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KANTON: Luzerner Kesb will Verfahren vereinfachen

Drei Jahre nach Einführung der Kinder- und Erwachsenenschutzbehörden (Kesb) wollen die Behörden neu regeln, wann eine Einzelperson und wann ein Dreiergremium einen Entscheid fassen soll. Ferner sollen die Verfahren vereinfacht werden.
Beim Eingang zu einer Kesb-Stelle. (Symbolbild / Archiv Neue LZ)

Beim Eingang zu einer Kesb-Stelle. (Symbolbild / Archiv Neue LZ)

Seit 2013 ist das eidgenössische Kindes- und Erwachsenenschutzrecht in Kraft. Nach rund dreijähriger Praxiserfahrung hat die Kesb gewisse Anpassungen beantragt. Der Luzerner Regierungsrat unterbreitet dem Kantonsrat deshalb eine Botschaft zur Anpassung. Insgesamt definieren die neuen Regeln und Zuständigkeiten der Kesb stufen- und sachgerechter. Dadurch sollen die Verfahrensabläufe einfacher und effizienter werden. Wie der Luzerner Regierungsrat mitteilt, sind folgende Anpassungen vorgesehen:

  • Ausgebaut aufgrund der Erfahrungen werden die Befugnisse und Aufgaben, die in die Zuständigkeiten eines Kesb-Behördenmitglieds fallen. Dazu zählen zum Beispiel die Festsetzung der Entschädigung des Beistands, der Wechsel des Beistands oder des Vormunds oder auch die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege.
  • Je stärker ein Entscheid in die Rechtsstellung eines Betroffenen eingreift, und je mehr Ermessensspielraum der Kesb bei einer Entscheidung zukommt, umso eher soll die Dreierbesetzung darüber entscheiden. So sieht die Gesetzesänderung beispielsweise vor, dass das Dreiergremium über die Vollstreckung von Massnahmen verfügt.
  • Die Kosten für Massnahmen tragen in erster Linie die Betroffenen. Wenn dies nicht möglich ist, muss das unterstützungspflichtige Gemeinwesen für die Kosten aufkommen. Die neue Regelung sieht Kostengutsprachen vor, die durch die erstkontaktierte Gemeinde zu leisten sind. Stellt sich im Verlauf der Abklärungen heraus, dass eine andere Gemeinde unterstützungspflichtig ist, regeln dies die Gemeinden untereinander.
  • Die Vorlage definiert neu auch die Entschädigung von Ärzten, wenn diese für Patienten nach einem freiwilligen Klinikeintritt oder nach dem Zurückbehalten durch die Klinikleitung eine fürsorgerische Unterbringung anordnen.

In der Vernehmlassung seien die Änderungen mehrheitlich begrüsst worden, schreibt die Staatskanzlei weiter. Die Beratungen im Kantonsrat beginnen nach der Sommerpause. Die Änderungen können frühestens per 1. April 2017 in Kraft treten.

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pd/rem

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