Kanton schickt Asylsuchende aufs Land

Überdurchschnittlich viele vorläufig aufgenommene Asylsuchende werden in Landgemeinden untergebracht. Nicht wegen der Ruhe, sondern wegen des Geldes.

Drucken
Teilen
Blick in die Asylunterkkunft «Sonnenhof» in Emmenbrücke. Themenbild (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Blick in die Asylunterkkunft «Sonnenhof» in Emmenbrücke. Themenbild (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Ein Grossteil der Asylsuchenden, die der Kanton Luzern aufnehmen muss, findet ein vorübergehendes Zuhause auf der Luzerner Landschaft. Nach Ämtern aufgeteilt sind zwar Luzern Stadt mit 203 Personen und das Amt Hochdorf mit 198 Personen in absoluten Zahlen an der Spitze. Erstaunlich aber: Im Amt Willisau leben 158 Asylsuchende, im Amt Entlebuch 118. Demgegenüber sind im bevölkerungsreichen Amt Luzern Land lediglich 128 untergebracht. Die Sollzahlen des Kantons würden eigentlich eine andere Verteilung gemäss dem Bevölkerungsanteil vorsehen. Im Amt Sursee schliesslich wohnen 115 Asylsuchende.

Guido Roos, Geschäftsführer des regionalen Entwicklungsträgers Luzern West, hat eine Erklärung dafür, dass in den Ämtern Entlebuch und Willisau mehr Asylsuchende wohnen als andernorts: «In einigen Dörfern, zum Beispiel in Hasle, gibt es Immobilien, die an der Hauptstrasse liegen. Um trotz der nicht gerade attraktiven Lage eine gute Rendite zu erzielen, vermieten diese Eigentümer ihre Wohnungen an gemeinnützige Organisationen wie die Caritas, die ihrerseits die Wohnungen mehrheitlich vorläufig aufgenommenen Asylsuchenden zur Verfügung stellen.» Daraus sei mittlerweile ein regelrechtes Geschäftsmodell entstanden.

Auf die Attraktivität für die Unterbringung von Asylsuchenden reagieren nun die Gemeinden. So führt der Wolhuser Gemeinderat intensive Gespräche mit den Grundeigentümern im Zentrum. Die Gemeinde Entlebuch hat mit Privaten eine Aktiengesellschaft gegründet und ältere Liegenschaften erworben, um diese für Einheimische attraktiver zu gestalten.

Alexander von Däniken und Christian Bertschi

Den ausführlichen Arikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Luzerner Zeitung oder als AbonnentIn kostenlos im E-Paper.