KANTON LUZERN: Regen – langsam wird es dramatisch

Salate sind vom Mehltau befallen, Erdbeeren verfaulen, und ans Heuen ist gar nicht zu denken. Bei den Bauern herrscht Krisenstimmung.

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Hans Bauer inmitten von grünen und roten Salatköpfen. (Bild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Hans Bauer inmitten von grünen und roten Salatköpfen. (Bild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Ruswil gestern Nachmittag: Hans Blaser schreitet im Regen über ein Feld mit Salaten. Er nimmt ein Messer, und pflückt mit einem Schnitt einen Kopfsalat und zeigt mit der Messerspitze den weissen Pilzbefall auf den Blättern «Durch das nasse Wetter ist der Rote Kopfsalat von Mehltau befallen. Das bedeutet, dass ich den wegwerfen muss», sagt der Mitinhaber von Blaser Agrokulturen.

Salate und Erdbeeren mögen den Dauerregen nicht
Allein 10'000 Pflanzen dieser Salatsorte muss er entsorgen. Dazu kommen 20'000 grüne Salatköpfe, die ebenfalls Mehltau haben oder aber bereits angefault sind. Und schlimmer noch: Weil der Boden vom Dauerregen aufgeweicht ist, können derzeit keine Setzlinge gepflanzt werden, weil die Maschinen den Boden beschädigen würden. Blaser muss nun rund 10'000 seiner Setzlinge vernichten. «Die können wir später nicht mehr pflanzen», sagt der Gemüsebauer.

Dringend auf besseres Wetter hofft Erdbeerproduzent Josef Roth aus Altwis. In einem guten Jahr wie im letzten gewinnt er auf seinen zwei Hektaren Land 40 Tonnen Erdbeeren. Dieses Jahr werden es deutlich weniger sein. «Ich musste bereits viele Beeren wegwerfen, weil sie verfault sind», sagt er. Roth beschäftigt rund 15 Angestellte. Derzeit seien sie mehrheitlich damit beschäftigt, die faulen Beeren auszusortieren.

Die Heuernte wird immer schwieriger
Schwierig ist die Situation auch für die Landwirte, die für ihr Vieh Heu als Grundfutter verwenden. «Die Bauern sind besorgt. Sie warten in ihren Scheunen darauf, dass sie endlich mit der Heuernte beginnen können», sagt Stefan Heller, Standortleiter des Landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungszentrum in Schüpfheim.

Pius Schmid bewirtschaftet einen Biobetrieb in Sörenberg. Er bestätigt Hellers Aussage: «Je länger wir das Gras stehen lassen, desto schlechter wird die Qualität des Heus.» Weil die Futterqualität des alten Heus geringer sei, müsse man dem Tierfutter teure Kraftnahrung beifügen, was die Produktionskosten in die Höhe treibe. «Wenn ich pro Tier Nahrungsergänzung für fast 200 Franken beifügen muss, bleibt mir am Schluss nur noch knapp ein Drittel des üblichen Ertrags», sagt Schmid.

Roger Rüegger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Luzerner Zeitung.