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Kanton Luzern kündigt Heilpädagogen – Neuanstellung bei Gemeinden

Ab kommendem Schuljahr werden drei Dutzend Heilpädagoginnen nicht mehr vom
Kanton, sondern von den Gemeinden angestellt. Die Betroffenen müssen sich nun neue Stellen suchen.
Yasmin Kunz

30 bis 35 schulische Heilpädagogen im Kanton Luzern haben per Ende März die Kündigung erhalten. Grund: Sämtliche Lehrpersonen für die integrative Sonderschulung (IS) werden künftig über die Regelschulen der Gemeinden angestellt. Darum werden die IS-Stellen an den fünf kantonalen heilpädagogischen Schulen und Zentren per 31. Juli aufgehoben.

Dies bestätigt Charles Vincent, Leiter der Dienststelle Volksschulbildung auf Anfrage.

Es gilt weiterhin dasselbe Besoldungsrecht

Rückblick: Bis 2008 waren alle IS-Lehrpersonen bei den Sonderschulen angestellt. Mit der Einführung des kantonalen Konzepts für die Sonderschulung 2012 ist vielerorts die Anstellung über die Gemeinden gelaufen. Nun wird das Anstellungssystem also flächendeckend vereinheitlicht und alle schulischen Heilpädagogen von den Gemeinden angestellt. Gemäss Vincent betrifft das noch rund 20 Prozent aller Heilpädagogen, die in der integrativen Sonderschulung für Lernende mit geistiger Behinderung tätig sind.

Auswirkungen auf den Lohn habe das nicht. «Der Wechsel des Arbeitgebers hat keine Auswirkung auf die Lohnklasse oder die Altersentlastung, denn auch für die kommunal angestellten Lehrpersonen gilt das kantonale Personal- und Besoldungsrecht.» Doch warum eine Kündigung? «Es sind zwei verschiedene Anstellungsträger. Wir können den kommunalen Schulen nicht vorschreiben, dass sie die Lehrpersonen übernehmen müssen.» In den meisten Fällen sei die Kündigung aber nur rechtlicher Natur, denn die Lehrpersonen betreuen dieselben IS-Kinder in der gleichen Schule weiter.

Für einzelne der Lehrerinnen – in den meisten Fällen sind es Frauen – ändert sich aber nicht nur auf dem Papier etwas. Sie müssen nun unter Umständen auf Stellensuche gehen, da fortan die Regelschule einer Gemeinde der Arbeitgeber ist. «Deshalb müssen sie auch die Bewerbungsunterlagen nochmals einreichen, weil die neue Schulleitung nun für die Personalarbeit zuständig ist.»

Vorteil: Grössere Pensen an der gleichen Schule

Und: Ob sie für das Schuljahr 2019/20 wieder das gleiche Pensum erhalten, ist offen. Diese Unsicherheit bestand allerdings bereits vorher, denn wenn die IS-Betreuung bei einem Kind beendet war, gab es unter Umständen keine neuen Lektionen an der gleichen Schule. Allerdings haben die IS-Leitungen der kantonalen Schulen bei der Pensensuche geholfen, so Charles Vincent. Er weist zudem auf das aktuell grosse Stellenangebot hin: Noch sind etwa zehn Teilpensen für IS zu besetzen.

Vincent streicht auch den Vorteil hervor, dass ein grösseres Pensum an einer Schule nun eher möglich werde, weil die ausgebildeten IS-Lehrpersonen auch die Lektionen für die integrative Förderung (IF) übernehmen könnten (siehe Box). «Dies erleichtert die Zusammenarbeit in einem Team, denn bis jetzt mussten viele IS-Lehrpersonen an mehreren Schulen tätig sein, wenn sie ein grösseres Pensum wollten.» Das wird heute schon so praktiziert, sofern IS-Lehrpersonen bei Gemeinden angestellt sind.

Überraschend kommt der Wechsel des Arbeitgebers nicht. Gemäss Vincent wollte man den Schritt mit dem neuen Sonderschulkonzept aufs Schuljahr 2020/21 vollziehen. Seine Dienststelle habe diese Umstellung vorgezogen, weil fürs kommende Schuljahr gleich zwei Leitungsfunktionen an kantonalen heilpädagogischen Schulen neu zu besetzen gewesen wären. So habe man den Wechsel in der Führung an zwei Schulen in einem Schritt machen können. Die betroffenen Lehrpersonen habe man im Herbst 2018 darüber in Kenntnis gesetzt.

Diese Fördermodelle gibt es an den Schulen

Integrative Sonderschulung (IS) ist für Schüler, deren Leistungen deutlich unter den Anforderungen des Lehrplans liegen. Das können Kinder mit geistigen Behinderungen, Sinnes- oder Verhaltensbehinderungen sein. Eine Integrative Sonderschulung ist eine verstärkte Sonderschulmassnahme und setzt eine schulpsychologische Abklärung voraus. Diese Kinder werden integrativ im Regelklassenunterricht gefördert.

Die Integrative Förderung (IF) ist für Schüler, welche Lern- und Verhaltensschwierigkeiten oder besondere Begabungen aufweisen. Der Unterricht findet für diese Kinder integrativ im Regelklassenunterricht mit den anderen Kindern statt.

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