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Kanton Luzern will Grundkompetenzen wie Lesen, Schreiben und Rechnen fördern

Zwischen 15'000 und 45'000 Erwachsene im Kanton Luzern haben Probleme mit Lesen, Schreiben, Rechnen und einfachen Computeranwendungen. Die Betroffenen sollen nun Unterstützung erhalten.
Matthias Stadler
Auch Computerkurse will der Kanton Luzern anbieten. (Bild: Getty)

Auch Computerkurse will der Kanton Luzern anbieten. (Bild: Getty)

Ob einen einfachen Brief schreiben, einen Bericht lesen oder ein Dokument auf dem Computer speichern: Was für viele selbstverständlich ist, bereitet in der Schweiz laut Schätzungen gut 800'000 Erwachsenen Mühe (wir berichteten). Was für die Betroffenen sehr unangenehm sein kann, betrifft auch die hiesige Wirtschaft, denn die Arbeitsqualität leidet darunter oder die Betroffenen finden keine Stelle.

Diese Probleme machen auch vor dem Kanton Luzern nicht halt. Wie viele Personen hier Probleme mit Lesen, Schreiben, Rechnen und einfachen Computeranwendungen haben, hat der Kanton vor kurzem ermittelt: Es sind zwischen 15'000 und 45'000 Erwachsene, wie aus einer Umfrage bei Arbeitgebern hervorging. Der Kanton will nun Gegensteuer geben, wie es in einer Mitteilung heisst.

Vorgesehen ist, dass diese sogenannten Grundkompetenzen gefördert werden. Der Regierungsrat plant, verschiedene Fördermassnahmen im Bereich Aus- und Weiterbildung für Erwachsene anzubieten. So sollen etwa Kurse angeboten werden. Hintergrund ist das neue nationale Weiterbildungsgesetz, das im Jahr 2017 in Kraft getreten ist. Die Kantone wurden damit beauftragt, die Grundkompetenzen von Erwachsenen zu fördern. Entsprechend ist der Bund auch bereit, finanzielle Mittel zu sprechen.

Erste Kurse im kommenden Jahr

Christof Spöring, Leiter der Dienststelle Berufs- und Weiterbildung des Kantons Luzern, erklärt gegenüber unserer Zeitung, dass noch in diesem Jahr mit einem Pilotprojekt gestartet werden soll. Dieses dauert bis voraussichtlich 2022. «Wir wollen in einem ersten Schritt die Unternehmen sensibilisieren, damit diese merken, dass auch bei ihnen Angestellte Probleme mit Schreiben, Lesen, Rechnen oder mit Computerkenntnissen haben könnten.» Diese Betriebe sollen die Betroffenen dann dazu motivieren, einen dieser neuen Kurse zu besuchen. Mit an Bord beim Projekt ist auch der kantonale Gewerbeverband.

Die ersten Kurse sollen 2020 durchgeführt werden, voraussichtlich im Weiterbildungszentrum Sursee. Wie viele es an der Zahl sein werden, ist laut Spöring noch nicht bekannt: «Das können wir momentan noch nicht abschätzen, da wir auch noch nicht wissen, wie viele Personen am Angebot interessiert sind.» Entsprechend habe sich der Kanton auch noch kein Ziel gesteckt. «Das werden wir zu einem späteren Zeitpunkt definieren.» Bis 2022 soll abgeschätzt werden können, wie der Bedarf aussieht.

Was hingegen bereits klar ist, ist die Finanzierung. Das Budget beträgt pro Jahr 600'000 Franken. 350'000 Franken davon bezahlt der Bund jedes Jahr, der Rest der Kanton. Die Kurse werden nicht gratis angeboten. Christof Spöring von der Dienststelle Berufs- und Weiterbildung geht davon aus, dass die Teilnehmer oder deren Arbeitgeber einen Teil der Kurskosten übernehmen müssen (er rechnet momentan mit etwa 30 Prozent), und dass der Kanton/Bund den Rest finanziert.

Das Angebot ist nicht nur auf Luzerner beschränkt. Auch Teilnehmer von anderen Kantonen können mitmachen, wie Spöring betont: «Gerade etwa für die kleineren Zentralschweizer Kantone ergibt es aus organisatorischen Gründen keinen Sinn, selber ein solches Angebot auf die Beine zu stellen.» Es sei aber klar, dass der Kanton Luzern deren Teilnahme nicht bezahlt, sondern der jeweilige Kanton.

Wie speichert man eine Datei auf dem Computer?

Was wird den Kursbesuchern beigebracht? Laut Christof Spöring sind das grundlegende Sachen: «Bei der Informatik etwa geht es um einfache Anwendungen – wie beispielsweise das Speichern einer Datei oder der Umgang mit Word.» Ein anderes Beispiel ist, dass die Betroffenen künftig ein möglichst flüssiges Kundengespräch führen, Mitteilungen und Weisungen verstehen sowie Kundenbestellungen schriftlich aufnehmen können.

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