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Kanton Luzern will wissen, wie gut Erwachsene lesen und rechnen können

Mangelnde Grundkenntnisse in Lesen, Schreiben und Rechnen stellen Arbeitgeber sowie Arbeitnehmer vor Probleme. Jetzt hat der Kanton Luzern analysiert, wie es um die Grundkompetenzen Erwachsener steht.
Susanne Balli

Schriftliche Arbeitsanweisungen verstehen, Bestellungen entgegennehmen, Arbeitsrapporte ausfüllen oder den Computer für einfache Bedienungen nutzen: Was für die meisten Erwachsenen in der Arbeitswelt kein Problem darstellt, ist für andere ein kaum zu überwindendes Hindernis. In der Schweiz leben schätzungsweise 800000 Erwachsene mit einer Lese- und Schreibschwäche; zum Teil fehlen auch Grundkenntnisse der Mathematik. Weil sich Betroffene oft schämen, versuchen sie, diese Defizite zu kaschieren.

Wie gross dieses Problem im Kanton Luzern ist, hat die kantonale Dienststelle für Beruf und Weiterbildung nun mit einer Umfrage, die bis Ende 2018 durchgeführte wurde, untersucht. «Die Analyse der Daten steht kurz vor dem Abschluss», sagt Daniel Preckel, Leiter Schulische Bildung der kantonalen Dienststelle Beruf und Weiterbildung. Sie zeigt auf, wie es um die Grundkompetenzen von Erwachsenen steht, welche Massnahmen es zur Verbesserung bräuchte und welche Angebote bereits vorhanden sind.

Arbeitgeber und Meinungsführer befragt

Für die Analyse wurden Personalverantwortliche von Unternehmen, der öffentlichen Verwaltung, Gemeinden, Verbänden sowie weitere Meinungsführer befragt. Sie gaben Auskunft über die Grundkenntnisse der Personen in ihrem direkten beruflichen Umfeld; zum Beispiel von Mitarbeitern, Klienten oder Kursteilnehmern. Dies in den Bereichen Lesen, Schreiben und mündliche Ausdrucksfähigkeit in einer Landessprache, in der Mathematik sowie in der Anwendung von Informations- und Kommunikationstechnologien. Zudem schätzten sie den Förderbedarf an Grundkompetenzen ein. Preckel erklärt: «Beim Lesen, Schreiben und Rechnen geht es um Kompetenzen, die in den frühen Bildungsstufen, also in der Primarschule und Sekundarstufe I, vermittelt werden.»

Da die Analyse mehrere Hundert Personen umfasste, liefere statistisch aussagekräftige Daten. Sie zeigt auch verschiedene Massnahmen zur Förderung der Grundkompetenzen von Erwachsenen auf. «Letztlich ist es aber ein politischer Entscheid, welche Aufgaben der Staat in diesem Bereich übernimmt und was in der Verantwortung des Einzelnen liegt», so Preckel. Die Ergebnisse der Analyse will er noch nicht kommunizieren. Dies, weil der Bericht erst noch finalisiert und intern diskutiert werden müsse. Was aber fest steht: Einige Unternehmen in der Schweiz haben bereits einen Bedarf in der Förderung der Grundkompetenzen erkannt und Massnahmen ergriffen. Die Situation im Kanton Luzern wird daher kaum anders sein.

Bescheidenes Kursangebot in Luzern

Ausserdem: Das heutige Angebot zur Förderung von Grundkompetenzen in Luzern ist bescheiden. Am Weiterbildungszentrum des Kantons gibt es Illetrismuskurse für Erwachsene mit Lese- und Schreibschwäche. Aktuell werden zwei Kurse à 30 Tagen à zwei Lektionen geführt, an denen je bis zu 14 Personen teilnehmen können. Diese richten sich laut Preckel aber auch an Betroffene aus anderen Zentralschweizer Kantonen. Die Kurse werden nicht nur von Personen mit Migrationshintergrund, sondern gleichermassen von Schweizern besucht.

Preckel betont denn auch die Relevanz von Grundkompetenzen. «Betroffene haben gelernt, ihre Defizite zu kompensieren.» Wenn es aber im Berufsleben interne Veränderungen gebe, könne es rasch schwierig werden. «Erwachsene mit mangelhaften Grundkompetenzen sind im Zusammenhang mit zunehmender Digitalisierung und Automatisierung deutlich höher gefährdet, ihre Arbeit zu verlieren.»

Förderung der Grundkompetenzen sind ein bundesweites Anliegen

Der Bund setzt sich dafür ein, dass Erwachsene bestehende Grundkompetenzen erhalten und fehlende erwerben können. Das Bundesgesetz über die Weiterbildung sieht dafür die Ausrichtung von Finanzhilfen an die Kantone vor. Für die erste Förderperiode 2017 bis 2020 stehen knapp 15 Millionen Franken zur Verfügung.

Zusammen mit der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren hat der Bund ein Grundsatzpapier ausgearbeitet. So sollen Angebotslücken identifiziert und geschlossen werden; die Nachfrage nach Bildungsmassnahmen im Bereich Grundkompetenzen soll steigen. 20 Kantone haben eine entsprechende Leistungsvereinbarung mit dem Bund unterzeichnet, darunter auch der Kanton Luzern. (sb)

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