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Kanton Luzern: Neuer Kripo-Chef will die Zusammenarbeit forcieren

Der Nidwaldner Polizeikommandant wird neuer Chef der Luzerner Kriminalpolizei. Damit kehrt der 44-jährige Jürg Wobmann zurück in seinen Heimatkanton. Eines seiner Ziele ist eine gemeinsame Einsatzleitzentrale für Luzern und Nidwalden
Roseline Troxler

Der neue Chef der Kriminalpolizei des Kanton Luzern ist kein Unbekannter: Jürg Wobmann steht seit sechs Jahren als Kommandant dem 70-köpfigen Korps der Kantonspolizei Nidwalden vor. Nun geht es für den 44-Jährigen zurück in seinen Heimatkanton. Der neue Kripo-Chef ist in Luzern aufgewachsen. In seiner künftigen Funktion wird Wobmann rund 190 Mitarbeiter führen. Das gesamte Luzerner Polizeikorps zählt rund 850 Personen. «Jürg Wobmann hat uns mit seiner breiten Erfahrung, seiner guten Vernetzung auch in nationalen Gremien sowie menschlich überzeugt», sagt der Luzerner Polizeikommandant Adi Achermann auf Anfrage.

Keinen internen Nachfolger angestrebt

Bei der Luzerner Polizei sind laut Achermann 22 Bewerbungen für die Nachfolge von Daniel Bussmann eingegangen. Es sei keine interne Lösung angestrebt worden. Der Polizeikommandant begründet dies damit, dass «bewusst nach einem Juristen mit Führungserfahrung gesucht wurde». Dass der neue Kripo-Chef in rechtlichen Angelegenheiten sattelfest ist, sei besonders wichtig, so Achermann. Jürg Wobmann habe ausserdem mehrjährige Managementerfahrung.

Der Nachfolger von Bussmann ist seit 12 Jahren bei der Nidwaldner Polizei. Bevor er dort Kommandant wurde, leitete er während sechs Jahren die Kriminalpolizei. Im Vorfeld hatte er mehrere polizeibezogene Praktika absolviert, so auch bei der Luzerner Polizei. Ausserdem besuchte er den polizeilichen Führungslehrgang III des Schweizerischen Polizeiinstituts. An der Interkantonalen Polizeischule in Hitzkirch war er als Dozent im Bereich Strafrecht tätig. Heute präsidiert er den Schulrat der Interkantonalen Polizeischule. Seine pädagogischen Fähigkeiten gehen auf seine Ausbildung am Lehrerseminar in Luzern und seine Tätigkeit als Primar- und Sekundarlehrer zurück. 2004 schloss er sein Jus-Studium ab.

"Der Entscheid ist mir nicht leichtgefallen"

Jürg Wobmann ist verheiratet und Vater von vier Kindern. Er lebt derzeit in Ennetbürgen, hat laut Achermann aber seine Bereitschaft signalisiert, zurück in den Kanton Luzern zu ziehen. Mit dem Wechsel von Wobmann gibt es eine Vakanz beim Kommando der Kantonspolizei Nidwalden. Die dortige Regierungsrätin Karin Kayser-Frutschi (CVP) bedauert seinen Weggang. Gleichzeitig dankt sie Wobmann für «die innovative und motivierte Führung». Der neue Kripo-Chef räumt ein: «Der Entscheid ist mir nicht leichtgefallen und ich verlasse die Kantonspolizei Nidwalden mit einem freudigen und weinenden Auge.»

Interessant ist, dass Jürg Wobmann in den letzten Jahren als Kommandant der Kantonspolizei Nidwalden die Zusammenarbeit mit der Luzerner Polizei forciert hat. Wichtigster Punkt dabei ist die Zusammenlegung der Einsatzleitzentralen. «Spätestens 2025 sollte es für Luzern und Nidwalden so weit sein», sagte Wobmann im November 2017 gegenüber unserer Zeitung. Mit einem interkantonalen Kompetenzzentrum sollen Synergien bei der Informatik- und Logistik genutzt werden. In früheren Jahren war dieselbe Idee verworfen worden. Ein Grund war, dass Luzern nicht mitgezogen hat. Auf die Frage, ob auch eine Zusammenlegung von ganzen Polizeikorps denkbar wäre, antwortete Wobmann im vergangenen Herbst: «Im Fokus steht die intensive Zusammenarbeit. Als Polizeikommandant ist es aber auch wichtig, das Unmögliche zu denken, um das Mögliche umzusetzen.»

Seine neue Tätigkeit bei der Luzerner Polizei wird Wobmann am 1. Dezember 2018 aufnehmen. Während eines Monats wird er von Daniel Bussmann eingearbeitet. «Er kann seinem Vorgänger in dieser Zeit über die Schultern schauen. Die Einarbeitungszeit dauert allerdings deutlich länger, in der Regel ein bis zwei Jahre», erklärt Adi Achermann. Auch der Kommandant wird an der Einarbeitung des neuen Kripo-Chefs massgeblich beteiligt sein.

Daniel Bussmann ist seit 1995 Kripo-Chef

Der 59-jährige Daniel Bussmann tritt Ende Jahr als Kripo-Chef ab. Er übte seine Funktion seit 1995 aus. «Er leitete die Kriminalpolizei über all die Jahre mit viel Engagement», schreibt die Luzerner Polizei in einer Medienmitteilung. Bussmanns Führungsstil galt phasenweise als umstritten, seine Fachkompetenz hingegen wird betont. Es gab aber auch Einschnitte. Nach der Polizeikrise mit dem Abgang von Polizeikommandant Beat Hensler wurde Bussmann im Jahr 2013 die Funktion des Vizekommandanten entzogen.

Seine vorzeitige Pensionierung gab die Luzerner Polizei bereits im Januar dieses Jahres bekannt. Damals betonte Polizeikommandant Adi Achermann, dass die Kündigung keinen direkten Zusammenhang mit dem Fall Malters habe. Achermann und Bussmann sehen sich mit dem Vorwurf der fahrlässigen Tötung und des Amtsmissbrauchs konfrontiert. Bei einem Polizeieinsatz im März 2016 hatte sich eine Frau das Leben genommen. Zuvor hatte sie sich 17 Stunden in der Wohnung des Sohnes verschanzt und gegen die Aushebung einer Hanfanlage ihres Sohnes gewehrt.

Das Bezirksgericht Kriens hat im Fall Malters für die Polizeispitze zwar einen Freispruch gefällt, doch das Urteil wurde ans Kantonsgericht weitergezogen. Die Verhandlung ist auf den 23. August angesetzt.

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