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KANTON LUZERN: Starker Franken verteuert Studium mit einem Schlag

Die Studiengebühren für ausländische Studenten sind sprunghaft gestiegen. Bereits gibt es erste Anfragen, ob die Uni die Mehrkosten übernimmt.
Auch sie muss Mehrkosten berappen: Theresa Ruppel (23) aus Deutschland studiert seit 2011 an der Uni Luzern Jus. (Bild Dominik Wunderli)

Auch sie muss Mehrkosten berappen: Theresa Ruppel (23) aus Deutschland studiert seit 2011 an der Uni Luzern Jus. (Bild Dominik Wunderli)

Studieren kostet. Und meist ist es so, dass die Studenten gar kein oder durch Nebenjobs nur ein geringes Einkommen haben. Ein Semester an der Universität Luzern kostet für Schweizer 810 Franken. Für ausländische Studenten kostet das Semester nach einem entsprechenden politischen Entscheid seit dem Studienjahr 2012/13 gar 1100 Franken. Grund: Universitäten erhalten für ausländische Studenten rund 7000 Franken weniger Kantonsbeiträge. Um das Leben bestreiten zu können, benötigen Studenten die Unterstützung der Eltern, und gerade jene der Ausländer müssen erneut tiefer in die Tasche greifen. Denn seit dem Entscheid der Schweizerischen Nationalbank zur Aufhebung des Euro-Mindestkurses am 15. Januar wurde ein Semester auf einen Schlag um rund 20 Prozent, also um 200 Franken teurer.

Reduktionsgesuche möglich

An der Universität Luzern waren im Herbstsemester 2014 total 2823 Studenten immatrikuliert. Davon sind 317 Bildungsausländer, also rund 11 Prozent. Im Zusammenhang mit dem Euro-Wechselkurs gab es bereits vereinzelte Anfragen von ausländischen Studenten, ob die Universität bei der Studiengebühr die Wechselkursschwankungen übernehmen könne, wie Dave Schläpfer von der Uni-Öffentlichkeitsarbeit auf Anfrage bestätigt. «Dies ist nicht möglich. Aber wir nehmen die Anliegen der betroffenen Studierenden ernst und beobachten den Eurokurs und allfällige Auswirkungen auf die Universität aufmerksam», sagt Schläpfer.

«Das ist eine grosse Belastung»

Allerdings können Studenten in finanziell schwierigen Situationen mit triftigen Gründen wie beispielsweise Verlust des Arbeitsplatzes oder Krankheit – ein Gesuch um Reduktion der Studiengebühren ans Rektorat stellen. «Es handelt sich dabei jährlich um maximal zehn Gesuche. Die Ermässigung liegt total zwischen 5000 und 10 000 Franken pro Jahr», erklärt Schläpfer. Für die Universität seien diese Mindereinnahmen verkraftbar. Eine Reduktion wird laut Schläpfer auch nur in Ausnahmefällen und um maximal 50 Prozent der Studiengebühren bewilligt.

Theresa Ruppel (23) kam 2011 wegen des Jurastudiums aus Deutschland nach Luzern, für sie ist die finanzielle Belastung sehr gross. «Ich arbeite neben dem Studium in einem 30-Prozent-Pensum an der Uni.» Trotzdem könne sie sich ohne die monatliche Unterstützung ihrer Eltern das Studium in der Schweiz nicht leisten. «Die letzten Jahre kosteten mich die Semestergebühren etwa 900 Euro, jetzt zahle ich 1100 Euro. Das zusammen mit den täglichen Ausgaben fürs Leben ist schon eine grosse Belastung für mich und meine Eltern», sagt Ruppel. Grössere Ausgaben, wie etwa für einen Umzug oder Ferien, kann sich die Deutsche gar nicht erst leisten. «Wenn ein Umzug nötig ist, müssten mir auch da meine Eltern unter die Arme greifen.»

Studentenorganisation wachsam

Bei der Studentenorganisation der Rechtswissenschaften an der Universität Luzern ist der starke Franken ebenfalls ein Thema. «Für uns ist es nachvollziehbar, dass sich sowohl das Studium als auch das studentische Leben für ausländische Studierende durch die nahezu gänzliche Wechselkursparität (Umtauschverhältnis zwischen zwei Währungen; d. Red.) zwischen Euro und Schweizer Franken erschwert», schreibt Yves Lauber, Präsident der Fachschaft Jus, auf Anfrage. Allerdings sei die Organisation bisher nicht aktiv von Studenten hierzu kontaktiert worden. «Das Thema ist aber weiterhin pendent und wird gegebenenfalls sofort wieder als Traktandum in die wöchentliche Sitzung aufgenommen, sollten sich Studierende an uns wenden.»

Bleiben nun Studenten fern?

Werden aufgrund des starken Frankens ausländische Studenten vermehrt fernbleiben? «Ich gehe nicht davon aus, dass die Frankenstärke ausschlaggebend für die Wahl der Universität sein wird», sagt Yves Lauber von der Studentenorganisation.

An der Hochschule Luzern HSLU studieren derzeit 5913 Personen. Davon sind 160 Studenten aus dem Euroraum und 169 aus übrigen Ländern. Hier zahlen Schweizer und ausländische Studenten gleich hohe Semestergebühren (800 Franken). Für die HSLU ist es laut Medienstelle schwierig zu beurteilen, ob Studenten aus dem Euroraum nun davon absehen, in die Schweiz zu kommen. «Die Studiengebühren sind nur ein kleiner Teil der Kosten für ausländische Studierende in der Schweiz. Was für viele ausländische Studierende teuer ist, sind die Lebenshaltungskosten.» Das sei jedoch schon vor dem SNB-Entscheid der Fall gewesen.

Sarah Weissmann

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