KANTON LUZERN: Jugendräume vermehrt Ziel von Vandalen

Im Kanton Luzern haben Jugendliche in den letzten Monaten mehrere Jugendräume beschädigt. Ein Fachmann meint: So machen Jugendräume keinen Sinn mehr.

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Dagmersellen: Die Jugendraum-Betreuer Christian Zust (links) und Tobias Najer reparieren die Wände, nachdem Jugendliche Möbel und Wände kaputtgemacht hatten. (Bild Philipp Schmidli/Neue LZ)

Dagmersellen: Die Jugendraum-Betreuer Christian Zust (links) und Tobias Najer reparieren die Wände, nachdem Jugendliche Möbel und Wände kaputtgemacht hatten. (Bild Philipp Schmidli/Neue LZ)

Eine eingetretene Tür, ein Loch in der Wand und zerbrochene Bierflaschen auf dem Vorplatz. In den letzten Monaten häuften sich die Meldungen von Vandalismus in Jugendräumen:

Hochdorf: Anfang November 2007 werden die Jugendräume geschlossen. Mehrmals muss die Polizei ausrücken wegen Lärm und Sachbeschädigungen: Mehrmals werden Türen eingeschlagen, auf dem Vorplatz – einem Schulhausplatz für Primarschüler – liegen am Montag noch Zigarettenstummel und zerbrochene Bierflaschen.

Dagmersellen:
Anfang November 2007 wird auch hier der Jugendraum «Take it easy» geschlossen. Möbel und andere Gegenstände werden kaputtgemacht, Jugendliche schlagen ein Loch in eine Gipswand im Innern des Raumes.

Grosswangen: Am 22./23. Februar 2008 feiern Jugendliche im Jugendraum Geburtstag. Eine in der Nähe parkierte Vespa wird stark beschädigt.

 Dass es zu Vandalenakten gekommen ist, erstaunt Nhur Barguil, Jugendarbeiterin in Dagmersellen, wenig. «Die Generation, die das Jugendhaus aufgebaut hat, ist erwachsen. Die jetzigen Jugendlichen haben nicht mehr das Gefühl, dass das Haus wirklich ihnen gehört.»

Alfred Steiner vom Büro West, das Jugendarbeitsprojekte in der ganzen Schweiz ausarbeitet setzt zu Jugendräumen generell Fragezeichen. «Jugendräume werden meist von einer Gruppe in Beschlag genommen. Die anderen Jugendlichen haben nichts davon.» Sein Projekt in Willisau sieht vor, dass die Jugendlichen eine Anlaufstelle, ein Jugendbüro haben und sich dort verschiedenste Räume organisieren lassen können. «Wir wollen, dass die Jugendlichen etwas tun für ihre Räume.». Ausserdem soll es in Willisau ein Jugendcafé geben, in dem Jugendliche Veranstaltungen organisieren können.

Luzia Mattmann

Mehr zum Thema am Montag in der Neuen Luzerner Zeitung.