KANTON LUZERN: Zeckenstiche werden zur handfesten Gefahr

Die Zahl der schweren Hirnhautentzündungen wegen Zeckenstichen hat stark zugenommen. Das sei «beunruhigend», sagt der Bund.

Alexander von Däniken
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Lange Hosen und geschlossene Schuhe: So schützt man sich im Wald gegen Zecken. (Bild: Philipp Schmidli  / Neue LZ)

Lange Hosen und geschlossene Schuhe: So schützt man sich im Wald gegen Zecken. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Im vergangenen Jahr gab es im Kanton Luzern insgesamt 15 Fälle von Hirnhautentzündung nach einem Zeckenstich. Das ist deutlich mehr als in den vorigen Jahren, und in diesem Jahr könnten es möglicherweise nochmals mehr werden. Die tatsächliche Zahl von Infektionen liegt zudem weit höher, da es nur bei einem kleinen Teil der Betroffenen zu schweren Komplikationen wie Hirnhautentzündung kommt.

Für Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit ist klar: «Die Zahl ist zu hoch», sagt er auch mit Verweis auf die gesamtschweizerische Entwicklung: Dort hat sich die Zahl der Hirnhautentzündungen mehr als verdoppelt. «Das ist beunruhigend», sagt Koch – auch weil die Fälle eigentlich alle vermeidbar wären. Bei den Zecken­impfungen gebe es «Steigerungspotenzial», sagt denn auch Daniel Koch. Erst recht in Luzern, wo die Impfquoten traditionell tief sind. Bei den Zeckenimpfungen sei die Nachfrage in den vergangenen Jahren sogar gesunken, hat Josef Wey, Präsident der Vereinigung Luzerner Hausärzte, beobachtet.

Bund empfiehlt Impfung

Der Bund rät Bewohnern von Risikogebieten, sich gegen die von Zecken übertragene Krankheit FSME impfen zu lassen. Als Risikogebiet gilt auch ein grosser Teil des Kantons Luzern, insbesondere die Stadt Luzern und der ganze nördliche Kantonsteil zwischen Willisau, Reiden und Beromünster.

Hinweis: Die Zeckenkarte des Bundes »