Kanton Luzern will Park-and-Ride-Anlage bei umstrittener Reussportbrücke in Luzern prüfen

Vom Auto auf den ÖV umsteigen: Diese Möglichkeit will der Kanton Luzern auch für das Gebiet der geplanten Reussportbrücke prüfen. Dabei ist das Nachfolgeprojekt der Spange Nord noch nicht in trockenen Tüchern.

Alexander von Däniken
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In diesem Gebiet in der Stadt Luzern ist die neue Brücke geplant.

In diesem Gebiet in der Stadt Luzern ist die neue Brücke geplant.

Manuela Jans-Koch (24. Oktober 2019)

Sollte die umstrittene Reussportbrücke im Luzerner Fluhmühlequartier zustande kommen, dann wird der Regierungsrat auch gleich prüfen, ob dort eine Park-and-Ride-Anlage gebaut werden kann. Das hat eine Mehrheit des Kantonsrats am Montagnachmittag entschieden. Pikant: Das Brückenprojekt befindet sich noch bis Ende September in der Vernehmlassung. Es ist genauso umstritten wie die Vorgängerversion, die Spange Nord. Nebst der Brücke gehört auch die Eröffnung des Autobahnanschlusses Lochhof zum Projekt.

Den Ausschlag zum Prüfungsauftrag an den Regierungsrat gab SVP-Kantonsrat Daniel Keller (Udligenswil). Zwar sei das Parkhaus Musegg abgelehnt worden, aber mit dem Lochhof-Anschluss ergebe sich für eine P+R-Anlage eine Chance. «In der Umsetzung wird das nicht einfach werden.» Zumal es primär um den Autoverkehr gehe.

Kanton Luzern zählt 54 Park-and-Ride-Anlagen

Kellers Postulat rief bei den Ratslinken heftigen Widerstand hervor. So sagte Hasan Candan (SP, Luzern): «Es gibt 54 P+R-Anlagen im Kanton, nur 2 sind nicht bei Bahnhöfen. Es ist ein verzweifelter Versuch, die Spange Nord künstlich am Leben zu erhalten.» Das Postulat müsse abgelehnt werden, zumal noch die Vernehmlassung laufe. Dem schloss sich Korintha Bärtsch (Grüne, Luzern) an. Park-and-Ride-Anlagen seien zwar oft sinnvoll, nicht aber in einem Wohnquartier.

Auch die GLP schlug sich auf die rot-grüne Seite: Urs Brücker (GLP, Meggen) sagte: «Wir hoffen, dass das Projekt in die Annalen der Verirrungen der kantonalen Verkehrspolitik eingehen wird. Es braucht keine Anlage, weil es keine Brücke geben wird.» Brücker plädierte für teilweise Erheblicherklärung «für den unwahrscheinlichen Fall, dass das Projekt trotzdem zustande kommt».

CVP und FDP wollen Möglichkeit prüfen

Bei CVP und FDP stiess Daniel Keller hingegen auf offene Ohren. Laut Daniel Gasser (CVP, Ebikon) sollte sich der Kanton die Handlungsfreiheit offen lassen. Laut Thomas Meier (FDP, Schenkon) ist es zwar fraglich, ob Autofahrer auf den ÖV umsteigen werden, trotzdem müsse die Möglichkeit geprüft werden.

Baudirektor Fabian Peter (FDP) begründete, weshalb der Regierungsrat sich für das Postulat aussprach, wählte aber vorsichtige Worte: Die Park-and-Ride-Anlage könnte eine Möglichkeit sein. Sie müsse aber laut Bund in einem Gesamtkonzept eingebettet sein. «Ob das gelingt und die Reussportbrücke gebaut wird, wissen wir noch nicht. Wir wollen das aber offen angehen. Und auch schauen, wo die Anlagen in Zukunft stehen können.» Diese Prüfung werde in das bereits laufende Projekt «Zukunft Mobilität im Kanton Luzern» einfliessen.

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