KANTON LUZERN: Luzerner Krebsregister nimmt Testbetrieb auf

Der Luzerner Regierungsrat will ein kantonales Krebsregister schaffen. Nun hat er bis zum Inkrafttreten der Gesetz­es­änderung einen Testbetrieb bewilligt.

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Eingang zur Frauenklinik im Kantonsspital Luzern. (Bild Chris Iseli/Neue LZ)

Eingang zur Frauenklinik im Kantonsspital Luzern. (Bild Chris Iseli/Neue LZ)

Krebs ist in der Schweiz die zweithäufigste Todesursache. Pro Jahr sterben mehr als 15'000 Personen den Krebstod.

Krebsre­gis­ter helfen mit, die Krebsvor­beugung, Früherkennung sowie die Identifikation von Risikogruppen zu verbessern und liefern wichtige Daten für die Ursachenforschung. Der Datenschutz und die Patientenrechte werden dabei gewährleistet, schreibt die Staatskanzlei Luzern in einer Medien­mitteilung.

Noch kein nationales Krebsregister in Sicht
Der Regierungsrat schlägt dem Kantonsrat eine Änderung des Gesundheits­gesetzes vor. Basierend auf dieser gesetzlichen Grundlage darf das Krebs­register die AHV-Nummer systematisch verwenden und Personaldaten mit der kantonalen Einwohnerplattform abgleichen. Bis zum Inkrafttreten der Gesetzesänderung hat die Regierung dem Krebsregister den Testbe­trieb bewilligt, heisst es in der Mitteilung weiter.

Trotz der anerkannten Bedeutung von Krebsregistern ist es dem Bund bisher nicht gelungen, gesetzliche Grundlagen für ein nationales Krebs­register zu schaffen. Es ist deshalb noch immer Aufgabe der Kantone, zu entscheiden, ob sie ein Krebsre­gister wollen oder nicht. Momentan führen etwas mehr als die Hälfte der Kantone ein Krebsregister.

Kantonsspital Luzern liefert am meisten Befunde
Nach der operativen Einführung im Kanton Luzern ist geplant, dass weitere Zentralschweizer Kantone sich dem Krebsregister anschliessen können. Bisher haben die Kantone Nidwalden, Obwalden und Uri ihr Interesse bekundet. Auch Kantone ausserhalb der Zentralschweiz werden sich dem Register anschliessen können.

Die meisten Befunde von Luzerner Patientinnen und Patienten werden von der Pathologie des Luzerner Kantonsspitals gemeldet. Daneben wird das Zentralschweizer Krebsregister aber auch von anderen Krebsregistern Patientendaten erhalten, sofern es sich um Personen mit Wohnsitz im Kanton Luzern handelt.

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