Kanton Luzern stellt Projekt für Asylzentrum vor

Der Kanton Luzern eröffnet im Sommer 2013 in Kriens ein Asylzentrum mit 120 Plätzen. Regierungsrat Guido Graf hat am Dienstagabend die Bevölkerung informiert. Diese zeigte sich kritisch.

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Auf diesem Areal bei der Haftanstalt Grosshof soll ein Asylzentrum entstehen. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Auf diesem Areal bei der Haftanstalt Grosshof soll ein Asylzentrum entstehen. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Der Kanton Luzern braucht Unterkünfte für die Asylsuchenden. Ihm stehen zur Erstaufnahme neben dem Sonnenhof in Emmen (120 Plätze) zur Zeit nur provisorische Einrichtungen zur Verfügung. Benötigen würde der Kanton rund 500 Plätze für die Erstaufnahme. Die Asylbewerber verbringen in den Erstaufnahmezentren nach der Zuweisung durch den Bund die ersten zwei bis sechs Monate. Dort werden sie rund um die Uhr betreut. Danach werden sie auf die Gemeinden verteilt. Geeignete Grundstücke fand der Kanton im Eichwald in der Stadt Luzern und im Grosshof in Kriens, wie er im August mitteilte. Am Dienstag wurde die Krienser Bevölkerung informiert.

Appell an Solidarität

Rund hundert Interessierte nahmen an dem Anlass im Pilatus-Saal teil. Der Kanton sei auf die Solidarität der Gemeinde und der Bevölkerung angewiesen, sagte Regierungsrat Guido Graf. Der Gemeinderat Kriens unterstützt grundsätzlich die Pläne des Kantons. Kriens sei in der Mitverantwortung und das Areal, das südlich des Haft- und Untersuchungsgefängnisses Grosshof liegt, erfülle die bau- und zonenrechtlichen Erfordernisse, sagte Gemeindepräsident Paul Winiker. Wird in Kriens ein kantonales Zentrum errichtet, muss die Gemeinde selbst keine Asylbewerber aufnehmen. Dies entlaste den Wohnungsmarkt, sagte der Krienser Sozialvorsteher Lothar Sidler. Der Gemeinderat stellte aber auch Forderungen. Es brauche eine Vereinbarung mit dem Kanton, in der die Anliegen der Gemeinde, etwa Ordnung und Sicherheit, geregelt würden, sagte Sidler.

Keine Container-Stadt

Das Zentrum soll 120 Plätze haben und im Sommer 2013 eröffnet werden. Gebaut wird es von der erst im Sommer 2012 gegründeten gemeinnützigen Genossenschaft Pandocheion (Herberge), die das Zentrum an den Kanton vermietet. Noch sei man in der Vorprojekt-Phase, sagte Pandocheion-Vertreter Florian Flohr. Das Zentrum werde einen einfachen Standard haben, aber keine Container-Stadt sein.

Betrieben wird das Zentrum von der Caritas. Sie müsse die Sicherheit gewährleisten und den Asylsuchenden eine Rundumbetreuung anbieten, sagte Silvia Bolliger vom Gesundheits- und Sozialdepartement. Wer gegen die Hausordnung verstosse, werde bestraft. Die Asylsuchenden würden mit Hausarbeit, Deutschkursen und gemeinnützigen Einsätzen beschäftigt.

Das Zentrum dürfte längere Zeit bestehen, höchstens aber 30 Jahre. Nach fünf Jahren wird eine erste Überprüfung durchgeführt. Denkbar sei, dass das Gebäude dann auch anderweitig genutzt werde, sagte Regierungsrat Graf.

In der Diskussion kritisierten mehrere Votanten die Asylpolitik grundsätzlich und ernteten dafür auch Applaus. Andere äusserten Bedenken bezüglich der Sicherheit. So wollte eine Anwohnerin wissen, auf welchem Weg die Asylbewerber zum Zentrum gelangen.

Kritisiert wurde auch, dass die Asylsuchenden an zentraler Lage untergebracht würden. Und für Asylbewerber würden Container genügen, hiess es weiter.

sda