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KANTON LUZERN: Stadt-Land-Graben: So gross sind die Unterschiede bei der Kinderbetreuung

Knapp jedes fünfte Kind im Vorschulalter wird auch in einer Kindertagesstätte oder bei einer Tagesfamilie betreut – etwas mehr als noch 2012. Die Unterschiede zwischen Stadt und Land sind enorm.
Roseline Troxler
Kinder beim gemeinsamen Spiel in einer Kindertagesstätte. (Bild: Jörg Carstensen/Keystone)

Kinder beim gemeinsamen Spiel in einer Kindertagesstätte. (Bild: Jörg Carstensen/Keystone)

Roseline Troxler

roseline.troxler@luzernerzeitung.ch

16 500 Kinder im Vorschulalter lebten im vergangenen Jahr im Kanton Luzern. Noch immer wird erst eine Minderheit dieser Kinder familienergänzend betreut. Zu diesem Schluss kommt eine Erhebung, welche vom Institut Interface im Auftrag des Kantons Luzern durchgeführt wurde.

In Kindertagesstätten (Kitas) oder Tagesfamilien wurden 18 Prozent der Vorschulkinder betreut – 4 Prozent mehr als bei der ersten Befragung im Jahr 2012. Letztes Jahr besuchten 16 Prozent der Kinder im Vorschulalter eine Kita, 2 Prozent wurden bei einer Tagesfamilie betreut. Die leichte Zunahme kann laut Beatrice Buri von der Dienststelle Soziales und Gesellschaft auf die zunehmende Arbeitstätigkeit der Mütter, weniger Betreuungsmöglichkeiten durch Familienangehörige oder auf neue Angebote der Betreuung zurückgeführt werden. Durchschnittlich werden Kinder 1,8 Tage pro Woche familienergänzend betreut.

Weniger Kita-Angebote auf dem Land

Zwischen den Wahlkreisen fallen grosse Unterschiede auf. «Je städtischer ein Wahlkreis, desto höher ist der Anteil der Kinder, der familienergänzend betreut wird», sagt Beatrice Buri. Im Vergleich zu nationalen Studien sei der Anteil Kinder, die eine Kita besucht, im Kanton Luzern eher tief. Die Tatsache, dass auf dem Land weniger Vorschulkinder in eine Kita gehen, führt sie auf die kleinere Zahl an Angeboten zurück. «Deshalb sind Tagesfamilien in ländlichen Regionen wichtig.» Auf dem Land haben Spielgruppen zudem einen viel höheren Stellenwert. Es gibt insgesamt 126 Spielgruppen in 70 Gemeinden. «Während Kitas und Tagesfamilien den Eltern ermöglichen, einer Erwerbsarbeit nachzugehen, sind Spielgruppen für Kinder primär ein Ort, um Kontakte zu knüpfen», sagt Beatrice Buri zu den Unterschieden.

Allgemein hat sich bei den Kitas in den letzten fünf Jahren viel getan – deren Anzahl ist um 29 auf 92 angestiegen. «Dies zeigt, dass die Nachfrage entsprechend hoch war», sagt Buri. Den künftigen Bedarf abzuschätzen, sei schwierig. Die Erhebung zeige, dass in Regionen mit vielen Neueröffnungen – wie in Hochdorf oder Sursee – innerhalb kurzer Zeit möglicherweise eine vorläufige Sättigung vorkomme. «Kitas brauchen mindestens ein bis zwei Jahre, bis sie eine genügende Auslastung erreichen. Ein langsamer Ausbau des Kita-Angebots ist deshalb nachhaltiger», erklärt Beatrice Buri.

Mehr Gemeinden setzen auf Gutscheine

Veränderungen gab es auch bei den Kosten: Seit 2012 sind die durchschnittlichen Elterntarife der Kitas im Kanton Luzern leicht angestiegen (um durchschnittlich 8 auf 105 Franken für Kinder und um 11 auf 122 Franken für Säuglinge). Gleichzeitig unterstützten 21 Luzerner Gemeinden die Eltern mit Betreuungsgutscheinen. Vor fünf Jahren taten dies erst 8 Luzerner Gemeinden. Wenige Gemeinden subventionieren hingegen direkt die Kitas, so dass diese die Tarife senken können.

Für die familienergänzende Betreuung sind die Gemeinden zuständig. Die Erhebung zu den Betreuungsangeboten soll diesen laut Beatrice Buri Hinweise für das künftige Angebot liefern.

Hinweis: Die Erhebung im Detail »

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