, die trotz Vorsichtsmassnahmen entstehen, durch die Versicherung gedeckt. Bei weiteren Fragen soll man sich an den eigenen Kaminfegermeister wenden. (se)

Aktuelle Nachrichten