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KANTON LUZERN: Verein Wanderwege wehrt sich gegen hartes Pflaster

Jeder dritte Wanderkilometer im Kanton Luzern ist asphaltiert. Der Verein Luzerner Wanderwege will das nun ändern.
Matthias Stadler
So wie im Vordergrund sollte ein Wanderweg aussehen. Asphalt hingegen ist suboptimal. Elias Vogler vom Verein Luzerner Wanderwege in der Nähe der Krienseregg. (Bild Dominik Wunderli)

So wie im Vordergrund sollte ein Wanderweg aussehen. Asphalt hingegen ist suboptimal. Elias Vogler vom Verein Luzerner Wanderwege in der Nähe der Krienseregg. (Bild Dominik Wunderli)

Matthias Stadler

Der Weg ist bekanntlich das Ziel. Doch nicht immer kommt man auf hiesigen Wanderwegen so ins Ziel, wie man das gerne möchte. Obwohl man in der Schweiz generell nicht von mangelnder Qualität der Wanderwege sprechen kann, gibt es auch hierzulande Optimierungspotenzial. Gerade auch im Kanton Luzern, wie der Verein Luzerner Wanderwege nun zum ersten Mal systematisch erfasst hat. Dazu hat der Verein die Wanderwege in 34 Bezirke eingeteilt und für jeden Bereich einen ehrenamtlich tätigen Leiter eingesetzt, welcher das jeweilige Gebiet gut kennt. Die Leiter begannen im Frühling vergangenen Jahres mit der Aufzeichnung der Wegoberflächen, das Resultat ist nun bekannt.

«Diese Zahlen sind ernüchternd»

Das Luzerner Wanderwegnetz umfasst exakt 2778 Kilometer. Davon verlaufen rund zwei Drittel auf naturbelassenen Wegoberflächen – auch «geeignet» genannt. Will heissen auf Kies, Erde oder Ähnlichem. Rund das letzte Drittel, genau genommen 988 Kilometer der Wanderwege im Kanton, ist asphaltiert – also «ungeeignet». Zu viel, wenn es nach dem Verein Luzerner Wanderwege geht: «Diese Zahlen sind ernüchternd. Die Länge der asphaltierten Wanderwege ist definitiv zu hoch. Denn für Wanderer ist Asphalt schlicht nicht attraktiv», kritisiert dies Elias Vogler, stellvertretender technischer Leiter bei den Luzerner Wanderwegen. Der Verein setzt sich dafür ein, dass die Wanderwege vermehrt über naturbelassene Oberflächen führen. Denn seit mehr als 30 Jahren existiert ein Gesetz, welches besagt, dass Wanderwege zu ersetzen sind, wenn sie «auf einer grösseren Wegstrecke mit Belägen versehen werden, die für Fussgänger ungeeignet sind».

Im Vergleich zum schweizweiten Durchschnitt finden sich im Kanton Luzern mehr asphaltierte Wanderwege. Der nationale Schnitt liegt demnach bei rund 75 Prozent naturbelassenen und einem Viertel asphaltierten Wanderwegen. Diesen Wert zu erreichen ist denn auch das Ziel des Luzerner Vereins. Deswegen erarbeitet er in den nächsten Jahren die Grundlagen für eine ganzheitliche Überprüfung des Wanderwegnetzes, wie Elias Vogler ausführt.

Diese Daten sollen später dazu benutzt werden, um den Wanderwegrichtplan zu überarbeiten und das Netz attraktiver zu gestalten. Das heisst, dort, wo es möglich ist, die Wege von asphaltierten Strassen auf natürliche Wege umzuleiten. Als Beispiel dient hier ein Wanderwegabschnitt auf der Entlebucher Seite des Renggpasses, welcher bis anhin auf der Hauptstrasse lag. Eine Idee ist – wenn der regionale Entwicklungsträger und die betroffenen Gemeinden mitmachen – diesen Weg dereinst über eine Wiese zu führen.

Einfluss der Landwirtschaft

Solche Vorschläge werden von den erwähnten Bezirksleitern eingereicht, welche ihre Gebiete gut kennen. «Aber auch die Bevölkerung kann Vorschläge einbringen», wie Vogler erklärt. Eine andere Möglichkeit, weniger Wege auf asphaltierten Strassen zu haben, ist, solche gar nicht erst zu bauen: «Wieso muss jede landwirtschaftliche Erschliessung zu einem Bauernhof asphaltiert sein?», fragt Vogler. Manchmal reiche auch eine Kieszufahrt, welche kostengünstiger und naturnaher sei. Er weiss allerdings auch, dass dies schwierig zu erreichen ist, denn «die Landwirtschaft hat in unserem Kanton einen grossen Einfluss». Das sei denn auch der Hauptgrund, weshalb es in Luzern so viele asphaltierte Wanderwege gebe. Viele Bauern würden asphaltierte Zufahrtsstrassen verlangen, und die aktuelle Agrarpolitik des Bundes unterstütze sie dabei. Zudem seien auch geografische Gründe dafür verantwortlich: «In einem Bergkanton wie Uri gibt es weniger Strassen in den Bergen und demnach auch weniger Asphalt.»

Entscheiden, ob ein Wanderweg auf einer asphaltierten Strasse geführt oder ob ein naturbelassener Weg dazu verwendet wird, kann der Verein nicht alleine. Er kann nur Vorschläge aufzeigen. Allfällige Änderungen müssen im Richtplan aufgenommen und zuvor von den jeweiligen regionalen Entwicklungsträgern sowie den betroffenen Gemeinden akzeptiert werden.

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