Kanton Luzern plant auf dem Seetalplatz 35 günstige Wohnungen

Der Kanton Luzern sucht Investoren, die auf dem Seetalplatz Wohnungen bauen, aber auch Restaurants und Läden eröffnen. Die drei Baufelder werden im Baurecht ausgeschrieben – für 70 bis 100 Jahre.

Lukas Nussbaumer
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Wie der Seetalplatz als Teil von «Luzern Nord» dereinst aussehen wird, konkretisiert sich weiter. Am Dienstag nämlich hat das Finanzdepartement des Kantons Luzern mitgeteilt, was auf der 17'000 Quadratmeter grossen und dem Kanton gehörenden Parzelle entstehen soll: etwa 300 Wohnungen, aber auch Geschäfte und Restaurants sowie Durchgänge und Aufenthaltsbereiche für die Öffentlichkeit.

Blick auf die Baufelder B1, B2 und B3: Auf einer Fläche von 17'000 Quadratmetern sollen neue Wohnungen entstehen.

Blick auf die Baufelder B1, B2 und B3: Auf einer Fläche von 17'000 Quadratmetern sollen neue Wohnungen entstehen.

Visualisierung: PD / Immo

Auf dem Areal, dessen Grösse knapp jener von zweieinhalb Fussballfeldern entspricht, sollen Investoren bauen. Die drei Baufelder liegen direkt neben dem geplanten zentralen Verwaltungsgebäude für rund 1300 Kantonsangestellte und dem Bahnhofplatz mit Busverbindungen in alle Richtungen. Sie werden 2021 im Baurecht abgegeben – für 70 bis 100 Jahre.

Der Kanton sichere sich auf diese Weise regelmässige Einnahmen aus den Baurechtszinsen und das Mitspracherecht bei der Ausgestaltung der Bauten, schreibt das Finanzdepartement. Wie hoch die Einnahmen sein werden, lasse sich jedoch erst nach der Beendigung des Ausschreibungsverfahrens sagen. Sicher ist bereits jetzt: Interessierte private oder gemeinnützige Investoren können sich für eines oder mehrere Grundstücke bewerben.

Ziel: «Personen aus allen sozialen und wirtschaftlichen Schichten ansprechen»

Neben Wohnungen im mittleren und hohen Preissegment will die Regierung auch bis zu 35 gemeinnützige Wohnungen realisieren lassen. Finanzdirektor Reto Wyss begründet dies so: «Es ist uns ein Anliegen, dass die Wohnungsversorgung auch für wirtschaftlich und sozial schlechter gestellte Personen gewährleistet ist.» Ziel sei ein ausgewogener Wohnungsmix, «um Personen aus allen sozialen und wirtschaftlichen Schichten anzusprechen», so Wyss weiter.

Vor sechs Jahren plante die Luzerner Regierung im mehr als doppelt so grossen Gebiet Obfildern in Ebikon ebenfalls gemeinnützige Wohnungen. Als Trägerin war eine öffentlich-rechtliche Anstalt vorgesehen. Der Kantonsrat versenkte die Pläne jedoch (siehe Box am Ende des Beitrags).

Wohnungspreise und -grössen bestimmt der Investor

Welcher gemeinnützige Wohnbauträger am Seetalplatz das Rennen macht, entscheidet das Finanzdepartement. Preise und Wohnungsgrössen kann der Investor im Rahmen des Bebauungsplans selber bestimmen – konkrete Angaben lassen sich also nicht machen, auch nicht zu den teureren Wohnungen. Klar sind die Durchführung eines Wettbewerbs und der Anschluss an die lokale Wärmeversorgung.

Wie das Finanzdepartement auf Anfrage weiter bekanntgibt, beträgt der Wohnanteil in den drei Gebäuden zwischen 50 und 80 Prozent. Die Häuser werden fünf Geschosse umfassen, eines davon in einem Hochhausbereich deren elf.

Ein Projekt unter vielen

Am verkehrstechnisch gut erschlossenen Seetalplatz werden zur Zeit noch weitere Projekte geplant und realisiert. Ziel ist es, auf einer Gesamtfläche von rund 600'000 Quadratmetern 1500 Wohnungen für 3300 Bewohner zu schaffen. Weiter sollen 4000 zusätzliche Arbeitsplätze und 800 Studienplätze entstehen.

Das Verwaltungsgebäude verfügt über Innenhöfe – und bietet einen Blick auf den Pilatus.
8 Bilder
Blick auf das Verwaltungsgebäude «Metropol» am Seetalplatz in Emmen von Norden her
Viel Platz laut Visualisierung vor der Zentralen Verwaltung.
Das Foyer im Eingangsbereich ist laut Visualisierung grosszügig gehalten.
Die Cafeteria im Innenhof...
... lädt zum Verweilen ein.
Die 1300 Mitarbeiter teilen sich 1000 Arbeitsplätze.
Auf diesem Feld entsteht die Verwaltung.

Das Verwaltungsgebäude verfügt über Innenhöfe – und bietet einen Blick auf den Pilatus.

Visualisierung: PD

Mit der Hochschule Luzern Design und Kunst in der Viscosistadt konnte bereits ein Projekt vollendet werden. Im Frühjahr 2021 wird in einer Volksabstimmung ferner über den Bau des geplanten zentralen Verwaltungsgebäudes des Kantons Luzern abgestimmt. Sollte die Vorlage angenommen werden, ist eine Fertigstellung im Jahr 2025 geplant.

Kantonsrat kippte Pläne der Regierung

Ebikon

Die Luzerner Regierung plante Mitte 2014 im Gebiet Obfildern in Ebikon 120 gemeinnützige Wohnungen. Als Trägerin vorgesehen hatte das damals vom parteilosen Marcel Schwerzmann geleitete Finanzdepartement eine öffentlich-rechtliche Anstalt. Im Dezember 2014 verhängte der Kantonsrat jedoch einen Planungsstopp, weil CVP, SVP, FDP und GLP die öffentlich-rechtliche Anstalt als Konkurrenz zu Wohnbaugenossenschaften erachteten. Schwerzmann sagte daraufhin: «Der Entscheid des Parlaments ist klar: Der Kanton soll sich beim gemeinnützigen Wohnungsbau nicht engagieren.»

2015 plante die Gemeinde auf dem 3,5 Hektaren grossen Areal 220 Wohnungen, darunter 130 gemeinnützige. Der Bebauungsplan ist immer noch in Bearbeitung; erste Häuser werden frühestens 2024 bezogen. (nus)

Hier in Obfildern (Vordergrund) war die Überbauung geplant.

Hier in Obfildern (Vordergrund) war die Überbauung geplant.

Bild: Pius Amrein