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Kanton Luzern lobt Altishofer Unternehmen als Vorzeigebetrieb

Der Kanton Luzern gratuliert der Galliker Transport AG: Die Firma hat in einem
Jahr elf Flüchtlinge angestellt. Der Effort war auch dank abgebauter bürokratischer Hürden möglich.
Alexander von Däniken
Die Galliker Transport AG beschäftigt elf Flüchtlinge. Im Bild: Abbas Nazari und HR-Leiter Pirmin Trachsel. (Bild: Corinne Glanzmann, Altishofen, 14. Juni 2018)

Die Galliker Transport AG beschäftigt elf Flüchtlinge. Im Bild: Abbas Nazari und HR-Leiter Pirmin Trachsel. (Bild: Corinne Glanzmann, Altishofen, 14. Juni 2018)

Sie stammen aus Afghanistan, Syrien, Eritrea und Tibet. Sie sind anerkannte Flüchtlinge oder vorläufig Aufgenommene. Und sie haben einen Job: Elf junge Männer hat der Altishofer Logistikkonzern Galliker Transport AG seit Frühling 2017 angestellt. Das freut auch den Kanton Luzern. Diese Woche hat eine Delegation von Behörden und der Industrie- und Handelskammer die Migranten beim Unternehmen besucht – und ist voll des Lobes: «Das Engagement von Galliker Transport ist beeindruckend und vorbildlich», lässt sich Erwin Roos, Departementssekretär im Luzerner Gesundheits- und Sozialdepartement in einer Mitteilung zitieren.

Der Kanton versucht schon lange, Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Mit der Kampagne «150 Praktika – 300 Chancen» hat er dieses Jahr die Bemühungen intensiviert. Bisher konnten 54 Praktikumsplätze gewonnen werden. Weitere 49 Plätze werden im Rahmen der Integrationsvorlehre bereitgestellt.

«Alles verlief sehr einfach und schnell»

Bei Galliker-Transport lief der anfängliche Kontakt über den Kanton, wie HR-Leiter Pirmin Trachsel erklärt. «Es fand eine Aussprache mit der Dienststelle Asyl- und Flüchtlingswesen, dem Amt für Migration sowie dem Schweizerischen Arbeiterhilfswerk SAH statt, welches im Kanton Luzern an der beruflichen Integration von Flüchtlingen beteiligt ist.» Trachsel habe in der Folge dem SAH die Profile von offenen Stellen gemeldet, worauf mögliche Kandidaten ausgesucht worden seien. «Alles verlief einfach, zuverlässig und rasch.» Das unkomplizierte Prozedere sei denn auch eine wichtige Bedingung für das Engagement gewesen, betont der HR-Leiter.

Er ist überrascht, wie motiviert, willig und dankbar die jungen Menschen sind. «Ausserdem sprechen sie schon gut Deutsch.» Die Männer arbeiten in den Bereichen Carrosserie-/Lackierwerk, Logistik, Lager, Lastwagenreinigung oder interne Autologistik auf dem Firmengelände. Alle haben nach erfolgreicher, sechsmonatiger Einarbeitung einen festen, unbefristeten Anstellungsvertrag an einem fixen Arbeitsplatz erhalten. Je nach Eignung und Motivation steht ihnen auch der Weg für eine passende Weiterbildung offen. Schon vor vier Jahren hat Galliker Transport den IV-Award für die Integration von handicapierten Menschen gewonnen.

Zur entsprechenden Philosophie sagt der HR-Leiter: «In der Logistik-Branche gibt es traditionell viele Hilfsarbeiterstellen, welche einen idealen Einstieg in die Berufswelt ermöglichen. Zudem gehört eine offene Haltung gegenüber solchen gesellschaftlichen Herausforderungen und Themen zur Verantwortung eines grösseren Arbeitgebers.» Nichtsdestotrotz ist er davon überzeugt, dass auch kleinere KMU noch mehr leisten können. «Zumal es jetzt wirklich einfacher geworden ist.»

Der von Trachsel erwähnte Kontakt mit dem Kanton war für aufgeschlossene Firmen allerdings nicht immer so unkompliziert, wie ein Blick zurück zeigt. Noch vor eineinhalb Jahren viel komplizierter Ende 2016 hat unsere Zeitung über das Schicksal von Noor Deeb berichtet. Der vorläufig aufgenommene syrische Flüchtling und das Autospritzwerk Armein in Adligenswil kämpften monatelang um eine Bewilligung für eine Festanstellung. Da Deeb unter anderem noch kaum Deutsch sprach, vereinbarten sein Chef und er einen Lohn, der während eines Jahres etwas unter dem Mindestlohn lag. Über die Gültigkeit der Vereinbarung waren sich die Behörden nicht einig (Artikel vom 19. November 2016). Mittlerweile hat Deeb gekündigt.

Immerhin: Im zweiten Halbjahr 2017 hat der Kanton mit den Sozialpartnern einen sogenannten Normvertrag erarbeitet. Dieser erlaubt in Branchen ohne Gesamtarbeitsvertrag (GAV) eine befristete Anstellung in Abweichung zu den ortsüblichen Löhnen. Bei Branchen mit GAV entscheiden Arbeitnehmer und Arbeitgeberverbände.

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