Kanton Luzern soll neuer Universitätsvereinbarung beitreten

Mit der Interkantonalen Universitätsvereinbarung (IUV) beteiligen sich die Kantone an den Kosten der universitären Ausbildung. Die Luzerner Regierung beantragt dem Parlament, der totalrevidierten IUV beizutreten.

Alexander von Däniken
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Eine Vorlesung an der Universität Luzern.

Eine Vorlesung an der Universität Luzern.

Symbolbild: Roger Grütter

Wirtschaft studieren in St.Gallen, Soziologie in Luzern oder Medizin in Bern? Wer die Zulassungsbedingungen für ein Studium an einer Universität erfüllt, hat in der Schweiz freie Wahl. Welche Beiträge ein Kanton für seine Bürgerinnen und Bürger zu bezahlen hat, wenn diese an einer ausserkantonalen Uni immatrikuliert sind, regelt die Interkantonale Universitätsvereinbarung (IUV) seit 1997.

Jetzt haben die kantonalen Erziehungsdirektoren die IUV überarbeitet. Das bedingt einen neuen Beitritt der Kantone. Der Luzerner Regierungsrat beantragt dem Kantonsparlament diesen Beitritt. «Dieser Lastenausgleich funktioniert gut und hat sich bewährt», schreibt die Regierung in einer Medienmitteilung. Die neue Vereinbarung sollte für Luzern «höchstens geringfügige» finanzielle Folgen haben. Gemäss einer Modellrechnung für das Studienjahr 2016/17 würde der Kanton Luzern um 0,7 Millionen Franken entlastet.

Kanton Luzern zahlt 48 und erhält 14 Millionen Franken

Zurzeit bezahlt der Kanton für auswärts studierende Luzerner IUV-Beiträge von rund 48 Millionen Franken pro Jahr. Im Gegenzug überweisen die übrigen Kantone dem Kanton rund 14 Millionen Franken. Von den insgesamt 150000 Uni-Studenten in der Schweiz stammen gemäss dem Bundesamt für Statistik aktuell rund 5000 aus dem Kanton Luzern. 4250 von ihnen sind an einer ausserkantonalen Universität eingeschrieben, der Rest studiert in Luzern.

Die Pro-Kopf-Beiträge der Kantone variieren je nach Art des Studiums stark. Bei den Geistes- und Sozialwissenschaften sind es 10600 Franken pro Jahr, im Fachbereich Medizin ab dem dritten Studienjahr 51400 Franken. In der neuen Vereinbarung werden diese Beiträge nicht mehr im Vornherein festgelegt, sondern nach Aufwand berechnet. Zudem fallen die Wanderungsrabatte für Kantone weg, die stark von der Abwanderung Hochqualifizierter betroffen waren.