KANTON LUZERN: Immer mehr Leute halten exotische Tiere

Echsen, Schlangen und Chamäleons: Solche Tiere sind bei Luzernern hoch im Kurs. Und werden oft auch illegal gekauft.

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Willy Portmann, Geschäftsführer des Aqua-Terra-Zoos in Ebikon, mit einem Bartagamen. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Willy Portmann, Geschäftsführer des Aqua-Terra-Zoos in Ebikon, mit einem Bartagamen. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

«Die private Haltung von Wildtieren nimmt zu, vor allem diejenige von Echsen, Schildkröten und Schlangen», sagt Thomas Kalbermatter vom Veterinärdienst des Kantons Luzern.

Er liefert auch gleich ein paar Zahlen. So gibt es heute im Kanton Luzern 20 Jemen-Chamäleons, 36 grosse Aras und Papageien sowie etwa 30 Grüne Leguane, Riesenschlangen und Riesenschildkröten. Für die Haltung all dieser Tiere braucht es eine Bewilligung. Andere exotische Wildtiere dürfen aber auch ohne Bewilligung gekauft und gehalten werden.

Tiere aus allen Teilen der Welt
Dass exotische Tiere im Trend sind, bestätigt auch Willy Portmann. Er führt zusammen mit einem Geschäftspartner und zwei Mitarbeiterinnen seit eineinhalb Jahren den Aqua-Terra-Zoo in Ebikon. Dort verkauft er exotische Echsen, Spinnen, Schlangen und Fische. Diese bezieht er über Grosshändler. Die Tiere stammen aus allen Erdteilen – von Asien bis Südamerika. «Reptilien sind stark im Kommen», sagt Portmann.

Am besten laufen laut Portmann die Bartagamen. Diese Echsen seien einfach zu halten, handzahm und somit fast ideal für Familien. Die 21-jährige Andrea Meyer gehört ebenfalls zu den Menschen, die Echsen toll finden. Sie besitzt zwei Bartagamen. «Ich bin halt schon mit Fröschen und Echsen aufgewachsen», sagt sie. «Diese Tiere faszinieren mich total.» Ihre Bartagamen seien so zahm wie Katzen.

«Tierbörsen sind ein schlechter Trend»
Nicht alle kaufen ihre Schlangen oder Echsen im Geschäft. Sie gehen lieber an Tierbörsen, die regelmässig irgendwo stattfinden. Nicht in Luzern, aber in anderen Kantonen. Bei diesen Börsen werden die Vorschriften nicht immer eingehalten.

Das Problem der Tierbörsen kennt auch Nicole von Däniken, Geschäftsführerin des Littauer Tierfachgeschäfts Amazoonas. In den letzten Jahren würden die Leute vermehrt an Tierbörsen gehen und das sei ein schlechter Trend. «An einigen Börsen herrschen katastrophale Zustände.» Die Tiere würden in kleinen, durchsichtigen Plastikboxen verkauft, Kontrollen gebe es kaum.

Wer sein Tier hingegen im Fachhandel kauft, kann eigentlich sicher sein, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Denn der Kanton kontrolliert diese Geschäfte mindestens alle zwei Jahre.

Stefan Roschi

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Luzerner Zeitung.