Kanton Luzern spricht 230'000 Franken Fördergelder für Kulturschaffende

Von 39 haben acht Kulturprojekte die Jury überzeugt: Sie erhalten finanzielle Unterstützung vom Kanton. Das Bestreben besteht insbesondere darin, die Kultur in ländlichen Gebieten zu fördern.

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Die Macher des Konzertkellers Schtei in Sempach kriegen 20'000 Franken für ihr zweijähriges Projekt. (Bild: PD)

Die Macher des Konzertkellers Schtei in Sempach kriegen 20'000 Franken für ihr zweijähriges Projekt. (Bild: PD)

(pd/lil) In diesem Jahr finden zwei Bewerbungsrunden statt, bei welchen Kulturschaffende dem Kanton Luzern ihre Projekte vorstellen und auf einen finanziellen Zustupf hoffen können. Die Gewinner der ersten Runde stehen nun fest: Die zuständige Fachjury – bestehend aus inner- und ausserkantonalen Experten – hat aus 39 Bewerbungen acht Projekte aus den Sparten Musik, Theater/Tanz und Kulturveranstaltungen auserkoren. Der Kanton Luzern spricht insgesamt 230'000 Franken an Förderbeiträgen für diese acht Spezialprogramme. Der Kulturverantwortliche des Kantons, Stefan Sägesser, gibt auf Anfrage unserer Zeitung in kurzen Sätzen einen Einblick, worum es in den einzelnen Projekten in den verschiedenen Sparten geht:

Theater/Tanz

Die insgesamt 120'000 Franken, die in die Sparte Theater/Tanz fliessen, kommen professionellen Schauspielerinnen und Tänzern zu Gute, deren Aufführungen nächstes Jahr Premiere feiern:

  • «Raffzahn Jack und die Rächer der Gartenbausiedlung» von der Bazooka Bandi: 40'000 Franken gehen an ein Kinderstück im Ambiente der 70er/80er Jahre mit einer Geschichte über die Kraft von Freundschaft und Gerechtigkeit – eine Inszenierung zwischen Spass und Punk.
  • «Zytologie 1/2 – die performative Urzelle» von Dlaboha und die Seilschaft: Das Team beschlagnahmt das ganze Kleintheater Luzern und bespielt das Haus von oben bis unten, vor und hinter der offiziellen Bühne. Das ambitionierte hat einen interessanten und auch grössenwahnsinnigen Ansatz. Auch dafür wurden 40'000 Franken gesprochen.
  • «findet Jetzt statt von» I-Fen Lin: Weitere 40'000 Franken gehen an ein Projekt, in welchem Tanz und Performance mit dem Publikum in Kontakt kommen. Das Publikum wird subtil eingreifen können, in ein Spiel zwischen dem Hier und Jetzt.

Musik

Die Förderbeiträge für Musik werden für Veröffentlichungen, die nächstes Jahr erscheinen, und für den damit verbundenen Marketingaufwand verwendet.

  • Alois: Die Band wies eine hohe musikalische Qualität auf und überzeugte mit einem innovativen Konzept. Sie werden den Förderbeitrag von 20'000 Franken nicht für die Veröffentlichung nutzen, sondern gehen einen Schritt weiter und planen einen Clip und eine gezielte Promotionsaktion im In- und Ausland.
  • GeilerAsDu: Die Hiphop-Kombo wagt in ihrem Album Fyre Festival Diaries Kollaborationen mit weiteren Künstlern, worauf die grosse Fangemeinde sicherlich gespannt wartet. Auch ihnen wurde ein Förderungsbeitrag von 20'000 gesprochen.
  • Tanche: Weitere 20'000 Franken gehen an die junge Band Tanche. Das gleichnamige Album wird anfangs 2020 im Neubad veröffentlicht – es spielt in der elektro-akkustischen Welt und weist ein grosses Spektrum an Dynamik und Kraft aus.

Kulturveranstaltungen

In dieser Sparte werden die Gelder für spezielle Aufwände unterschiedlicher kulturellen Anlässen genutzt.

  • «im Schtei im Exil» Konzertkeller im Schtei: Der Konzertkeller wird umgebaut und so macht das Team vom «Schtei» eine zweijährige Tour durch Sempach und bespielt ausgewählte Orte und Liegenschaften. Ihnen werden 20'000 Franken zur Verfügung gestellt.
  • «aha Festival» vom Verein aha Festival: 30'000 Franken gehen an den aha-Verein, der Wissenschaft und Festival verknüpft und im Kulturhaus Südpol an zwei Tagen Forschung und Wissen interaktiv vermittelt. Mit aktuellen und relevanten Themen wird ein breites, neugieriges Publikum angesprochen.

Das Ziel der Spitzenförderung sei, das Kulturleben insbesondere in den ländlichen Regionen zu fördern, so Sägesser weiter. Städte und grössere Gemeinden seien diesbezüglich finanziell potenter.