Kanton realisiert Asylzentrum in der Stadt

Ab April werden in der Stadt Luzern 60 Asylbewerber untergebracht. Die Stadt stellt die unterirdische Zivilschutzanlage auf dem Eichhof-Areal befristet zur Verfügung.

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Sozialdirektor Ruedi Meier (links) und Marco Borsotti, Leiter Betagtenzentrum, im Schlafsaal.der Zivilschutzanlage Eichhof. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)

Sozialdirektor Ruedi Meier (links) und Marco Borsotti, Leiter Betagtenzentrum, im Schlafsaal.der Zivilschutzanlage Eichhof. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)

Stadt und Kanton Luzern haben am Montag gemeinsam über das Asylzentrum in der Zivilschutzanlage Eichhof informiert. Diese bietet 300 Personen Platz. Damit die Asylbewerber genügend Bewegungsfreiheit haben, werden aber dort nur 60 untergebracht.

Stadt und Kanton sind sich bewusst, dass eine unterirdische Anlage nicht optimal ist. Deshalb werde sie nur befristet bis Ende September als Flüchtlingszentrum genutzt, sagte der städtische Sozialdirektor Ruedi Meier.

Konté Jahya beim Kochen. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
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Konté Jahya beim Tischfussball-Spiel. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Fitness für Asylbewerber (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Konté Jahya bei der Eingangskontrolle bei Muhamed Efendic. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Auch ein Fernsehen mit zwei Sendern ist installiert. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Bild: Roger Grütter / Neue LZ
Der Duschbereich wird noch mit Trennwänden versehen. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Da es keine Schränke gibt, müssen die Asylbewerber ihr Sachen auf dem Oberen Bett deponieren. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Zwei Asylbewerber beim Tischtennis-Spielen. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Eingangsbereich der Zivilschutzanlage Eichhof. Begehbar via Gerüststeg vom Eichhofpark aus. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Stadtrat Rudei Meier, links, und Marco Bosotti, Leiter Betagtenzentrum, in der Zivilschutzanlage Eichhof. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ
Stadtrat Rudei Meier, links, und Marco Bosotti, Leiter Betagtenzentrum, in der Zivilschutzanlage Eichhof. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ
Bild: Jakob Ineichen/Neue LZ
Bild: Jakob Ineichen/Neue LZ
Bild: Jakob Ineichen/Neue LZ
Bild: Jakob Ineichen/Neue LZ
Bild: Jakob Ineichen/Neue LZ
Bild: Jakob Ineichen/Neue LZ
Bild: Jakob Ineichen/Neue LZ
Bild: Jakob Ineichen/Neue LZ
Bild: Jakob Ineichen/Neue LZ
Bild: Jakob Ineichen/Neue LZ

Konté Jahya beim Kochen. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Kontrolle durch Zivilschutz und Securitas

Weil die Unterkunft kein Tageslicht hat, werden auch keine Familien oder traumatisierte Menschen einquartiert. Die Bewohner dürften primär alleinreisende Männer sein, sagte Markus Burri von der Caritas, die die Asylbewerber im Kanton Luzern betreut. Die Zivilschutzanlage befindet sich auf dem Areal des Betagtenzentrums Eichhof, zu dem auch ein Park gehört. Der Zivilschutz wird die Eingangskontrolle und die Brandwache übernehmen, die Securitas die Aussenkontrolle.

Asylbewerber werden beschäftigt

Die Asylsuchenden werden beschäftigt. Sie müssen die Anlage reinigen und werden bei Caritas-Beschäftigungsprogrammen eingesetzt. Möglich ist auch eine Arbeit für das Betagtenzentrum, etwa im Garten. Der Kanton benötigt neue Unterkünfte, weil die Asylzahlen steigen und das Zentrum in Malters Ende März schliesst. Allerdings stösst er bei den Gemeinden auf Granit. Fast alle Gemeinden winkten ab, oft mit wenig nachvollziehbaren Argumenten, wie der kantonale Sozialdirektor Guido Graf durchblicken liess. Dass die Stadt dem Kanton die Zivilschutzunterkunft anbot, hat gemäss Meier humanitäre, aber auch pragmatische Gründe. Werde im Asylwesen keine Lösung gefunden, würden sich die Leute illegal im städtischen Raum aufhalten, sagte er. Die Zivilschutzanlage Eichhof sei zwar nur eine Lösung auf Zeit, sagte Graf. Sie helfe aber die Belastungsspitzen brechen. Der Kanton erhalte damit die Freiheit des Handelnszurück.

 

Schliessung Malters aufgefangen

Nach Angaben von Graf hat die Caritas im Auftrag des Kantons seit Anfang Jahr 173 Plätze in Wohnungen und Kollektivunterkünften beschaffen können. Damit kann die Schliessung des Zentrums in Malters Ende März aufgefangen werden. Weiter in Planung sind Wohncontainer und das Zentrum in Fischbach. Dort ist das Baugesuch eingereicht. Offen ist der Kanton zudem für ein Bundeszentrum.

Am Wochenende hatte die SVP eine Volksinitiative «Für eine bürgernahe Asylpolitik» angekündigt. Die Initiative fordert, dass die Unterbringung von Asylbewerbern Aufgabe des Kantons wird und dass auch die Gemeinden bei der Planung von Asylunterkünften künftig mitentscheiden können. Für gehörig Zündstoff dürfte daneben folgende Idee sorgen: Die SVP will, dass für «deliktische und renitente» Asylbewerber «geschlossene Lager» errichtet werden können.

sda/rem