Härtefälle
Luzerner Restaurants reichen über 680 Gesuche beim Kanton ein

Die «AG Gastgewerbe Luzern» sieht sich vom Kanton Luzern zu wenig unterstützt. Nun nennt der Regierungsrat Zahlen zur aktuellen Situation.

Merken
Drucken
Teilen

(zim) In einem offenen Brief haben Luzerner Gastronomen die Kantonsregierung angegriffen. Sie fühlen sich zu wenig unterstützt, so die «AG Gastgewerbe Luzern». Nun reagiert die Exekutive. In einer Mitteilung schreibt sie, die kantonale Verwaltung arbeite «mit Hochdruck daran, die notleidenden Unternehmen rasch mit Liquidität zu versorgen, Unternehmensstrukturen zu sichern und Arbeitsplätze zu erhalten».

In der Mitteilung macht der Regierungsrat Angaben zu den Härtefallgesuchen. Demnach sind bisher 683 Gesuche von behördlich geschlossenen Restaurants eingegangen (Stand 19. März). 75 Prozent davon konnten abschliessend beurteilt werden. So wurden über 37 Millionen Franken gesprochen. Die Lösung zur Entschädigung für behördlich geschlossene Betriebe besteht seit dem 20. Januar 2021. Die Gastronomie könne als eine der ersten Branchen von einer vereinfachten Lösung profitieren, schreibt die Regierung.

Der Kanton Luzern entschädigt Gastronomiebetriebe für die Fixkosten während der behördlichen Schliessung. Das heisst, für die Dauer der Schliessung werden Betriebe mit 25 Prozent des Jahresumsatzes der Vergleichsjahre entschädigt. Bis Ende Februar 2021 waren Gastronomiebetriebe insgesamt 5 Monate geschlossen. Anteilsmässig werden die Fixkosten darum mit einer Zahlung in der Höhe von 10 Prozent des Jahresumsatzes der Vergleichsjahre abgegolten.

Bund soll Beiträge an grössere Unternehmen vollständig finanzieren

Weiter heisst es in der Mitteilung, der Regierungspräsident unterstütze es, dass die Härtefallbeiträge an grössere Unternehmen vollständig vom Bund finanziert werden. Der Regierungsrat habe sich am 5. Februar 2021 mit Vertretern der «AG Gastgewerbe Luzern» zu einem Austausch getroffen. Man habe sich gemeinsam darauf verständigt, die Lösung des Bundes für Unternehmen mit einem Umsatz von über 5 Millionen Franken abzuwarten. Zudem fordert die Regierung, dass die Restaurants so rasch wie möglich vollständig öffnen dürfen, sofern dies die epidemiologische Lage zulässt.

Der Regierungsrat begrüsst es, dass sich Branchenvertreter in die politische Diskussion eingeben, heisst es in der Mitteilung weiter. Er lädt Vertreter der «AG Gastgewerbe Luzern» zu einem erneuten Gespräch ein.