KANTON LUZERN: Statt 27 neu 270 Lohnstufen für die Lehrer

Der Kanton will mehr Flexibilität beim Lohn von Lehrerinnen und Lehrern. Diese laufen Sturm gegen dieses Vorhaben.

Roseline Troxler
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Lehrer wittern hinter dem Vorschlag des Kantons eine Sparmassnahme. (Symbolbild Keystone)

Lehrer wittern hinter dem Vorschlag des Kantons eine Sparmassnahme. (Symbolbild Keystone)

Mit jedem neuen Schuljahr haben Luzerner Lehrer mehr Geld auf ihrem Konto – dank eines 27-teiligen Lohnmodells, bei dem man Stufe für Stufe höher klettert. Dieser Grundsatz gilt meistens, nicht aber in Zeiten leerer Kassen. Denn per Schuljahr 2014/15 muss das Luzerner Lehrpersonal auf den Stufenanstieg verzichten.

Um solche Nullrunden künftig zu vermeiden, hat sich das Kantonale Bildungsdepartement Folgendes ausgedacht: Statt 27 soll es neu zehnmal mehr, also 270 Lohnstufen geben. Damit würden wesentlich kleinere Lohnanpassungen möglich – was sich der Kanton wohl selbst in schlechten Zeiten leisten könnte. Sind die Finanzen dereinst wieder im Lot, könnte die kleine Lohnerhöhung durch eine entsprechend grössere wettgemacht werden. So wäre zumindest über einen Zeitraum von mehreren Jahren der Lohnanstieg wie im heutigen Umfang gewährleistet.

Lohn ist Ersatz für Karriere

Die Lehrpersonen glauben allerdings nicht daran. Sie wittern hinter dem Vorschlag des Kantons eine Sparmassnahme und befürchten, dass ihr Lohn längerfristig weniger stark steigt. Remo Herbst, Präsident des Luzerner Mittelschullehrerverbands, ruft in Erinnerung, dass Lehrpersonen nicht befördert werden können. Der stetige Lohnanstieg sei daher als Ersatz für die Karriere zentral.