KANTON LUZERN: Wohin mit den Asylbewerbern?

Die Asylbewerber-Unterkünfte im Kanton Luzern platzen aus allen Nähten. Die Verantwortlichen suchen nach Wohnungen – und kritisieren den Bund.

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Langsam wird im Kanton Luzern der Platz knapp für Asylbewerber. (Archivbild Daniel Auf der Mauer/Neue LZ)

Langsam wird im Kanton Luzern der Platz knapp für Asylbewerber. (Archivbild Daniel Auf der Mauer/Neue LZ)

«Wir haben ein grosses Problem.» Raymond Caduff, der Asylkoordinator des Kantons Luzern, ist besorgt. Grund dafür: Die Luzerner Asylbewerber-Unterkünfte sind fast bis auf den letzten Platz besetzt.

Dass die Unterkünfte derart ausgelastet sind, hat einen einfachen Grund: Allein im Juni und Juli sind 50 beziehungsweise 51 Asylbewerber in den Kanton Luzern gekommen. Im August waren es gar 61. Das sind so viele wie seit Oktober 2006 nicht mehr. Damals waren es 58. «Das ist enorm», sagt Caduff. «Zumal unsere Planung eigentlich auf 20 Asylbewerber pro Monat ausgelegt ist.»

Es fehlen momentan 100 Plätze – oder 20 bis 30 Wohnungen
Dass wieder mehr Asylbewerber in die Schweiz kommen, liegt laut Roman Cantieni, Mediensprecher des Bundesamtes für Migration daran, dass sich die «Situation in den Herkunftsländern verschlechtert» habe – zum Beispiel wegen Bürgerkriegen oder anderen Konflikten. Zudem tritt das Dubliner Abkommen, welches besagt, dass Flüchtlinge nur im Erstaufnahmeland einen Asylantrag stellen dürfen, voraussichtlich erst am 4. Dezember in Kraft.

Die Unterbringung all dieser Flüchtlinge stellt den Kanton Luzern vor grosse Probleme: «Uns fehlen momentan insgesamt 100 Plätze», sagt Asylkoordinator Caduff. «Das entspricht in etwa 20 bis 30 Wohnungen.» Um das Problem zu lösen, sind Inserate geschaltet worden. Bis jetzt allerdings erfolglos. Zudem ist der Kanton im Gespräch mit dem Zivilschutz. «Möglicherweise könnten wir die Asylberwerber vorübergehend in Zivilschutzunterkünften oder militärischen Anlagen einquartieren.»

Möglicherweise kommen noch mehr Flüchtlinge in den Kanton
Eine Entspannung der Lage ist nicht in Sicht. Im Gegenteil. «Diese Woche hat uns der Bund in einem E-Mail mitgeteilt, dass in nächster Zeit bis zu 1600 Flüchtlinge pro Monat den Kantonen neu zugeteilt werden. Für uns im Kanton Luzern heisst das, dass wir jetzt jeden Monat 80 Flüchtlinge neu aufnehmen müssen. Und das stellt uns vor fast unlösbare Probleme.»

Benno Mattli

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Luzerner Zeitung.