KANTON LUZERN: Junglenker riskieren ihren Ausweis

Die Junglenker müssen zwei obligatorische Kurstage besuchen. Die Mehrheit bleibt diesen fern. Ihnen droht der Ausweisentzug.

Drucken
Teilen
«Da sie die vorgeschriebenen Kurse nicht besucht haben, tauschen wir ihren Fahrausweis gegen diesen Aufkleber.» (Karikatur Jals)

«Da sie die vorgeschriebenen Kurse nicht besucht haben, tauschen wir ihren Fahrausweis gegen diesen Aufkleber.» (Karikatur Jals)

Viele Luzerner Junglenker müssen damit rechnen, dass sie ihren Führerausweis verlieren. Erst gut 10 Prozent der 5868 Betroffenen haben die beiden obligatorischen Kurstage besucht, die für den Erhalt des definitiven Führerscheins notwendig sind. Oder anders gesagt: Von knapp 6000 Junglenkern im Kanton haben erst 2122 den ersten Kurstag besucht. Beim zweiten Kurstag sieht die Statistik noch düsterer aus: Erst 630 Autolenker haben ihn absolviert.

Diese Tendenz lässt sich auch auf nationaler Ebene beobachten. Bis Ende 2008 müssen in der Schweiz 410 Neulenker die beiden Kurse absolviert haben 105 haben ihn bislang erledigt.

Weiterbildungstag verpasst: nochmal von vorn anfangen
Jetzt schlägt der Touring-Club der Schweiz (TCS), der grösste Anbieter solcher Kurstage mit einem Marktanteil von 34 Prozent, Alarm. «Am Ende wollen alle auf den letzten Drücker den Kurs besuchen», sagt TCS-Direktor Beat Flückiger. Er sieht vor allem einen Grund für die tiefen Teilnehmerzahlen: «Viele Junglenker scheinen vergessen zu haben, dass sie diesen Kurs noch besuchen müssten.»

Die Junglenker erhalten kein automatisches Aufgebot für den Weiterbildungstag. Wer ihn verpasst, dem droht der Ausweisentzug. Laut Kurt Eicher vom Strassenverkehrsamt Luzern muss der Junglenker dann ein neues Gesuch um die Erteilung eines Lernfahrausweises stellen und die Theorieprüfung, den Verkehrskundekurs und die praktische Prüfung nochmals ablegen.

Seit 2005 ist die neue Regelung in Kraft
Die Junglenker sind vor allem in den ersten zwei bis drei Jahren in Unfälle verwickelt. Entsprechend hat der Bundesrat auf den 1. Dezember 2005 angeordnet, dass junge Autofahrer eine so genannte Zweiphasenausbildung durchlaufen müssen. Zur ersten Phase gehören die Fahrstunden samt Fahrprüfung. Die zweite Phase enthält die dreijährige Probezeit mit den beiden obligatorischen Kurstagen. Konkret geht es an den beiden Kurstagen um das Testen von Brems- und Anhalteweg, der Schätzung des Abstandes zum vorderen Fahrzeug oder das Kurvenfahren.

Christian Bertschi

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Luzerner Zeitung.