KANTON: Luzern vergibt letzte Infrastruktur-Beiträge für Kulturveranstalter

Zum letzten Mal sprechen der Kanton Luzern und die Albert-Koechlin-Stiftung Beiträge für technische Infrastruktur von Kulturinstitutionen. Die IG Kultur spricht von einer verpassten Chance.

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Das Stadttheater Sursee ist einer von 18 Kulturveranstaltern, die einen Beitrag vom Kanton Luzern erhalten. (Bild: Roger Grütter/LZ)

Das Stadttheater Sursee ist einer von 18 Kulturveranstaltern, die einen Beitrag vom Kanton Luzern erhalten. (Bild: Roger Grütter/LZ)

Alexander von Däniken

alexander.vondaeniken@luzernerzeitung.ch

Der Zeitpunkt hätte besser sein können: Zwischen den Budgetdebatten im Luzerner Kantonsrat, wo die Kürzung von Kulturfördergeldern um 800 000 Franken ein Thema ist, folgt für die Kulturschaffenden die nächste Hiobsbotschaft. Zum fünften und letzten Mal vergeben der Kanton und die Albert-Koechlin-Stiftung aus einem Fonds Beiträge an Kulturinstitutionen, um deren technische Infrastruktur zu verbessern (siehe Box).

Stefan Sägesser, Leiter der kantonalen Abteilung Kulturförderung, erklärt auf Anfrage: «Dieser Spezialfonds war von Anfang an auf fünf Jahre befristet, und dies wurde dementsprechend kommuniziert.» Der Fonds sei vom Kanton mit Swisslos-Geldern ausgestattet und von der Albert-Koechlin-Stiftung unterstützt worden, sodass ein Betrag von etwas mehr als 600 000 Franken gesprochen werden konnte. Mit der aktuellen Ausschüttung sei er leer.


Kanton von Nachhaltigkeit überzeugt

Trotzdem: Scheinwerfer, Mischpult und Lautsprecher sind teuer. Warum wurde das Projekt nicht weitergeführt? «Das haben wir im Vorfeld des Planungsberichts Kulturförderung analysiert», sagt Sägesser dazu. «Wir sind überzeugt, dass wir mit den Beiträgen den Institutionen eine wichtige und nachhaltige Hilfe anbieten konnten, welche im Rahmen der ordentlichen Gesuchsförderung nicht vorgesehen ist und die Mietkosten für die Veranstalter stark reduzieren kann – und so auch die Kosten für eine Veranstaltung reduziert.»

Mit den Beiträgen hätten viele Institutionen eine eigene technische Grundinfrastruktur anschaffen können. Bei Veranstaltungen mit sehr spezifischen technischen Bedürfnissen mache eine Miete mehr Sinn. Sägesser spricht zwar von einem Projekt, das im Moment abgeschlossen ist. Er deutet aber an, dass es in Zukunft durchaus wieder einen ähnlichen Spezialfonds geben könnte. Das schliesst auch Marianne Schnarwiler, Geschäftsführerin der Albert-Koechlin-Stiftung, nicht aus. Und sie stellt weitere Unterstützung in Aussicht: «Unsere Stiftung hilft auf einzelne Gesuche hin auch weiterhin Kulturinstitutionen aus der Innerschweiz.» Darunter könne auch ein Beitrag an neue Veranstaltungstechnik sein; nur einzelne Veranstaltungen unterstütze die Stiftung nicht.

Die Zusicherung der Stiftung ist für die Kulturinstitutionen ein Tropfen auf den heissen Stein. Urs Bugmann ist Präsident der IG Kultur Luzern, die über 200 Mitglieder umfasst. Er sagt: «Auch wenn das Angebot mit dem Fonds limitiert war, hat es den Institutionen sehr geholfen.» Dass der Fonds nun eingestellt werde, passe ins aktuelle Bild einer geringen Wertschätzung der Kultur. «Seine Fortführung wäre gerade vor dem Hintergrund der einschneidenden Kürzungen bei der Kulturförderung ein wichtiges Zeichen und eine wirksame Unterstützung gewesen.»