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KANTON LUZERN: Markant mehr Kurzarbeit-Gesuche bewilligt

Immer öfter beantragen Firmen Kurzarbeit – derzeit fast ein Drittel mehr als im Vorjahr. Das ist vor allem eine Vorsichtsmassnahme.
Die Anträge kommen vor allem aus dem Metall- und Maschinenbau sowie aus dem Baugewerbe. (Symbolbild) (Bild: Archiv Neue LZ)

Die Anträge kommen vor allem aus dem Metall- und Maschinenbau sowie aus dem Baugewerbe. (Symbolbild) (Bild: Archiv Neue LZ)

Flurina Valsecchi / Carole Gröflin

Die Zahl der Gesuche für Kurzarbeit im Kanton Luzern ist im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahr um 30 Prozent angestiegen. Seit Januar bis Ende Juni sind von der kantonalen Dienststelle für Wirtschaft und Arbeit 132 Gesuche für eine Kurzarbeitsentschädigung bewilligt worden, im gleichen Zeitraum 2014 waren es 96.

Hauptgrund für diesen deutlichen Anstieg um rund 30 Prozent ist laut Silvan Wechsler, Stabsleiter Recht bei der Dienststelle für Wirtschaft und Arbeit, der Entscheid der Schweizerischen Nationalbank zur Aufhebung des Euro-Mindestkurses. «Die meisten Gesuchsteller begründen ihr Begehren unter anderem damit», erklärt er auf Anfrage. Ein klarer Hinweis darauf gibt auch die Datierung der Gesuche: Nur 7 der 132 erwähnten Gesuche wurden vor dem 15. Januar, als die Nationalbank ihren Entscheid kommunizierte, eingereicht, die grosse Mehrheit der Unternehmen stellte ihr Begehren also danach. Nach wie vor treffen Anfragen von Firmen bei der Dienststelle ein. Eventuell deshalb, weil sich die Folgen der Aufhebung des Mindestkurses für einige Firmen nicht unmittelbar ausgewirkt hat, oder weil die Firma zuerst noch andere Massnahmen als die Kurzarbeit getroffen hat.

Gesuche als Absicherung

Wie viele dieser Firmen tatsächlich auch Kurzarbeit durchsetzen, wird bei der Arbeitslosenkasse erfasst. Die Firmen haben drei Monate Zeit, Ersatz für den Lohnausfall anzumelden. Wechsler erklärt: «Es gibt auch Firmen, die schliesslich von der Bewilligung gar keinen Gebrauch machen, die aber ein Gesuch eingereicht haben, um im schlimmsten Fall eine Absicherung zu haben.»

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) erfasst national, wie viele Betriebe pro Kanton effektiv Kurzarbeit abrechnen. «Die Zahl abgerechneter Kurzarbeit hat seit Januar zugenommen», sagt Fabian Maienfisch, Seco-Mediensprecher. Man erkenne seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses grundsätzlich eine leichte Zunahme der abgerechneten Kurzarbeit. Allerdings befinde man sich auf einem tiefen Niveau: «Im Sommer 2009 traf die Finanzkrise die Betriebe derart heftig, dass beinahe 5000 Firmen Kurzarbeit abrechnen mussten.» Von einem solchen Wert sei man weit entfernt: Die aktuellsten Zahlen bis Ende April belegen, dass schweizweit ein Zehntel dieses Spitzenwerts erreicht wurde – also rund 500 Betriebe.

Luzern: 21 Betriebe betroffen

Im Kanton Luzern haben im Monat April 21 Betriebe effektiv Kurzarbeit abgerechnet, wobei 125 Arbeitnehmer betroffen waren. Um wie viel Geld es hierbei geht, erfasst das Seco nicht. «Wir erfassen lediglich, wie viele Ausfallstunden erfolgt sind», sagt Maienfisch. Für die finanzielle Entschädigung seien die kantonalen oder privaten Arbeitslosenkassen zuständig.

Vor allem KMU

Betroffen sind in Luzern laut Silvan Wechsler vor allem KMU-Betriebe, im Schnitt geht es um rund 10 Mitarbeiter pro Firma. Die Anträge kommen vor allem aus dem Metall- und Maschinenbau sowie aus dem Baugewerbe. Laut Wechsler melden sich aber auch Tourismusbetriebe, Treuhandbüros und Holzverarbeiter.

Ein Blick in die übrigen Zentralschweizer Kantone bestätigt, dass weitaus mehr Gesuche eingereicht als abgerechnet werden. Meist kann während dreier Monate Kurzarbeit bezogen werden.

Im Kanton Schwyz wurde seit Jahresbeginn an 13 Betriebe eine Bewilligung für Kurzarbeit erteilt. Bis Ende April rechneten 6 Betriebe diese auch ab. In Zug wurden heuer bisher 42 Gesuche eingereicht und 37 bewilligt. Zum Vorjahresvergleich für den selben Zeitraum: Von 20 Gesuchen wurden damals 18 bewilligt. Die Gesuche stammten aus metallverarbeitenden Betrieben und mechanischen Werkstätten, wie das Amt für Wirtschaft und Arbeit mitteilt. Im März haben 14 Arbeitgeber Ersatz für Lohnausfall angemeldet, im April waren es noch 5. Im Kanton Uri beantragte lediglich ein Betrieb Kurzarbeit, dieser rechnete den Ausfall auch ab. Keine Kurzarbeit abgerechnet im April haben die Kantone Nid- und Obwalden. In Nidwalden haben 5 Firmen eine Bewilligung erhalten, in Obwalden 3.

Mehrere Firmen in der Zentralschweiz haben in den vergangenen Monaten eine Erhöhung der Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter beschlossen. Diese Massnahme muss nicht von einer Behörde bewilligt werden.

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