KANTON: Polizei zählt keinen einzigen Drogentoten

Seit 18 Jahren starben noch nie so wenige Drogenabhängige wie 2013. Dies zeigt die Polizeistatistik. Auch der Verein Gassenarbeit registriert einen Rückgang.

Roseline Troxler
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Heroinabhängige bereiten einen Schuss vor. (Bild: Archiv Neue LZ)

Heroinabhängige bereiten einen Schuss vor. (Bild: Archiv Neue LZ)

2013 gab es im Kanton Luzern keine Drogentoten – zum ersten Mal seit mindestens 18 Jahren. Dies zeigt die Kriminalstatistik der Luzerner Polizei. 1996 gab es noch zwölf Drogentote. Urs Wigger, Mediensprecher der Luzerner Polizei, sagt: «Dass im Jahr 2013 keine Drogentoten statistisch erfasst wurden, ist erfreulich. Dies dürfte aber anhand der Zahlen der letzten Jahre für die Zukunft eher die Ausnahme sein.» Die Polizei registriert als Drogentote jene Personen, welche beim Drogenkonsum durch eine Überdosis gestorben sind. Auch ein Tod als Folge des Konsums mehrerer Substanzen, darunter eine Droge, wird in der Statistik registriert.

Verein zählt auch Langzeitfolgen

Der Verein kirchliche Gassenarbeit Luzern nennt viel höhere Zahlen zu den verstorbenen Drogenabhängigen. Laut Geschäftsleiter Fridolin Wyss starben 2013 im Kanton Luzern elf Personen an den Folgen des Drogenkonsums. «Der Verein registriert auch die Drogenabhängigen, welche an den Langzeitfolgen des Drogenkonsums sterben.» Bei vielen Drogenabhängigen würden mit der Zeit Organe versagen. Wie die Luzerner Polizei spricht auch der Verein kirchliche Gassenarbeit Luzern 2013 von einem Rückgang der Todesfälle.