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KANTON LUZERN: Örtlich droht eine Mäuseplage

Durch den milden Winter konnten sich Mäuse stark vermehren. Vor allem Bauern mit Obstanlagen sollten sich vorsehen.
Roseline Troxler
Wühlmäuse konnten sich im milden Winter besonders gut eingraben. (Bild: Getty)

Wühlmäuse konnten sich im milden Winter besonders gut eingraben. (Bild: Getty)

Roseline Troxler

roseline.troxler@luzernerzeitung.ch

Kaum Niederschlag und viel zu milde Temperaturen. So kann der nun hinter uns liegende Winter kurz zusammengefasst werden. Das Wetter hat sich auch auf die hiesige Mäusepopulation ausgewirkt. Weil es häufig mild war, sind die Böden kaum gefroren. Gab es eine dünne Schneedecke, hat dies die Erde noch zusätzlich isoliert. Profitiert haben davon die Nager. Sie mussten sich dadurch nicht allzu tief eingraben und hatten einen reichhaltigen Speiseplan.

Heinrich Hebeisen betont denn auch: «Wühlmäuse haben gut überwintert.» Er ist beim Berufsbildungszentrum Natur und Ernährung in Hohenrain zuständig für Beratungen im Pflanzenschutz und im Ackerbau. «Die Mäusepopulationen sind lokal gewachsen und wachsen weiter», erzählt Hebeisen. Dabei gebe es grosse Unterschiede von Parzelle zu Parzelle. «Lokal kann auch eine Mäuseplage vorkommen. Als grossflächiges Problem kann es aber noch nicht wahrgenommen werden», erklärt der Experte. Man könne derzeit keine Gebiete oder ganze Regionen definieren, wo die wachsende Mäusepopulation zum Problem werde, führt er aus. Heinrich Hebeisen sagt aber: «Betroffen von der Mäuseplage sind vorwiegend futterbaulich genutzte Flächen.»

Bei niedriger Population lohnt sich das Mäusefangen

Obwohl die Mäusepopulation noch kein grossflächiges Problem darstellt, empfiehlt Hebeisen, rechtzeitig zu handeln. «Mäuse fangen ist zu empfehlen, wenn die Population noch niedrig ist.» Ausserdem appelliert er an die Bauern, welche Spezialkulturen wie Obstanlagen besitzen. «Hier kann der Schaden gross sein, weshalb sich Bekämpfungsmassnahmen am ehesten lohnen.» Vor allem Jung­bäume seien gefährdet. Der Berater schlägt vor, natürliche Feinde wie Greifvögel zu fördern, indem Sitzstangen errichtet, Nistkästen gebaut und Hecken angepflanzt werden. In bestimmten Situationen kann auch mit einem Mäusezaun die Einwanderung verhindert werden.

Weitreichend können die Folgen auch im Wiesland sein. Bei sehr grossen Mäuseschäden sind Ertragseinbussen von 50 bis 70 Prozent möglich. «Ausserdem kann die Mäuseplage im Wiesland zu schlechterer Futterqualität und zu einem erhöhten Maschinenverschleiss führen», so Hebeisen weiter. Aktuell werden viele Wiesen «gestriegelt», um die Mäusehaufen zu verteilen und die Bestockung der Gräser zu fördern. Ausserdem würden Einsaaten mit Kleegras in lückigen Wiesen für höheren Ertrag und bessere Futterqualität sorgen. «Sehr stark geschädigte Wiesen müssen gepflügt und neu angesät werden. Damit werden die Gänge der Mäuse zerstört», erklärt Hebeisen.

Wie sich die Mäusepopulation weiterentwickelt, wird sich nun weisen. Derzeit vermehren sich die Nager zum ersten Mal. In wenigen Monaten erfolgt der nächste Wurf. Bei den Wühlmäusen bringen die Weibchen zwischen zwei und fünf Jungtiere auf die Welt. Wühlmäuse sind bis zu 20 Zentimeter gross. Sie leben die meiste Zeit in ihren Bauten.

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