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KANTON LUZERN: Schullager werden für Eltern günstiger

Bis zu 30 Franken pro Tag müssen Eltern an Klassenlager zahlen. Nach einem Bundesgerichtsurteil halbiert nun der Kanton Luzern die Beiträge. Lehrer befürchten, dass grössere Ausflüge künftig nicht mehr möglich sind.
Martina Odermatt
Schulkinder im Skilager in Villars-sur-Ollon. (Bild: Keystone/Pascal Muller (17. Februar 2016))

Schulkinder im Skilager in Villars-sur-Ollon. (Bild: Keystone/Pascal Muller (17. Februar 2016))

Martina Odermatt

martina.odermatt@luzernerzeitung.ch

Schlangenbrot backen und einander Gruselgeschichten erzählen: Klassenlager gehören wohl für jedes Kind zu den Höhepunkten in der Schulzeit. Doch was den Kindern eine Freude ist, kann für die Eltern eine finanzielle Belastung sein. Vier Familien aus der Ostschweiz beschwerten sich über die hohen Pflichtbeiträge an schulische Veranstaltungen. Das Bundesgericht fällte dazu vor kurzem ein Urteil: Mehr als 16 Franken pro Tag dürfe man von Eltern für obligatorische Schullager nicht verlangen.

Nun passt auch die Luzerner Dienststelle Volksschulbildung ihre Empfehlungen an, wie sie mitteilt. Bisher lagen die empfohlenen Elternbeiträge bei 30 Franken pro Tag und Kind. Nun werden sie auf 16 Franken gesenkt. Dienststellenleiter Charles Vincent kann die Sorgen der Familien nachvollziehen. «Immer wieder meldeten sich Eltern bei uns und fragten, ob sie diese oder jene Beträge bezahlen müssten.» Er räumt ein, dass Familien teilweise tief in die Taschen greifen mussten. Besonders, wenn sie mehrere Kinder haben. «Man muss ehrlicherweise gestehen, dass Ausflüge und Lager in einigen Schulen teilweise beträchtliche Ausmasse angenommen hatten», sagt Vincent. «Für einen Schüler ist es natürlich nicht toll, wenn er wegen der finanziellen Belastung als Einziger nicht ins Klassenlager gehen kann.»

Klassen müssen mehr Geld auftreiben

Für die Schulen bedeutet das Urteil nun wohl, dass sie noch mehr Aktionen machen müssten, um Geld für die Klassenkasse zu sammeln. Annamarie Bürkli, Präsidentin des Luzerner Lehrerinnen- und Lehrerverbands, bezweifelt, dass Lehrpersonen bereit sind, dies zu tun. «Bereits jetzt machen Schulklassen viele Sammelaktionen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie noch mehr Zeit dafür aufwenden wollen – gerade in Zeiten von Abbau- und Sparmassnahmen.» Die einzige Alternative dazu ist, dass die Gemeinden ihre Beiträge an die Klassenlager erhöhen.

Das Urteil werde voraussichtlich wenig ändern. «Die Regelung gilt nur für obligatorische Schullager. Viele Ski- und Klassenlager sind jedoch freiwillig.» Bürkli befürchtet, dass Eltern nun die Klassenlager vermehrt in Frage stellen. Viele Eltern wüssten gar nicht, welche Lager freiwillig und welche obligatorisch sind. Besteht die Gemeinde auf ein obligatorisches Lager, müsste dieses kostengünstig sein. «Lager ins Welschland würden somit wegfallen. Gerade in Anbetracht der Diskussion um die Zweisprachigkeit wäre das aber wichtig», so Bürkli, die selber Lehrerin ist.

Gemeinden sollen neuen Budget-Posten schaffen

Die Dienststelle Volksschulbildung empfiehlt nun den Gemeinden, im Budget 2019 einen Posten für obligatorische Schulveranstaltungen zu schaffen. Einige würden das bereits tun. «Wenn alle, also Schule, Eltern und Gemeinde, ihren Teil leisten, sollten die Schullager und Schulreisen auch weiterhin möglich sein», sagt Charles Vincent.

Die Finanzierung der Klassenlager kommt nun auch aufs politische Parkett: «Die CVP wird eine Anfrage zu den Auswirkungen dieses Entscheids einreichen», sagt Kantonsrat Adrian Bühler (Eschenbach). Unter anderem will die Partei von der Regierung wissen, wie gross sie die Gefahr erachtet, dass künftig weniger Exkursionen sowie Klassenlager stattfinden und wie hoch die Mehrkosten ausfallen würden, wenn die Gemeinden in die Bresche springen würden.

Hinweis
Bundesgerichtsurteil 2C_206/2016.

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